Windbranchentage Baden-Württemberg

Beim Windbranchentag Baden-Württtemberg erwartet Sie jedes Jahr ein attraktives Programm mit informativen Vorträgen, spannenden Diskussionen und anschaulichen Praxisbeispielen zu aktuellen Themen der Windenergie in Süddeutschland. Darüber hinaus bietet Ihnen der Windbranchentag Baden-Württemberg eine hervorragende Networking-Plattform und Sie haben die Gelegenheit mit den wichtigsten Akteuren der bundes- als auch landesweiten Energiewirtschaft und -politik in Kontakt zu treten.

Beim 11. Windbranchentag Baden-Württemberg rufen die Vertreter der Politik und des BWE zu mehr Mut auf

Am 29. Mai 2019 herrschte bei den über 250 Teilnehmern des 11. Windbranchentages Baden-Württemberg weiter anhaltend eine getrübte Stimmung. Dabei ermutigte Franz Untersteller MdL, bezugnehmend auf die brandaktuellen Ergebnisse der drei Tage zuvor stattfindenden Europa- und Kommunalwahlen an den Klimaschutz- und Energieausbauzielen des Landes festzuhalten und sogar schärfere Zwischenziele zu setzen. „Jede Anlage ist ein Beitrag zum Klimaschutz“, sagte er, und schilderte wie der Ausbau der Windenergie in Baden-Württemberg wieder Fahrt aufnehmen kann. Neben den landesweiten Aktivitäten wie beispielsweise der Fortführung des Integrierten Energie- und Klimaschutzkonzeptes (IEKK) oder der Aktualisierung des Windatlas führt er die Notwendigkeiten auf nationaler Ebene auf. Die Umsetzung der Regionalisierungsquote und die Einführung eines CO2-Preises sind nur zwei der eingeforderten Maßnahmen, welche er an die Bundesregierung adressiert.

Als Vertreter der Bundespolitik, nahm Thomas Bareiß MdB, direkt Bezug zu den genannten Forderungen. Insbesondere die Südquote wird in der Strategie der Bundesregierung nicht als zielführend erachtet, viel mehr soll ein Südzuschlag im EEG-Ausschreibungsverfahren eine ausgewogene regionale Verteilung der Windenergie in Deutschland herbeiführen. Die aktuell größten Hürden des Windenergieausbaus seien die aktuell geringe Zahl an Genehmigungen sowie die schwindende Akzeptanz vor Ort. Diese beiden Problemfelder gelte es zu verbessern. Bareiß betonte, „dass wir schneller ausbauen müssen um die Ziele zu erreichen“. Darüber hinaus müsse für die Verwirklichung der Klimaschutzziele das gesamte Energiesystem betrachtet und somit der Netzausbau, die Kopplung der Windenergie mit Speichern und die Sektorenkopplung weitere Maßnahmen darstellen. Schließlich hebt Bareiß hervor, dass die Glaubwürdigkeit zur Umsetzung der Ziele durch die Bundesregierung äußerst wichtig sei und zukünftig eine Verlässlichkeit für die Windenergiebranche gegeben sein muss.

Letzteres ist besonders für den BWE und seine Mitglieder größtes Anliegen. Hermann Albers verdeutlichte nochmals die dramatische Situation der Branche und zeigte Lösungswege auf, wie sich dem gegensteuern lässt. Zusammenfassend sagen drei Zahlen alles: 2%, 200 GW, 35.000 Anlagen. Wir können auf nur 2% der Landesfläche in jedem Bundesland bis 2050 insgesamt 200 GW Wind an Land installieren, die dann mit ca. 35.000 hoch effizienten und modernen Anlagen (heute 30.000) einen starken Beitrag zur CO2-freien Energiewirtschaft leisten.

Neben den politischen Beiträgen wurden beim Windbranchentag Baden-Württemberg auch Lösungen aus der Planungs- und Genehmigungspraxis aufgeführt. Fokussiert wurden dabei die Themen Flächenausweisung, Artenschutz und Genehmigungsverfahren. Außerdem wurden neue Geschäftsmodelle und wirtschaftliche sowie technische Perspektiven der Windenergie aufgezeigt.

Das Publikumsfeedback zum 11. Windbranchentag Baden-Württemberg fiel äußerst positiv aus. Knapp 90 Prozent der Umfrageteilnehmer werden mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit im nächsten Jahr wieder an der Veranstaltung teilnehmen. Besonders spannend empfanden die Zuschauer die politische Diskussion und begrüßten die aufmunternden und klaren Worte durch die Diskutanten.

Ausblick: Der nächste Windbranchentag Baden-Württemberg findet am Mittwoch, 20. Mai 2020 in Stuttgart statt.

Auf dem Branchentag veröffentlichte Dokumente:
Windatlas Baden-Württemberg (Link
Kriterienkatalog "Gute gutachterliche Praxis" (Link)