Zukunftsforum Energiewende in Kassel

Am Anfang war das Feuer.  Warum wir die Energiewende brauchen...

Als Homo erectus vor knapp 1,8 Millionen Jahren das Feuer für sich zu nutzen wusste, war nicht nur das Überleben gesichert. Vieles, was zuvor ungenießbar war, konnte nun gekocht oder gebraten werden: mehr Nahrung, mehr Ausdauer. Gleich mehr Leistung. Dadurch entwickelte sich vor allem unser Gehirn. Menschwerdung und Population schritten voran. Keiner konnte damals ahnen, dass die Weltbevölkerung einmal auf über sieben Milliarden Menschen anwachsen würde. Und die Ressourcen auf unserem Planeten endlich sind. Schlimmer noch: Die durch Wirtschaftswachstum verursachten Treibhausgase unsere Lebensgrundlage zerstören.

Schätzungen zufolge wurden 2017 rund 41 Milliarden Tonnen CO2 in die Erdatmosphäre gepustet; größtenteils freigesetzt bei der Verbrennung von Kohle, Öl und Gas. Lohnt es sich da überhaupt noch, über Lösungen nachzudenken? Um den geneigten Leser nicht zu vergrämen: Ja, es lohnt sich. Denn es gibt Leuchtturmprojekte, die uns hoffen lassen: Unter dem Motto „den Wandel aktiv gestalten“, fand am 20. und 21. November das Zukunftsforum Energiewende in Kassel statt.  „Die Energiewende braucht neuen Schwung! Denn es ist keine Frage: Technisch ist das Klimaziel erreichbar, nötig aber ist der Wille zu einer großen gemeinsamen Kraftanstrengung“, bekräftigte Dr. Torsten Ebert, Vorsitzender des deENet-Vorstands im Namen der Veranstalter.

Gemeinsam mehr bewegen – über 650 Besucher

Zahlreiche engagierte Unternehmen und Experten aus den Bereichen Erneuerbare Energien, Energieeffizienz, E-Mobilität sowie Klimaschutz waren gekommen, um sich gemeinsam für den Wandel stark zu machen. Während der zwei Tage konnten sich die über 650 Besucher in rund dreißig Foren, und Workshops über Trends und Entwicklungen in der Branche informieren. In der begleitenden Fachausstellung gaben Unternehmen und Organisationen Einblicke in ihre Arbeitswelt. Auch der BWE Landesverband Hessen war gemeinsam mit der LaNEG vertreten – sehr zur Freude der Mitglieder. Am Stand wurde rege über die Zukunft der „Erneuerbaren“ im Allgemeinen sowie über die Windenergie im Besonderen diskutiert. Ein besonderer Programmpunkt war zudem die Verleihung des Hessischen Staatspreises für innovative Energielösungen. "Hessen hat sich zum Ziel gesetzt, seinen Energiebedarf im Jahr 2050 vollständig aus erneuerbaren Quellen zu decken. Dafür brauchen wir zwingend Innovationen in vielen verschiedenen Bereichen“, hob Wirtschaftsstaatsekretär Mathias Samson hervor. Der Hessische Staatspreis für innovative Energielösungen ist mit 30.000 Euro ausgestattet und wird alle zwei Jahre vergeben.

Den Wandel jetzt gestalten...

Der diesjährige Sommer hat allen die Folgen des Klimawandels deutlich vor Augen geführt. Seitdem springen uns Schlagworte an wie wilde Tiere: Globale Erwärmung, Polarschmelze, Artensterben, Ressourcenverknappung. Wir können uns nicht wehren. Zu komplex ist das Thema, zu unabsehbar sind die Folgen. Wir pendeln zwischen Empörung und Herabspielen. Ohnmacht und Verdrängung. Regulierungswahn und Veränderungswut. Bis 2050 sollen nach Plänen der Bundesregierung erneuerbare Energiequellen 80 Prozent unseres Stroms erzeugen, heute sind es gerade mal 40 Prozent. Darum – da sind sich nahezu alle Teilnehmer des Zukunftsforums Energiewende einig – muss es schneller gehen. Laut Prof. Dr. Birkner, Geschäftsführer House of Energy, ist die Energiewende volkswirtschaftlich sinnvoll. Darum sei nicht mehr das OB, sondern nur noch das das WIE zu diskutieren. Für Martin Rühl, Vorstandsvorsitzender Bündnis Bürgerenergie e.V. läuft die Energiewende grundsätzlich schief.
„Es gibt inzwischen zu viele Gesetze, die die Teilhabe von Bürgern sowie eine dezentrale Energiewende erschweren. Uns bleibt nicht mehr viel Zeit, um das 2.0 Grad Ziel zu erreichen.“

Doch derweil schreitet die globale Erwärmung weiter voran...