Neujahrsempfang von ARGE Netz und BWE SH: Erneuerbare Unternehmer fordern mutige Lösungen beim Umsetzen der Energiewende

PRESSEMITTEILUNG  24.01.2019 – Kiel. Die Unternehmen der Erneuerbare-Energien-Branche rufen Politiker und Bürger zu mehr Mut beim Vorantreiben der Energiewende auf. „Windenergie aus Schleswig-Holstein bleibt der Leistungsträger der Energiewende.

Wir wollen auch künftig Arbeitsplätze vor Ort schaffen und saubere Energie für Häuser, Unternehmen sowie für Verkehr und Wärme liefern. Dafür brauchen wir Ihr Bekenntnis zu den erneuerbaren Energien. Wir brauchen einen verbindlichen Rahmen, der langfristige Planungen wieder zulässt“, sagte der neue Landesvorsitzende des Bundesverbandes Windenergie Landesverband Schleswig-Holstein, kurz BWE SH, Horst Leithoff, heute (24. Januar) auf dem Neujahrsempfang von ARGE Netz und BWE SH vor mehr als 200 Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft im Kieler Landeshaus.

„Der echte Norden steht wie kein anderes Land für Klimaschutzinnovationen. Aber oftmals regiert noch die Zaghaftigkeit“, stellte Dr. Martin Grundmann, Geschäftsführer von ARGE Netz, der führenden Unternehmensgruppe für erneuerbare Energieversorgung, fest. „Eine Politik, die erneuerbare Energien ausbaut und gleichzeitig fossile Energien weiter fördert – die kann nicht funktionieren. Es fehlt der Blick für das große Ganze: Die Erneuerbaren stehen jetzt in der Mitte unserer Industriegesellschaft. Wir benötigen Produkte statt Projekte. Wir brauchen leistungsstarke Erneuerbare für Unternehmen und massenhaft Solaranlagen und Speicher in den Städten.“ Der Klimawandel lasse sich nur aufhalten, wenn der Ausstoß von Treibhausgasen endlich massiv eingeschränkt werde. Es gehe darum, „unsere Lebensgrundlagen und unseren Wohlstand zu sichern. Auch Wirtschaft und Arbeitsplätze sind ein entscheidender Antrieb, den Klimawandel zu stoppen.“

Leithoff bezeichnete Windenergieanlagen als „gelebten Klimaschutz“. Der BWE schaue allerdings auf ein „recht bescheidenes Windjahr“ zurück: Erstens sei die Windernte 2018 schwach ausgefallen; „zweitens sind die Zubau- und vor allem die Genehmigungszahlen andauernd viel zu niedrig und drittens geht es immer noch zu langsam voran mit der Regionalplanung.“ Leithoff appellierte an die Landespolitiker: „Schaffen Sie die Voraussetzung dafür, dass die Branche wirtschaftlich umsetzen kann, was für die Energiewende notwendig ist. Die Branche braucht jetzt mehr Genehmigungen, eine verlässliche Perspektive und damit Planungssicherheit für den weiteren Zubau. Sonst sind die landeseigenen energiepolitischen Ziele bis 2025 nicht mehr zu erreichen“

Der „Dialog mit den Menschen ist uns wichtig“, fuhr Leithoff fort. „Die Menschen wollen gefragt werden, wenn etwas in ihrer Landschaft geschieht.“ Als Beispiel nannte der BWE-Landesvorsitzende die so genannte bedarfsgesteuerte Befeuerung. Sie sorgt dafür, dass Windräder nachts nicht ständig blinken, sondern nur dann, wenn Flugzeuge im Anflug sind. Die Bundesregierung habe „den Mehrwert dieser Lösung für mehr Akzeptanz erkannt“ und die Branche stehe „bereit, um bezahlbare, funktionstüchtige Technologien einzusetzen“.

Um die Energiewende zum Erfolg zu führen, seien CO2-orientierte Preise notwendig. Grundmann forderte außerdem Technologieoffenheit: „Schicken wir alle erneuerbaren Technologien auf den Marktplatz statt einzelne Technologien zu bevorzugen.“ Die Digitalisierung sei der „Kitt der Energiewende“, um Millionen dezentrale erneuerbare Anlagen zu synchronisieren. Für Schleswig-Holstein forderte der Geschäftsführer von ARGE Netz die Stärkung der regionalen erneuerbaren Unternehmen vor den Großkonzernen: „Ohne Eigentum an der Erzeugung findet auch die nachgelagerte Wertschöpfung nicht mehr im Land statt.“

Schließlich griff Grundmann das von der Landesregierung geprägte Motto „Mut verbindet“ auf: „Seien wir mutig und gehen voran, lassen wir die Politik die großen Linien ordnen und die Unternehmen die Umsetzung im Detail. Seien wir großzügig bei der Erlaubnis von Innovationen und streng beim Abbremsen des Klimawandels!“

ARGE Netz gehört zu den führenden Unternehmensgruppen der erneuerbaren Energieerzeugung. Das Unternehmen bündelt rund 4.000 Megawatt installierte Leistung aus Wind, Photovoltaik, Biomasse und bietet Lösungen zur Speicherung und Umwandlung von erneuerbaren Energien.

Der Bundesverband WindEnergie gehört mit über 20.000 Mitgliedern zu den weltweit größten Verbänden der Erneuerbaren Energien. Der BWE setzt sich seit Jahren erfolgreich für einen nachhaltigen und effizienten Ausbau der Windenergie in Deutschland ein.

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Jana Lüth
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