Netze

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Die deutsche Stromversorgung befindet sich an einem Wendepunkt. Mit den Erneuerbaren Energien als künftig tragende Säule der Elektrizitätsversorgung stellen sich auch neue Herausforderungen an das Stromnetz. Letzteres dient der Übertragung der elektrischen Energie von den Erzeugungsanlagen – also von den Windenergieanlagen etwa – zu den Verbrauchern. Das Stromnetz ist in eine Übertragungs- und eine Verteilernetzebene unterteilt.

Das Übertragungsnetz ist für den weiträumigen Transport von elektrischer Energie, die auf der Höchstspannungsebene (= 220 kV und 380 kV) von Kraftwerken eingespeist wird. Die hohe Spannung erlaubt es, eine große elektrische Leistung über weite Strecken bei nicht allzu hohen Verlusten zu transportieren. Zudem ist das deutsche Übertragungsnetz über Grenzkuppelstellen mit den europäischen Nachbarländern verbunden, was grenzüberschreitenden Stromaustausch ermöglicht.

Näher an den Verbrauchszentren wird auf niedrigere Spannungen in den Verteilernetzen transformiert. Hier wird zwischen der Hochspannungsebene (< 60 kV bis < 220 kV), der Mittelspannungsebene (zwischen = 6 kV und = 60 kV) und der Niederspannungsebene (< 6 kV) unterschieden. Das Mittelspannungsnetz verteilt die elektrische Energie regional; das Niederspannungsnetz liefert die elektrische Energie schließlich lokal an Endverbraucher und kleine Stromabnehmer.

Je nach Leistung können Erzeugungsanlagen ebenfalls auf diesen untergelagerten Spannungsebenen angeschlossen sein. So findet der Anschluss von Windenergieanlagen ganz überwiegend in der Mittel- und Hochspannungsebene, das heißt in den Verteilernetzen, statt: Rund 96 Prozent der Winderzeugung ist am Verteilernetz angeschlossen. Lediglich 4 Prozent der insgesamt angeschlossen Winderzeugungsanlagen hat ihren Netzanschluss am Übertragungsnetz. Ein Anschluss auf der Höchstspannungsebene ist für Windparks mit großer installierter Leistung, wie beispielsweise bei Offshore-Windprojekten, erforderlich.

Aktuell:

Am 14.3.2015 tritt die Änderung der Systemstabilitätsverordnung (SysStabV) in Kraft:

Zukünftig müssen alle WEA einen erweiterten Frequenzbereich von 47,5 Hz bis zur oberen Abschaltfrequenz durchfahren können. Diese wird vom Übertragungsnetzbetreiber festgelegt und muss zwischen 50,2 Hz und 51,5 Hz liegen (§ 11 Absatz 1). Anlagen die SDL- fähig sind können diese Anforderungen schon jetzt erfüllen, alle anderen Anlagen > 450 kW installierter Leistung müssen umgerüstet bzw. umparametriert werden.

Folgende Punkte sind hierbei relevant für die Windenergie:

  • Anlagenbetreiber werden durch den Netzbetreiber mit einer sog. Nachrüstungsaufforderung angeschrieben, diese ist innerhalb von sechs Wochen nach Erhalt schriftlich zu bestätigen (§ 13 Absatz 1)
  • Die Frist zur Nachrüstung beträgt zwölf Monate ab Zugang der schriftlichen Nachrüstungsaufforderung (§ 18 Absatz 1)
  • Dem Wunsch der Windbranche wurde entsprochen: Wartungsintervalle können genutzt werden, die Frist zur Umrüstung verlängert sich dann auf 18 Monate (§ 18 Absatz 2 Satz 2). Die Frist verlängert sich ebenfalls, wenn Unterlagen zur Beurteilung der Nachrüstbarkeit fehlen (§ 18 Absatz 2 Satz 3).
  • Der Eigenanteil der Anlagenbetreiber beträgt 7,5  €/kW installierte Leistung. Bei Kosten die darüber hinausgehen, tragen Anlagenbetreiber 25 % der Kosten (§ 21 Absatz 1).
  • Für den Fall, dass ein Ausnahmebegehren geltend gemacht werden soll (bspw. erforderlicher Austausch des Antriebsstrangs, des Generators oder der Leistungselektronik), besteht die Möglichkeit dies über ein entsprechendes Formular des Netzbetreibers zu beantragen (§ 15 Absatz 1 und § 16 Absatz 1). Der Übertragungsnetzbetreiber entscheidet (§ 17 Absatz 1), ob verminderte Anforderungen geltend gemacht werden können (§ 15 Absatz 1) oder ob die Nachrüstung unzumutbar ist (§ 15 Absatz 2). Für  Ausnahmebegehren verlängert sich die Frist für die Nachrüstung um sechs Monate (§ 18 Absatz 2 Punkt 1 ).

Tags: Netze



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Quelle: www.wind-energie.de/themen/netze