• Sektorenkopplung
    Sektorenkopplung
    Was Windenergie in der nächsten Stufe der Energiewende leisten kann

Sektorenkopplung

Das Wort Sektorenkopplung ist längst in die politische und gesellschaftliche Diskussion übergegangen. Als Sammelbegriff für eine Vielzahl von Projekten und Anwendungen an den Schnittstellen der Sektoren Strom, Verkehr, Wärme und Industrie wird der Begriff inzwischen breit genutzt. Im Grunde bedeutet Sektorenkopplung vor allem eins: Die Nutzung von regenerativem Strom zur Dekarbonisierung der noch überwiegend konventionellen Sektoren Wärme und Verkehr.

Die Sektorenkopplung ist als politischer Leitgedanke mittlerweile unumstritten. Durch die Festlegung auf die Pariser Klimaschutzziele, die eine Begrenzung der globalen Erderwärmung auf 2 Grad Celsius durch massive Minderung der CO2-Emissionen vorsehen, ist klar, dass regenerativ erzeugter Strom zunehmend in den Sektoren Verkehr, Wärme und Industrie zum Einsatz kommen wird. Ein gekoppeltes Energiesystem bietet diverse Lösungen, diese international angestrebte Treibhausgasminderung volkswirtschaftlich sinnvoll und ressourceneffizient zu erreichen. Dazu gehören eine Reihe von Speicher- und Flexibilitätsoptionen wie Batteriespeicher, Lastmanagement oder Langzeitspeicher durch Power-to-X-Technologien. Durch die Sektorenkopplung ließen sich zum Beispiel Lastspitzen bei der Produktion von Windenergie sinnvoll in andere Sektoren verschieben. 

Hemmnisse abbauen – Neue Lösungsansätze ermöglichen

Technische Lösungen der Sektorenkopplung sind vorhanden und werden von verschiedenen Unternehmenskooperationen mit Hochdruck entwickelt. Erste erfolgsversprechende Pilotprojekte sind angelaufen. Die Politik sollte nun ein Marktdesign schaffen, das Investitionen in die Sektorenkopplungs- und Flexibilisierungstechnologien ermöglicht und finanziell unterstützt. Dafür sind unter anderem faire Wettbewerbsbedingungen und eine Umstellung des Umlage- und Abgabensystems notwendig. Die Windbranche kann und wird durch die Sektorenkopplung zusätzliche Systemverantwortung übernehmen und den Strukturwandel von einem konventionellen zu einem nachhaltigen Energiesystem umsetzen. Im Strombereich hat sich seit der Einführung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes einiges getan. Die Erneuerbaren Energien machen bald 40 Prozent der deutschen Bruttostromerzeugung aus. Ähnliche Transformationen stehen den Sektoren Verkehr und Wärme noch bevor.

Georg Schroth

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Georg Schroth

Abteilungsleiter Politik

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Birte Kempe-Samsami

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Birte Kempe-Samsami

Fachreferentin Politik

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Neue Geschäftsfelder in einer neuen Energiewelt

Für Betreiber von Windkraftanlagen bietet die Sektorenkopplung neue Geschäftsmodelle. Gleichzeitig entsteht derzeit eine Vielzahl von kleinen, innovativen Unternehmen, die mit digitalen Produkten und Dienstleistungen im Rahmen der Sektorenkopplung Wertschöpfung erzielen. Unter den Lösungen zur Zwischenspeicherung und Langzeitspeicherung von Strom ist vor allem die Power-to-Gas-Technologie hervorzuheben, bei der aus Windstrom durch Elektrolyse Wasserstoff gewonnen wird, der dann in das Gasnetz eingespeichert, dort langfristig gelagert und in andere Sektoren und Jahreszeiten verschoben werden kann. Aber auch kurzfristige Flexibilisierungsoptionen, wie zum Beispiel Power-to-Fleet-Konzepte, bei denen der wachsende Bestand an Elektroautos als Zwischenspeicher für EE-Strom genutzt wird, sind hier zu nennen. In Zeiten hoher Stromproduktion aus Erneuerbaren Energien sorgen intelligente Ladesäulen dafür, dass die Autos kostengünstig und netzdienlich geladen werden. In Zeiten hoher Stromnachfrage kann der Strom aus dem Auto ins Netz zurückgespeist werden. Auf den Unterseiten erfahren Sie mehr zur Nutzung von Windstrom in den verschiedenen Sektoren . 

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