Bayern: Bayern knackt 1.000 MW-Marke bei Windgenehmigungen

Bayern knackt 1.000 MW-Marke bei Windgenehmigungen

Bayern knackt 1.000 MW-Marke bei Windgenehmigungen

Bundesverband WindEnergie e.V. und Fachagentur Windenergie und Solar e.V. veröffentlichen heute ihre Ausbauzahlen für die Windenergie (onshore) in Deutschland. Dabei war 2025 nach 2017 das zweitstärkste Zubaujahr in der Historie der Windenergie in Deutschland. In Bayern blickt man zweigeteilt auf die Entwicklung. Zwar wurden erstmalig Windräder im viertstelligen Megawatt-Bereich (1.261) genehmigt. Gleichzeitig bleiben die Inbetriebnahmezahlen weiterhin zu niedrig.


Bayern auf Wachstumspfad: Nach den für die Windenergie politisch herausfordernden Jahre zeichnete sich während der vergangenen fünf Jahre ein Aufwärtstrend ab. Dieser erreichte seinen Höhepunkt im letzten Jahr, als in Bayern mit 1.261 MW Leistung so viele Windenergieanlagen wie noch nie zuvor genehmigt wurden. Bereits in der ersten Jahreshälfte wurden damit mehr Genehmigungen erteilt (599 MW) als im gesamten Vorjahr (559 MW). Als Ursache für diese Entwicklung nennt der bayerische Windverband die bundesrechtlichen Vorgaben für Flä-chenziele, die noch auf die Ampel-Regierung zurückgehen. Auf der anderen Seite hat auch der bayerische Gesetzgeber einige Hemmnisse beseitigt und damit Genehmigungsverfahren beschleunigt. Mit durchschnittlich 10,3 Monaten sind die Genehmigungsverfahren in Bayern bundesweit am schnellsten.


„Auf dieses historische Ergebnis in der Genehmigungsentwicklung dürfen die Windenergiebranche und alle Beteiligten stolz sein“, lobt Dr. Bernd Wust, Landesvorsitzender im bayerischen Windverband. Gleichzeitig weist er darauf hin, dass die Lücke bei der Windstromproduktion aus den vergangenen 10 Jahren mit nur 17 neu in Betrieb genommenen Anlagen in 2025 noch längst nicht geschlossen ist. Damit die jetzt neu genehmigten WEA auch realisiert werden können, müssen die Anlagen auch Zuschläge in den Ausschreibungen der Bundesnetzagentur erhalten. Die letzte Ausschreibungsrunde war jedoch mehr als doppelt überzeichnet, auch viele bayerische Projekte sind leer ausgegangen. Im Zuge der anstehenden EEG-Novelle muss deswegen sichergestellt werden, dass Windenergieanlagen im süddeutschen Raum jetzt auch zum Zuge kommen, um die Windstromlücke zu schließen „Es ist daher wichtig, dass wir nicht nur Genehmigungen und Inbetriebnahmen anschauen, sondern auch die förderrechtlichen Mechanismen, wie eben die BNetzA-Ausschreibungen, im Blick haben“, so Wust. Diese Werkzeuge müssten regelmäßig an die Realitäten und der Bedürfnisse der Branche angeglichen werden, um eine Verstetigung des Ausbaus sicherzustellen und strukturelle Nachteile im Süden auszugleichen.


Der Anstieg der positiven Genehmigungszahlen in Bayern relativiert sich allerdings im Bundesvergleich, denn hier rangiert der Freistaat immer noch auf den hinteren Plätzen. So wurden im Referenzjahr 2025 in Nordrhein-Westfalen beispielsweise 5.942 MW genehmigt, und sogar Rheinland-Pfalz lag mit 1.386 MW vor Bayern.


Auch im Abgleich mit den EEG-Ausbauzielen zeigen sich noch ein Ausbaurückstand. Von der an-visierten Gesamtleistung von 69 GW im Jahr 2025 wurden durch den aktuellen Zubau allerdings nur 63,5 GW erreicht. Für diese Zielwerte sind alle Länder gefragt. „Bayern darf die Stromver-sorgerrolle nicht weiterhin den anderen zuschieben. Wir müssen an dem Erfolgsjahr 2025 bei den Genehmigungen anknüpfen und in 2026 auch den tatsächlichen den Windausbau entschie-den vorantreiben“, resümiert Wust. Im gemeinsamen Zusammenspiel aus Branche, Politik und Verwaltung würde dies durchaus gelingen, ist man sich im Windverband sicher.


Die Zahlen entstammen einer Veröffentlichung der Fachagentur Wind und Solar e.V. vom 15.01.2026, die vom Bundesverband WindEnergie e.V. und VDMA Power Systems in Auftrag gegeben wurde. Sie können die Veröffentlichung hier aufrufen.

 

Ihre Ansprechperson:

Annika Rulfs, 0175/1244969, a.rulfs@lee-bayern.de 
 

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