Landespolitik

„Nach Fukushima“ wollte die Staatsregierung die Energiewende und bejahte auch die Windkraft. So stiegen bis zum Jahr 2014 die jährlichen Neubauzahlen auf 154 Windräder mit 410 Megawatt. Die Windstromerzeugung wuchs vom Jahr 2010 (0,6 Mrd. kWh) auf 2016 (3,6 Milliarden kWh) auf das Sechsfache. Immerhin vier Prozent des in Bayern verbrauchten Stroms. Doch 2014 wurde in Bayern als einzigem Bundesland eine 10-H Abstandsregelung von der Mehrheit im Landtag beschlossen. Seitdem sinken die Zubauzahlen. Gerade auch hierdurch hat Bayern, das dank großer Höhenunterschiede und vieler Niederschläge vor den Bergen viel Wasserkraft und dank überdurchschnittlicher Lichteinstrahlung auch gut die Photovoltaik nutzt, seine Spitzenposition bei der Gewinnung Erneuerbarer Energien verloren. Bayern gehört heute bei der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien nur zum letzten Drittel der deutschen Länder.

Noch im Sommer 2013 beschloss im „Bayernplan“ die CSU sehr klug: „Wir wollen so viel Strom, wie wir in Bayern verbrauchen, in Bayern selbst herstellen.“ Aber nach dem später verkündeten Energieprogramm der Landesregierung soll Bayern den bei der Stilllegung der Atomkraftwerke wegfallenden Strom überwiegend durch Einfuhren ersetzen.

Der Bayrische Windatlas (März 2014) hat gezeigt, dass Bayern viel Potenzial für die Windkraft hat. Aber infolge 10-H ist es sehr mühselig geworden, Baurecht für neue Windenergieanlagen zu schaffen. Jetzt müssen die Gemeinderäte und Bürgermeister für alle angestrebten Standorte, die näher als die 10-fache Gesamthöhe der Windanlage (also etwa 2 km) an Siedlungsgebäuden liegen, mit Flächennutzungs- und Bebauungsplänen den Weg bahnen.