Bayern

Aktueller Status:

Obwohl die in Bayern ansässige Wirtschaft stark von der Windindustrie profitiert, sind hier lediglich vier Prozent der in Deutschland installierten Windleistung zu finden. Dagegen gehen rund zehn Prozent aller bundesweiten Zuliefereraufträge an Unternehmen im Freistaat. Hier sind rund 12.300 Menschen in Zuliefererbetrieben der Windbranche beschäftigt, darunter Hersteller von Anlagen, Getrieben, Generatoren und Lagern sowie Betriebe aus dem Planungs- und Ingenieurbereich oder aus Installation, Service und Wartung. Mit rund 1.900 MW installierter Leistung trägt Windenergie momentan circa zwei Prozent zur Stromerzeugung in Bayern bei. Zuletzt kam der bayrische Windmarkt leicht in Bewegung. Der Zubau lag 2015  bei 372 MW, in 2014 sogar bei 410 MW. Die Landeshauptstadt soll bis 2025 komplett mit CO2-freiem Strom versorgt werden. Dieser wird unter anderem aus On- und Offshore-Windprojekten kommen, an dem bayrische Akteure beteiligt sind.

Energiepolitik, Potenziale und Landesplanung:

Die Landesregierung formulierte im Jahr 2011 wenig ambitionierte Ziele: 2020 sollen Erneuerbare Energien 50 Prozent des Strombedarfs decken.Dies bedeutet eine Verdopplung des Anteils regenerativer Stromerzeugung innerhalb von 10 Jahren. Dank traditionell starker Nutzung von Wasserkraft liegt der Anteil bereits bei 25 Prozent. Der BWE und der Bund Naturschutz halten bis 2020 die Erschließung von bis zu 2.000 Windenergiestandorten für möglich. WEA (Windenergieanlagen) könnten dann gut ein Zehntel des Stromverbrauchs von derzeit 85.000 GWh (Gigawattstunden) decken und dabei helfen, jährlich 7,5 Millionen Tonnen CO2 zu vermeiden. Dafür allerdings müsste der Freistaat seine Regionalplanung neu ausrichten und administrative Hemmnisse abbauen.

Der neue Bayrische Windatlas (März 2014), hat gezeigt, dass das Land weit mehr Potenzial hat, als die politischen  Ambitionen der Landesregierung Glauben machen wollen. Diese betreibt mit ihrer 10H-Regelung zur Eingrenzung von Flächen für Windenergieanlagen eine Energiewendeblockade. Bei einem vorgesehen Mindestabstand in Höhe des Zehnfachen der Anlage reduziert sich die verbleibende Fläche auf einen minimalen Restwert von 0,05 Prozent der Landesfläche Bayerns. Nach Inkrafttreten der Abstandsregelung sind im Jahr 2015 nur noch 25 Bauanträge eingereicht worden.  Der Bayerische Verfassungsgerichtshof hat im Mai 2016 Klagen gegen die umstrittene 10-H-Regelung abgewiesen. Das Urteil blockiert nun die Nutzung von Windeignungsflächen und entspricht damit praktisch einem Ausbaustopp.

(Die unten auf der Seite aufgeführten Daten stammen, soweit vorliegend, aus dem Jahr 2015, zum Teil aber auch aus früheren Jahren und werden aktualisiert, sobald neuere Werte vorliegen)

Statistische Daten:

937

Windenergie­anlagen

12.350

Arbeitsplätze
(2013)

1.892

Installierte Leistung in MW

1348 GWh (Stromerzeugung aus Windenergie, 2013)
1,5 % (Anteil der Windstromerzeugung an Bruttostromerzeugung, 2013)
70.550,23 (Landesfläche in km²)
12.519.571 (Einwohnerzahl)



Mitglieder Login

User login

Quelle: www.wind-energie.de/verband/landes-und-regionalverbaende/bayern