Einspeisemanagement

Einspeisemanagement

Beim Einspeisemanagement (EinsMan) werden Windenergieanlagen unter bestimmten Voraussetzungen bei Netzüberlastung vom Netzbetreiber heruntergeregelt oder abgeschaltet. Nach EEG  werden Betreiber finanziell für die Regelung ihrer Anlagen entschädigt.

Im Rahmen des EEGs ist das Einspeisemanagement (EinsMan) nach wie vor von großer Bedeutung. Netzbetreiber sind nach EEG 2017 § 14 verpflichtet, die Anlagenbetreiber spätestens am Vortag, ansonsten unverzüglich über zu erwartenden Zeitpunkt, Umfang und Dauer der Regelung zu unterrichten. Wichtig ist, dass der Vorrang für Strom aus Erneuerbaren Energien gewahrt bleibt (ebenso für Strom aus Grubengas und Kraft-Wärme-Kopplung), soweit aus Gründen der Systemsicherheit nicht sonstige Anlagen am Netz bleiben müssen. Betreiber von Regenerativanlagen, die trotzdem gedrosselt werden, erhalten eine finanzielle Kompensation nach der Härtefallregelung in § 15 des Gesetzes. Gemäß der Härtefallregelung im EEG 2017 sind vom EinsMan betroffene Betreiber von neuen Anlagen (Inbetriebnahme 1.1.2012) für 95% der entgangenen Einnahmen zu entschädigen (vor 2012 galt die Entschädigung in vollem Umfang). Ab mehr als 1% der entgangenen Einnahmen pro Jahr erhalten die Anlagenbetreiber 100% Entschädigung. Die Kosten dafür können die Netzbetreiber auf die Netzentgelte umlegen, aber nur, wenn sie alle Maßnahmen zur Erhöhung der Netzkapazität ausgeschöpft haben.

Im Jahr 2016 wurden insgesamt 3.743 GWh EEG- und KWK-Anlagen (2015: 4.722 GWh) abgeregelt, dies entspricht geschätzten Entschädigungsansprüchen von 373 Mio. €. Mit 94 Prozent der Ausfallarbeit und 86 Prozent der Entschädigungsansprüche werden Windenergieanlagen (onshore) am häufigsten abgeregelt. Quelle: BNetzA: 4. Quartalsbericht 2016 zu Netz- und Systemsicherheitsmaßnahmen, Viertes Quartal 2016 sowie Gesamtjahresbetrachtung 2016 (29. Mai 2017)

Ohne einen beschleunigten Netzausbau dürfte diese Problematik in der Zukunft deutlich zunehmen. Das Einspeisemanagement schränkt die Einspeisung des Erneuerbaren Energien-Stroms ein und stellt allenfalls eine kurzfristige Übergangslösung dar. Langfristiges Ziel ist die Systemtransformation und der erforderliche Netzausbau, um die Abnahme einer größtmöglichen Menge Strom aus Erneuerbaren Energien zu gewährleisten.

Tags: Netze, Netzintegration



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    Quelle: www.wind-energie.de/themen/netze/einspeisemanagement