Telemetrieprojekt | BWE e.V.
Telemetrieprojekt

Kooperation BWE und LIFE-EUROKITE zur windkraftbezogenen Auswertung von Telemetriedaten des Rotmilans

Als maßgebliches Hemmnis beim Ausbau der Windenergie an Land hat sich innerhalb der letzten Jahre der restriktive Umgang mit den Verbotstatbeständen des § 44 Abs. 1 Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) herausgestellt.

Der Umstand, dass Individuen einzelner Vogelarten, insbesondere des Rotmilans (Milvus milvus) an Windenergieanlagen (WEA) kollidieren können, führt dazu, dass ein erhöhtes Risiko für ein solches Ereignis regelmäßig angenommen wird, allein wenn ein Brutplatz der zu betrachtenden Art innerhalb eines bestimmten Radius zu einem geplanten Projekt liegt (Horstbezug). Für diese auch von den Vogelschutzorganisationen als seltene Ereignisse definierten Kollisionen wird oftmals ein signifikanter Einfluss auf die Populationsentwicklung der Art postuliert (Populationsbezug).

Bisherige Publikationen zum Thema basieren auf meist sehr kleinen Stichproben und sind wissenschaftlich häufig nicht unabhängig veröffentlicht worden.

Das von der EU geförderte LIFE-EUROKITE Projekt befasst sich auf Basis einheitlicher und transparenter Erfassungs- und Bewertungsmethoden unter anderem mit den Mortalitätsursachen des Rotmilans. Der daraus entstandene Datensatz ist in Umfang und Genauigkeit weltweit einmalig! Aus dem LIFE- EUROKITE Projekt stehen zurzeit (Stand November 2022) Daten von etwa 2.000 besenderten Rotmilanen zur Verfügung (siehe EUROKITE Website). Einen maßgeblichen Anteil dieser Stichprobe stellen Brutvögel aus Deutschland, was eine Auswertung von landesspezifischen Fragestellungen ermöglicht, die über alle bisherigen Analysen weit hinausgeht.

Vorläufige Ergebnisse des Projekts wurden bereits in einem Bericht der ZDF-Sendung „Frontal“ vom 22.02.2022 vorgestellt. Diese Daten lassen den Schluss zu, dass es sich bei der Windenergie um eine nachrangige Todesursache handelt.
  

Sponsoringaufruf zur Projektunterstützung

Der BWE sieht in dieser Datengrundlage die Chance, zeitnah einen umfassenden Beitrag zur stark auf die Windenergie fokussierten Debatte, um die Mortalität des Rotmilans leisten zu können und möchte deshalb die Auswertung spezifisch zur Beantwortung für uns relevanter Fragestellungen beauftragen, weswegen er Sie um finanzielle Unterstützung für die folgenden vier wissenschaftlichen Publikationen bittet!

  • Erstellung eines allgemeinen Protokolls zur Auswertung von Mortalitätsursachen
  • Mortalitätsursachen des Rotmilans
  • Kollisionsrisiko im Umfeld von Rotmilanhorsten (Horstbezug)
  • Charakteristik des Flugverhaltens von Rotmilanen in Windparks


Das Projekt hat einen finanziellen Umfang von rund 650.000 Euro.

Zur Umsetzung des Projektes bitten wir Sie deshalb um eine verbindliche Zusage für die Beteiligung an der Finanzierung (siehe Teilnahmeerklärung). Eine Finanzierung ist durch über zwei Jahre möglich. Wir bitten dabei um einen jährlichen Mindestbeitrag von 5.000 € pro Spender*in bzw. bei einer Einmalzahlung entsprechend um einen Mindestbeitrag von 10.000 € pro Spender*in.

Der BWE ist davon überzeugt, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse, die in diesem Projekt in großem und belastbarem Umfang gewonnen werden können, maßgeblich zu einer Neubewertung des vermeintlichen Zielkonflikts zwischen Rotmilanschutz und Windkraftnutzung beitragen und die Diskussion damit verstärkt auf die Sachebene verlagert wird. Dabei erhoffen wir uns und werden uns auch dafür einsetzen, dass insbesondere die Einsichten zum Thema des Horstbezugs sowie des Verhaltens von Rotmilanen in Windparks bereits zeitnah Eingang in die Bewertung etwaiger Tötungsrisiken im Rahmen der Projektplanung finden.

Lukas Schnürpel

Ansprechpartner

Lukas Schnürpel

Fachreferent Planung/Genehmigung/Naturschutz

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