Bayern: Energiewende gelingt nur mit mehr Windenergie in Süddeu...

Energiewende gelingt nur mit mehr Windenergie in Süddeutschland!

Energiewende gelingt nur mit mehr Windenergie in Süddeutschland!

BNetzA-Ausschreibungen für Windenergie an Land massiv überzeichnet. Verbände fordern eigene Ausschreibungsrunden für süddeutsche Projekte, um deren Mehrwert für das Energiesystem voll zu entfalten, den Genehmigungsstau aufzulösen und die bayerischen Ausbauziele zu erreichen.

Die Bundesregierung richtet ihren Fokus in der Energiepolitik auf Bezahlbarkeit, doch die Menschen fordern auf den Großdemos der vergangenen Tage auch Resilienz und Klimaschutz. Zu allen drei Zielen leistet der Windenergieausbau in Süddeutschland einen elementaren Beitrag: Durch bessere Auslastung der vorhandenen Netze können Redispatchkosten in Höhe von rund 1,8 Mrd. Euro eingespart werden[1]. Erneuerbare Energien reduzieren die Abhängigkeit von fossilen Energieimporten und leisten einen echten Beitrag zum Klimaschutz. Dafür brauchen die bayerischen Windenergieprojekte einen Zuschlag in den Ausschreibungsrunden der BNetzA, die zuletzt mehr als 2,5-fach überzeichnet waren. In einem Appell fordern bayerische Wirtschafts-, und Branchenverbände ein Sonderausschreibungssegment für den Süden.

In ihrem gemeinsamen Schreiben fordern die bayerischen Verbände konkret, in Sonderausschreibungen für Windenergie ein Volumen von 10 GW für die südlichen Bundesländer zur Verfügung zu stellen – 6 GW bis Ende 2027 und 4 GW in 2028. Das entspricht ca. 1.500 Windenergieanlagen. Dieselbe Forderung stützt ein paralleles Bündnis auch aus Baden-Württemberg.

„Durch den Windenergieausbau in Süddeutschland, der so auch im Netzentwicklungsplan vorgesehen ist und dem Ziel der Staatsregierung von 1000 neuen Windenergieanlagen bis 2030 entspricht, werden Redispatchkosten in Milliardenhöhe eingespart. Aus Sicht der bayerischen Windbranche entspricht dieser breit getragene Appell deswegen genau unseren Forderungen“, so Dr. Bernd Wust, Landesvorsitzender des BWE Bayern, „Windenergie in Bayern ist gut für das gesamte deutsche Stromsystem: Klimaschutz, Unabhängigkeit, Kosteneffizienz. Bayern kann und wird seinen Beitrag leisten. In den massiv überzeichneten Ausschreibungsrunden der BNetzA erhalten süddeutsche Projekte jedoch immer seltener einen Zuschlag. Zuletzt nur ein einziger Windpark im Freistaat. Hier brauchen wir dringend die geforderten Sonderausschreibungssegmente, um schnell alle Vorteile des Windenergieausbaus in Süddeutschland abrufen zu können“.

Außerdem erwarten die Verbände, dass die im Bundesrat auf Initiative des bayerischen Wirtschaftsministers von den Ländern geforderte Sonderausschreibung in Höhe von 5 GW in 2026 umgesetzt wird und die Resilienzausschreibungen (NZIA) zusätzlich zu den im EEG verankerten Ausschreibungsmengen kommen. „Daneben bestehen aus Sicht der deutschen Windbranche weitere dringende Handlungsbedarfe für die Energiewende insgesamt“, so Wust weiter, „Ausbau und Digitalisierung der Netze, Flexibilisierung und Speicherhochlauf, Aufbau einer Wasserstoffinfrastruktur sowie Freiheit vor dem Netzverknüpfungspunkt und damit Business Cases außerhalb des Förderregimes müssen weiter vorangebracht werden“.

Die Energiewende muss ambitioniert umgesetzt werden. Das fordern in den letzten Tagen und Wochen Zehntausende Menschen u.a. auf Großdemonstrationen in Berlin, Hamburg, Köln und München. Auf die Straße getrieben haben sie die wachsenden und immer schneller aufeinanderfolgenden globalen Krisen, wie Kriege, Naturkatastrophen. Die erneuerbaren Energien mit dem Leistungsträger Windenergie geben eine Antwort, indem sie den Dreiklang aus Verfügbarkeit, Kosten und Klimaschutz im Stromsektor sichern und nebenbei die Einhaltung der eigenen sowie der europäischen Klimaneutralitätsziele ermöglichen.

 

Der entsprechende Appell aus Bayern findet sich auf der Seite des LEE Bayern.

Die gleichlautende Initiative aus Baden-Württemberg hier.

 


[1] Forschungsstelle für Energiewirtschaft e.V. (2026): Potenzial zur Einsparung Redispatch durch Windenergie im Süden. Seite 5

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