Windenergie als Jobmaschine

Studie: 1,3 Milliarden Euro Wertschöpfung in Schleswig-Holstein durch Windenergie

Kiel, 25. Februar 2020. Der Windverband in Schleswig-Holstein veröffentlichte heute eine neue Studie zur wirtschaftlichen Relevanz der Windenergie an Land in Schleswig-Holstein. Die DIW Econ GmbH, das Beratungsunternehmen des Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin) hatte die Studie 2019 durchgeführt und kommt für das Jahr 2018 zu den folgenden Ergebnissen: 

Die gesamten direkten, indirekten und induzierten Bruttowertschöpfungseffekte in Schleswig-Holstein, die durch den Bau und Betrieb Windenergie an Land angestoßen wurden, beliefen sich im Jahr 2018 auf 1.340 Millionen Euro. Mit 1.241 Millionen Euro Bruttowertschöpfung stammt der überwiegende Anteil aus dem Betrieb der 2.959 im Land stehenden Windenergieanlagen, rund 7 Prozent aus den Investitionen in den Bau neuer Windenergieanlagen. 

Ein ähnliches Bild zeigt sich auch bei den Beschäftigungseffekten. Der Gesamtbeschäftigungseffekt für direkte, indirekte und induzierte Beschäftigung der Windenergie an Land betrug im Jahr 2018 rund 11.900 Erwerbstätige. Dabei gehen Beschäftigungseffekte von rund 9.100 Erwerbstätigen auf das Konto des Anlagenbetriebes. Weitere Beschäftigungseffekte resultieren aus den Investitionen beim Bau von Windenergieanlagen. Bei 2.959 Bestandsanlagen in Schleswig-Holstein bedeutet dies pro Windenergieanlage rund 3,1 Arbeitsplätze im Land, die alleine durch den Betrieb dieser Anlage bestehen. 

Laut Studie konnte Schleswig-Holstein und seine Gemeinden im Jahr 2018 von 45,6 Millionen Euro Steuereinnahmen aus Windenergie profitieren, davon kamen 32,2 Millionen Euro aus dem Betrieb und 13,4 Millionen Euro aus den Investitionen in neue Anlagen. (Hierbei ist zu beachten, dass es sich um eine Untergrenze der Schätzung der Steuereinnahmen handelt, nicht einberechnet sind zum Beispiel Gewerbesteuereinnahmen durch die Gewinne aus dem Betrieb der Anlagen.)

Horst Leithoff, BWE SH Landesvorsitzender: „Diese Ergebnisse zeigen, welchen bedeutenden ökonomischen Stellenwert die Windenergie an Land einnimmt. insbesondere durch den Betrieb der Anlagen geschieht Wertschöpfung und entstehen fachlich qualifizierte Arbeitsplätze über Jahrzehnte.“ 2019 wurden nur rund 50 Genehmigungen für die Errichtung von neuen Anlagen erteilt. Als Folge der geringen Genehmigungszahlen bereits in den Vorjahren konnten im Jahr 2019 nur 11 neue Windenergieanlagen (Quelle: Windguard 1/20) in Betrieb genommen werden. In Der Folge ging erstmals die installierte Leistung der Windenergie an Land im Jahr 2019 sogar zurück (Quelle: SH Netz AG). „Die Ergebnisse dieser Studie müssen die Verantwortlichen wachrütteln“, ist Leithoff überzeugt. „Sie zeigen deutlich auf, dass Schleswig-Holstein als industrieschwache Region von der Windenergie an Land immens profitiert“, so Leithoff und ergänzt weiter: „Die Auswirkungen der fehlenden Genehmigungen der vergangenen Jahre werden uns in ein paar Jahren einholen, den Wertschöpfungsverlust durch den Betrieb fehlender Anlagen kann man nur schwer wieder ausgleichen.“ Und die vielen guten Initiativen des Landes in Richtung Sektorenkopplung und insbesondere Wasserstofferzeugung seien obsolet, wenn hierfür nicht die ausreichende Erzeugung erneuerbaren Stroms gewährleistet sei.

Marcus Hrach, Geschäftsstellenleiter BWE SH: „Die große Wertschöpfung, fachlich qualifizierte Arbeitsplätze und wichtige Steuereinnahmen, die die Studie ausweist, sind beim anhaltenden zögerlichen Genehmigungsverhalten der Landesregierung gefährdet.“ Es ist davon auszugehen, dass in den nächsten Jahren mehrere Hundert Anlagen in Schleswig-Holstein repowert werden. Dies ist sowohl aus ökonomischer als auch ökologischer Sicht sinnvoll, wenn ein Repowering genehmigungsrechtlich möglich ist „Wenn nicht endlich bei den Genehmigungsbehörden der Gordische Knoten durchschlagen wird, sind die in der Studie genannten positiven wirtschaftlichen Effekte durch den Betrieb von Windenergieanlage für Schleswig-Holstein bald Geschichte. Hinzu kommen zusätzlich die möglichen Wertschöpfungseffekte in Milliardenhöhe durch einen den Zielen der Landesregierung entsprechenden Zubau von Windenergie an Land bis zum Jahr 2025“, bilanziert Marcus Hrach. 

„Die Windenergie-Branche braucht jetzt Genehmigungen“, fordert Hrach zum wiederholten Mal. Es lägen Anträge für über 280 Anlagen im Genehmigungsverfahren für ausnahmefähige Flächen bereit. „Diese müssen jetzt bearbeitet werden und bis zum Sommer eine Genehmigung erhalten“, so Hrach. Auch die Genehmigungsprozesse sollten kritisch hinterfragt werden, um die Verfahren wieder auf einen Bearbeitungszeitraum von unter einem Jahr zurückzuführen. Sonst ist das energiepolitische Ziel von 10 GW Wind Onshore bis zum Jahr 2025 nicht zu erreichen. 

Hier finden Sie genannte Studie als PDF Download.

Kontakt für die Redaktionen: 
Jana Lüth, Bundesverband Windenergie (BWE), 
Landesgeschäftsstelle Schleswig-Holstein, 
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E-Mail:  j.lueth(at)wind-energie.de, Internet: www.wind-energie.de/sh