Schleswig-Holstein: Investitionsrahmen schaffen, Ausbau sichern

Investitionsrahmen schaffen, Ausbau sichern

Investitionsrahmen schaffen, Ausbau sichern

Windbranchentag Schleswig-Holstein 2026: Branche fordert zeitnahe Reformen von Bundesebene ein

Husum/Kiel/Berlin, 15.04.26. Heute dreht sich in Husum wieder alles um die Windenergie: Beim diesjährigen Windbranchentag Schleswig-Holstein kommen Gäste aus Politik und Wirtschaft zusammen. Unter dem Motto „Zwischen Politik, Netz und Markt – Die Zukunft der Windenergie“ diskutieren die Teilnehmerinnen und Teilnehmer über die angekündigten Reformen auf Bundesebene und deren Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Schleswig-Holstein. Der Branchentag in Schleswig-Holstein ist die wichtigste Veranstaltung für Branche und Politik im „Echten Norden“ und verzeichnet mit über 800 Anmeldungen einen neuen Anmelderekord.

BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek ordnet die bundespolitische Situation ein: „Die Windkraft ist das Rückgrat unseres Energiesystems. Als Garant für eine sichere, bezahlbare und klimafreundliche Stromversorgung stärkt sie die Wettbewerbsfähigkeit unseres Industriestandorts und schützt Verbraucherinnen und Verbraucher vor Preisschocks. Die Menschen in Deutschland wollen raus aus dem Klammergriff fossiler Energieimporte. Mehr heimische Windenergie bedeutet mehr Unabhängigkeit, mehr Stabilität und mehr Kontrolle über unsere Energiepreise“. Sie fordert: „Damit die Windenergie ihr volles Potenzial entfalten kann, braucht sie stabile Rahmenbedingungen. Die anstehende EEG-Novelle und das Netzpaket müssen zum Turbo für die Windkraft werden.“ Ihr deutlicher Appell an die Bundespolitik: „Es braucht Investitionssicherheit und eine leistungsfähige Infrastruktur. Es fehlt nicht am Willen und an der Leistungsbereitschaft der Branche – sondern an konsequenter Rückendeckung durch die Politik.“

Tobias Goldschmidt, Minister für Energiewende, Klimaschutz, Umwelt und Natur des Landes Schleswig-Holstein berichtet in der Pressekonferenz: „Die Energiewende in Schleswig-Holstein geht mit Sieben-Meilen-Stiefeln voran und die Windkraft ist dabei das Herzstück unseres Weges zum Klimaneutralen Industrieland. Die an Land erzeugte Strommenge erreichte auch im letzten Jahr wieder ein Allzeithoch und die Abregelungen sinken weiter. Dass wir heute so gut dastehen, ist kein Zufall, sondern das Ergebnis von zukunftsorientierter, bürgernaher Energiepolitik. Indem alle Akteure, wie heute, regelmäßig an einen Tisch kommen, wurde die Energiewende zum echten Schleswig-Holstein-Projekt. Auch in Berlin muss der Blick sich endlich wieder nach vorne richten, statt die Nutzung fossiler Energien mit einer Krücke nach der anderen künstlich in die Länge zu ziehen. Um nicht international ins Hintertreffen zu geraten, müssen die seit über einem Jahr ins Haus stehenden Reformen, wie beispielsweise eine gute Anschlusslösung für das auslaufenden EEG, endlich in die Hand genommen und umgesetzt werden.“

Für die Windbranche in Schleswig-Holstein bilanziert Marcus Hrach, LEE SH Geschäftsführer: „Schleswig-Holstein setzt seinen Weg beim Windausbau unbeirrt fort. Die Landesregierung schafft den landespolitischen Rahmen, damit dies auch in den folgenden Jahren so bleibt: Der Landesentwicklungsplan Wind tritt zeitnah in Kraft, damit erhält die nächste Flächenkulisse ihr Fundament. Ende dieses Jahres will die Landesregierung die Regionalpläne fertigstellen und somit die nötige Planungssicherheit für den weiteren Zubau gewährleisten. Doch die ausbleibenden Reformen durch die Bundesregierung sorgen für massive Verunsicherung und trüben den Blick in die Zukunft.“

Schon im vergangenen Sommer kündigte die Bundesregierung wichtige Gesetzespakete an. Daher sei man sicher gewesen, die neuesten Entwürfe beim Windbranchentag diskutieren zu können. „Die Branche wartet dringend auf zentrale Weichenstellungen beim künftigen Förderregime sowie auf Möglichkeiten, die vorhandene Netzinfrastruktur flexibler und damit vollumfänglicher nutzen zu können. Der Koalitionsausschuss auf Bundesebene bekannte sich am Montag zum weiteren Ausbau der erneuerbaren Energien. Doch die bisher bekannten Pläne aus dem BMWE bewirken das Gegenteil: Sie drohen den Ausbau der Erneuerbaren auszubremsen und stattdessen Deutschlands Abhängigkeit von fossilen Importen über Jahre hinaus zu zementieren. Das war schon vor der aktuellen Krise ein fahrlässiger Kurs. Obwohl wir innerhalb von vier Jahren die zweite, akute fossile Energiekrise erleben, will die Bundesregierung diesen sicherheits- und standortpolitischen Irrweg augenscheinlich fortsetzen, als sei nichts geschehen. Diese Haltung wirft Deutschland um Jahre zurück auf dem Weg zu einer modernen, klimaneutralen Industrienation.“

Hrach appelliert an den Bund: „Schleswig-Holstein zeigt seit Jahren, wie Fortschritt bei der Energiewende funktioniert. Der Bund muss sich endlich konsequent damit befassen, gezielt Flexibilitäten anzureizen und jede produzierte Kilowattstunde aus Erneuerbaren nutzbar zu machen. Die Branche hat über die Verbände in Bund und Ländern Vorschläge gemacht und steht für einen konstruktiven Dialog bereit. Um die Energiewende zum Erfolg zu führen und das gesamte Energiesystem auf Erneuerbare umzustellen, muss jetzt mit Weitblick gehandelt werden. Es reicht nicht aus, auf Sicht zu fahren und den Symptomen der fossilen Energiekrisen mit Einzelmaßnahmen zu begegnen. Durch Ausbau und Betrieb der Erneuerbaren haben wir bis heute schon in erheblichem Maße regionale Wertschöpfung erzeugt. Schleswig-Holstein hat damit für sich einen Standortvorteil geschaffen, der das Land für viele energieintensive Unternehmen attraktiv macht. Der Bund muss nun die Rahmenbedingungen schaffen, damit diese einen verlässlichen Investitionsrahmen vorfinden. Der aktuelle Schlingerkurs der Bundesregierung bei der Transformation bewirkt jedoch das Gegenteil.“

 

Über den LEE SH

Der Landesverband Erneuerbare Energien Schleswig-Holstein vertritt die Interessen des Bundesverbandes Windenergie e. V. als Landesvertretung in Schleswig-Holstein. Der LEE SH steht für die Vielfalt und gemeinsame Stärke der erneuerbaren-Energien-Branche. Als zentraler Ansprechpartner richtet sich der Verband an Politik und Gesellschaft und um die wirtschaftliche Bedeutung der erneuerbaren Energiewirtschaft im Norden zu unterstreichen. Zu den LEE SH-Mitgliedern gehören neben diversen Spartenverbänden auch über 180 Unternehmen, Verbände, Vereine und Einzelpersonen.
 

Ansprechpartnerin für die Medien:

Kristina Clemens, Pressesprecherin Wind, clemens@lee-sh.de, Tel: 0160 – 581 56 22, www.lee-sh.de

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