Bayern: Nur mit Windenergie lässt sich die drohende Stromlücke ...

Nur mit Windenergie lässt sich die drohende Stromlücke in Bayern nachhaltig schließen

Nur mit Windenergie lässt sich die drohende Stromlücke in Bayern nachhaltig schließen

BWE Bayern nimmt Stellung zu Söder-Kretschmann-Brief an Bundeskanzlerin Merkel

Der bayerische Landesverband des Bundesverbands WindEnergie (BWE) hat heute zu der aus
Politik und Wirtschaft geäußerten Befürchtung Stellung genommen, dass Bayern mit dem Ausstieg
aus der Atomenergie eine Strom- und Versorgungslücke drohe, die es zügig zu schließen
gelte.
So hatte zuletzt Ministerpräsident Markus Söder in einem gemeinsam mit dem badenwürttembergischen
Ministerpräsidenten Winfried Kretschmann formulierten und an die Bundeskanzlerin
adressierten Brief „auch für den Süden und die Länder Baden-Württemberg und
Bayern eine nachhaltige energiepolitische Perspektive“ gefordert. Söder warnt darin, – wie
auch der Verband der bayerischen Wirtschaft (VBW) – , dass mit dem Wegfall der Kernenergie
und der Kohleverstromung eine Versorgungslücke drohe.
Aus Sicht des BWE Bayern mahnt Söder deswegen zu Recht an, dass die im Koalitionsvertrag
vorgesehene regionale Steuerung bei den Erneuerbaren sowie der vorgesehene Mindestanteil
über alle Erzeugungsarten südlich des Netzengpasses zeitnah gesetzlich umgesetzt werden
müssten.
Richtig sei aber auch, so der BWE Bayern in seiner Stellungnahme, dass die Staatsregierung es
bislang selbst versäumt habe, ein überzeugendes Konzept für eine erneuerbare Energiewende
im Freistaat vorzulegen und den Anteil an regenerativen Energien in Bayern entsprechend ihrem
tatsächlichen Potenzial auszubauen. „Energiepolitisch hat also nicht nur der Bund Nachholbedarf“,
kritisiert der stellvertretende BWE-Landesvorsitzende Bernd Wust.
Insbesondere die Windenergie als – neben der Photovoltaik – größter und wichtigster Baustein
einer CO2-freien Stromversorgung ist mit Einführung der 10H-Regelung seit 2014 systematisch
zurückgefahren worden – bis heute auf nahezu Null. Hätte man stattdessen die Entwicklung
der Jahre 2013 und 2014 fortgesetzt, würde man in Bayern bereits im Jahr 2022 jährlich rund 7
Terrawattstunden zusätzlichen Windstrom erzeugen. Dies entspricht einem Drittel der Jahresproduktion
der beiden Atomkraftwerke, die Ende 2021 (Gundremmingen C) und Ende 2022
(ISAR 2) endgültig vom Netz gehen.
Die von Söder nun geforderten Gaskraftwerke können nach Meinung des BWE Bayern hingegen
nicht mehr als eine Übergangstechnologie sein. Langfristig würden sie nicht für eine klimafreundliche
CO2-freie Stromerzeugung taugen und Bayern von Gasimporten abhängig machen.
„Preislich sind neue Gaskraftwerke mit Gestehungskosten von 8 bis 10 Cent/kWh gegenüber
modernen Windenergieanlagen auch in Bayern nicht konkurrenzfähig“, rechnet Wust vor,
„erst recht nicht bei weiter steigenden CO2-Preisen.“ Eine adäquate CO2-Bepreisung sei jedoch
klimapolitisch unausweichlich.
In einem aktuellen Maßnahmenpapier, das der BWE Bayern für den von Staatsminister Aiwanger
initiierten Energiegipfel erarbeitet hat, sieht der Branchenverband den Bedarf an einem
jährlichen Windenergie-Zubau bis 2030 im Bereich von 1,2 – 1,3 Gigawatt Leistung im Süden
Deutschlands, um den nationalen Energie- und Klimazielen gerecht zu werden.
„Auf Basis der aktuellen Anlagentechnologie entspricht dies für Bayern einem Zubau von landesweit
bis zu 140 Windenergieanlagen pro Jahr beziehungsweise von gerade einmal 2 Windenergieanlagen
pro Landkreis und Jahr“, erläutert Wust. Wenn Bayern diese Flächen nicht bereitstelle,
werde der geforderte Mindestanteil an Windausbau im Süden verpuffen. „Und ohne
diesen Ausbau der Windkraft wird eine preiswerte, klimaverträgliche und sichere Energie
versorgung Bayerns künftig nicht möglich sein.“, heißt es in der BWE-Stellungnahme abschließend.

Cookie Einwilligung