Verbändepartnerschaft Indien | BWE e.V.
Verbändepartnerschaft Indien

Indien und Deutschland zählen zu den führenden Windenergie-Nationen weltweit – und stehen vor denselben Herausforderungen: Netzintegration, Repowering, Offshore-Ausschreibungen. Im Rahmen einer BMZ-geförderten Kammer- und Verbändepartnerschaft bündeln der BWE, die Stiftung Offshore-Windenergie und indische Partnerverbände WIPPA und IWTMA ihre Kräfte. Ziel ist eine echte Technologiekooperation: Unternehmen vernetzen, Wissen teilen, gemeinsam Lösungen entwickeln – für die Energiewende in beiden Ländern.
 


Wind Associations Partnership IndienInternationale Verbändepartnerschaft · BMZ-gefördert

Der BWE, die Stiftung Offshore-Windenergie und indische Partnerverbände WIPPA und IWTMA arbeiten gemeinsam an der Vernetzung von Unternehmen, dem Wissensaustausch und der Entwicklung gemeinsamer Lösungen für aktuelle Herausforderungen im Bereich Windenergie.

Laufzeit: Dezember 2025 – November 2028 | Budget: 810.000 Euro | Förderer: Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)

Moritz Röhrs

Ansprechpartner

Moritz Röhrs

Projektmanager Internationale Angelegenheiten

Kontakt aufnehmen

Warum Deutschland und Indien?

Indien und Deutschland verbindet ein gemeinsames Interesse: die Transformation ihrer Energiesysteme hin zu erneuerbaren Energien. Indien steht vor einer historischen Aufgabe – als bevölkerungsreichstes Land der Welt mit einem Bruttostromverbrauch, der bis 2034 um mehr als 54 % steigen wird, muss es Versorgungssicherheit und Klimaambition gleichzeitig erfüllen. Windenergie ist dabei ein zentraler Pfeiler: Die indische Regierung hat sich 100 GW installierte Windkraftkapazität bis 2030 zum Ziel gesetzt.

Deutschland bringt jahrzehntelange Erfahrung in der Planung, dem Betrieb und der Regulierung von Windparks mit – an Land wie auf See. Ob Netzintegration, Repowering oder der Aufbau eines Offshore-Sektors: Dort, wo Indien heute steht, hat Deutschland bereits Lösungen entwickelt und Lehren gezogen, von denen beide Seiten profitieren können.

Beide Länder stehen zugleich vor denselben strukturellen Herausforderungen des Windenergieausbaus – allen voran die Integration großer Windstrommengen in bestehende Netze, der Umgang mit Einspeiseschwankungen und die Modernisierung älterer Anlagen. Diese gemeinsamen Herausforderungen machen die Partnerschaft zu einer echten Technologiekooperation: Deutschland und Indien lernen voneinander, entwickeln gemeinsam Lösungsansätze und stärken so die Innovationskraft beider Windsektoren.

Gleichzeitig bietet der indische Markt deutschen Unternehmen erhebliche Geschäftschancen: Die Nachfrage nach deutschem Technologie-Know-how ist groß, der Markt wächst dynamisch und die indische Regierung wirbt aktiv um ausländische Investitionen im Erneuerbare-Energien-Sektor. Eine strukturierte Kammer- und Verbändepartnerschaft (KVP) schafft den institutionellen Rahmen, um diese gegenseitigen Interessen dauerhaft und wirkungsvoll zu verbinden.

Für deutsche Unternehmen

Der indische Windmarkt bietet aufgrund der hohen Nachfrage nach deutschem Technologie-Know-how attraktive Geschäftschancen. Die Verbändepartnerschaft schafft konkrete Formate zur Unternehmensvernetzung. Zu beachten ist, dass die „Make in India"-Politik eine lokale Niederlassung erfordert, um dauerhaft im indischen Markt tätig zu werden. Interessierte Unternehmen können sich direkt an den BWE wenden.

Die Verbändepartnerschaft spiegelt den politischen Willen wider, Außenwirtschaftsförderung und Entwicklungszusammenarbeit in Bezug auf Indien enger zu verzahnen – zum Nutzen beider Länder.

Hintergrund und Entstehung

Indien gehört zu den führenden Windenergie-Nationen weltweit: Rund 56 GW Windkraftleistung sind bereits am Netz; das Ziel der indischen Regierung sind 100 GW bis 2030, eingebettet in einen Gesamtausbau erneuerbarer Energien auf 500 GW installierte Kapazität. Der rasant wachsende Energiebedarf des Landes macht Indien zu einem der bedeutendsten Windenergiemärkte weltweit.

Den Grundstein für die Partnerschaft legte die Teilnahme des BWE an der BMZ-Delegationsreise zur RE-INVEST 2024 in Gujarat. Dort unterzeichnete BWE-Vizepräsident Ralf Hendricks ein Memorandum of Understanding mit dem indischen Windverband WIPPA – ein erstes klares Signal für die vertiefte Zusammenarbeit beider Seiten.

Im August 2025 folgte eine einwöchige Prüfmission nach Neu-Delhi: Die künftigen Partner ermittelten gemeinsam die Bedarfe auf deutscher und indischer Seite und lernten sich dabei näher kennen. Als zentrale Schwerpunkte der Partnerschaft kristallisierten sich Einspeiseprognosen und der Umgang mit Pönalen, Netzintegration erneuerbarer Energien, Repowering sowie der Hochlauf der Offshore-Windenergie heraus.

Offizielle Ankündigung auf der Windergy 2025

Ende Oktober 2025 gab Parlamentarischer Staatssekretär Johann Saathoff auf der Windergy in Chennai – der größten Windenergiemesse Indiens – den offiziellen Startschuss für die neue Kammer- und Verbändepartnerschaft. Vom 29. bis 31. Oktober nahm BWE-Vizepräsident Ralf Hendricks als Teil der deutschen Wirtschaftsdelegation an der Messe teil: Als Redner lieferte er Impulse zu Chancen und Herausforderungen internationaler Zusammenarbeit, während der BWE im German Pavilion mit einem eigenen Stand präsent war.

Partnerverbände

Die Partnerschaft vereint zwei deutsche und zwei indische Organisationen: Der Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE) ist federführender deutscher Partner und führender Interessenverband der deutschen Windbranche. Die Stiftung Offshore-Windenergie (SOW) bringt ihren Schwerpunkt auf internationalem Wissenstransfer im Offshore-Bereich ein. Auf indischer Seite vertritt die Wind Independent Power Producers Association (WIPPA) Projektentwickler und Windparkbetreiber, während die Indian Wind Turbine Manufacturers Association (IWTMA) Komponentenhersteller und Zulieferer der indischen Windindustrie repräsentiert.

 

Ziele der Partnerschaft

Die Kammer- und Verbändepartnerschaft verfolgt drei zentrale Ziele: erstens die gezielte Vernetzung deutscher und indischer Unternehmen des Windenergiesektors durch strukturiertes Match-Making; zweitens die Stärkung des fachlichen Austauschs zu technischen, regulatorischen und marktbezogenen Themen; drittens die gemeinsame Entwicklung von Antworten auf aktuelle Herausforderungen in der Windenergie – von der Netzintegration bis zum Offshore-Hochlauf.

Aktivitäten und Veranstaltungen

Die Partnerschaft setzt auf ein breites Maßnahmenportfolio: Messeauftritte mit Panels und Vorträgen, bilaterale Roundtables, virtuelle und Präsenz-Fachworkshops sowie regelmäßige Market Updates. Geplante Aktivitäten umfassen u.a. einen Fachworkshop zu Netzintegration von Windenergie in Neu-Delhi, Workshops zu offshore Wind und Repowering, gemeinsame Auftritte auf der ASEAN Wind Expo in Bangkok und dem Recharge Wind Summit in Singapur, die Präsenz auf der WindEnergy Hamburg sowie eine Beteiligung an der Windergy in Chennai.


Cookie Einwilligung