Mecklenburg-Vorpommern

Aktueller Status:

Mit einem Windenergie-Anteil von über 40 Prozent am Bruttostromverbrauch platziert sich Mecklenburg-Vorpommern in der Spitzengruppe der deutschen Bundesländer. Nach den sehr erfolgreichen Jahren 2013 und 2014 war die Zubaurate in 2015 rückläufig (193 MW), stieg aber in 2016 wieder leicht an (217 MW). Bei 71 Einwohnern pro Quadratkilometer ist Mecklenburg-Vorpommern das am dünnsten besiedelte Bundesland, doch mit etwa 2.000 Kilometern Küstenlänge und einem reich gegliederten Binnenland hat es hervorragende Windverhältnisse für On- und Offshore Programme. Die installierte Windenergieleistung der mittlerweile 1.844 WEA (Windenergieanlagen) ist zum Jahresende 2016 auf 3.091 MW (Megawatt) angestiegen. Es ist nicht unwahrscheinlich, dass Mecklenburg-Vorpommern sein in der aktuellen Energiestrategie formuliertes Ziel von 4.100 MW bis 2020 erreichen kann. Nach dem Bau des ersten kommerziellen Offshore-Windparks in der deutschen Ostsee – EnBW Baltic 1 mit 21 Windenergieanlagen (Gesamtleistung 48,3 MW) entstand mit EnBW Baltic 2 der zweite Offshore-Windpark vor der Küste Mecklenburg-Vorpommerns. Mit 80 Windenergieanlagen und einer Gesamtleistung von 288 MW  und einem jährlichen Ertrag von rund 1,2 Milliarden kWh kann EnBW Baltic 2 rund 340.000 Haushalte im Jahr versorgen.

Energiepolitische Herausforderungen:

Planer und Vorhabenträger stehen im Bundesland vor mehreren Herausforderungen. Zum einen hat der Landtag im Jahr 2016 das Bürger- und Gemeindebeteiligungsgesetz beschlossen, um so die Akzeptanz für den weiteren Ausbau zu stärken. Ganz klar: Die Wertschöpfung der Windenergie vermehrt in den Regionen zu behalten, ist eine sinnvolle Möglichkeit zur Identifikation mit Projekten. Unumstritten ist das Gesetz, das Investoren verpflichtet, Anwohner und anliegende Gemeinden an Windparks zu beteiligen, jedoch nicht. Denn einerseits ist Bürgerbeteiligung in Mecklenburg-Vorpommern bereits gelebte Praxis durch freiwillige Angebote und Partizipation. Andererseits scheitert eine finanzielle Beteiligung nicht selten an der monetären Leistungsfähigkeit der Menschen vor Ort.

Zum anderen bestehen weitere Einschränkungen durch die Anfang 2017 erlassene Netzausbaugebietsverordnung. Wegen fehlender Kapazitäten der Stromnetze (und gleichzeitig bestehender Überkapazitäten konventioneller Energie) sollen fortan pro Jahr maximal 902 Megawatt Windleistung neu entstehen dürfen – und das in ganz Norddeutschland. Infolge bleibt das große in Mecklenburg-Vorpommern bestehende Windenergiepotenzial ungenutzt. Es steht zu befürchten, dass gerade kleinere Planer und Bürgerprojekte, die bei einem Ausschreibungsmodell voraussichtlich ohnehin benachteiligt sind, besonders unter den neuen gesetzlichen Rahmenbedingungen zu leiden haben werden.

Potenziale:

Würden zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie freigegeben, ließe sich die installierte Leistung problemlos auf 4.500 MW steigern. Die Potenziale für das Repowering steigen, da knapp die Hälfte der Anlagen älter als zehn Jahre ist. Diese Anlagen verfügen im Schnitt über 640 kW (Kilowatt) Nennleistung. Sie gegen neue effiziente Anlagen auszutauschen, könnte das Land weiter voranbringen und der Bauwirtschaft und vielen Kommunen im strukturschwachen Bundesland neuen Rücken­wind geben. Gleichzeitig engagieren sich Mitglieder des Verbandes in der Förderung neuer Technologien, um überschüssigen Windstrom zu speichern. Damit leisten Akteure aus Mecklenburg-Vorpommern eine wichtige Pionierarbeit auf dem Weg in das neue Energiezeitalter, welches das Land von unsicheren Energieimporten unabhängig macht. Mecklenburg-Vorpommern könnte allein durch Windenergie zum wichtigen Stromexporteur werden. Damit trägt der Nordosten zum Wohlstand der gesamten deutschen Volkswirtschaft bei und schafft sich zugleich ein weiteres wichtiges Standbein, um das Land für Menschen und Unternehmen noch attraktiver zu machen.

Statistische Daten:

1.844

Windenergie­anlagen

7.520

Arbeitsplätze
(2015)

3.091

Installierte Leistung in MW

6.109 GWh (Stromerzeugung aus Windenergie, 2015)
43,9% (Anteil der Windstromerzeugung an Bruttostromerzeugung, 2015)
23.211,05 (Landesfläche in km²)
1.612.362 (Einwohnerzahl)



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Quelle: www.wind-energie.de/verband/landes-und-regionalverbaende/mecklenburg-vorpommern