Weltweit

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Die Stromerzeugung aus Windenergie wächst weltweit. Erreichte die neu installierte Leistung im Jahr 2009 noch mit 38,6 GW (1 GW = 1000 MW) einen Rekordwert, betrug diese im Jahr 2015 bereits 63 GW und knackte damit zum ersten Mal die Marke von 60 GW Zubau. Ein Großteil der Neuinstallationen erfolgt seit 2010 außerhalb der OECD-Staaten.

Die größten Märkte befinden sich derzeit in Asien, Europa und Nordamerika. Insbesondere China sticht hervor mit einem Jahreszubau von circa 30,8 GW in 2015 und erwarteten Installationszahlen von jährlich circa 20 GW bis 2030. Laut des Global Wind Energy Councils (GWEC) betrug die kumulierte weltweit installierte Leistung Ende 2015 432,9 GW. Die Länder mit der größten insgesamt installierten Leistung waren China, die USA und Deutschland, gefolgt von Indien, Spanien, Großbritannien, Kanada und Frankreich.

Mit einem Marktanteil von 20% (40% ausgenommen des nach wie vor für ausländische Unternehmen beschränkt zugänglichen chinesischen Marktes) nehmen deutsche Hersteller und Zulieferer eine Spitzenstellung in den globalen Windmärkten ein. Nur in wenigen Ländern sind technisches Know-how und Erfahrungswerte in so hohem Maße verfügbar wie in Deutschland. Systeme und Komponenten „made in Germany“ sind daher weltweit beliebt, so dass gegenwärtig 65 bis 70 Prozent der Produktion deutscher Windenergieanlagenhersteller für den Export bestimmt sind. Ebenso gefragt ist die Expertise deutscher Betreiber und Dienstleister – vom Projektierer über den Windgutachter bis hin zum Wartungsnehmer. Durch jahrelange Erfahrung im Betrieb sowie gezielte Forschungs- und Entwicklungsarbeit konnten die Herstellungs- und Betriebskosten von Windenergieanlagen erheblich gesenkt und ihre Lebensdauer verlängert werden. So stellt die Windkraft heute eine sichere, emissionsneutrale und gleichzeitig eine der kostengünstigsten Optionen der Energieversorgung dar, die auch für Schwellen- und Entwicklungsländer erschwinglich ist und dort eine dezentrale Versorgung ermöglicht.

Mit seinem weltweit bislang einzigartigen Energiewendekonzept des gleichzeitigen Ausstiegs aus Atomkraft und Kohleverstromung und der vollständigen Umstellung auf erneuerbare Energiequellen ist Deutschland zu einem Schaufenster der Energiesystemtransformation geworden. Der Windenergie kommt in der deutschen Energiewende eine essentielle Rolle zu, ihr Potenzial haben mittlerweile auch andere Länder auf der Welt erkannt. Diesen dient Deutschland häufig als positives Beispiel und erfolgreiche Instrumente der deutschen Energiewende zur Förderung des Windkraftausbaus finden Anwendung auch in Staaten wie Vietnam oder Iran.

Windenergie- und Entwicklungsdialog (WEED)

Der BWE begleitet den Prozess des gegenseitigen Lernens bei der Entwicklung von Windenergie an Land mit dem Windenergie- und Entwicklungsdialog (WEED) in Berlin. Unterstützt von den Bundesministerien für Entwicklungszusammenarbeit und für Wirtschaft und Energie bringt der BWE seit 2005 jedes Jahr in Zusammenarbeit mit VDMA Power Systems und der GIZ wirtschaftliche und politische Entscheidungsträger, aber auch Vertreter der Zivilgesellschaft aus Schwellen- und Entwicklungsländern und Deutschland zusammen, um im Rahmen der Dialogveranstaltung Möglichkeiten und Erfahrungen auszutauschen sowie Einschätzungen hinsichtlich der Chancen und Hindernisse des Windenergieausbaus zu diskutieren.
Den Bedürfnissen der deutschen Windbranche bei der Erschließung neuer Märkte verleiht der BWE in seiner Funktion als Mitglied des Strategiebeirats der Exportinitiative Erneuerbare Energien und Energieeffizienz des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) eine Stimme. Darüber hinaus arbeitet der BWE eng mit seinen europäischen (WindEurope, EREF) und internationalen Dachverbänden (GWEC, WWEA) zusammen.

Weltweiter Aufwind – nach Paris

Der Klimavertrag von Paris vom November 2015 gibt der Windkraft weltweit neuen Auftrieb. Denn nur mit dem Umstellen der Energieversorgung von Öl, Kohle und Gas auf erneuerbare Energieträger lassen sich das 2°- bzw. 1,5°-Ziel einhalten. Laut GWEC-Generalsekretär Steve Sawyer, verlangt der Pariser Vertrag einen Ausstieg aus fossilen Energieträgern bis spätestens 2050, wenn das Ziel von maximal 2°C-Temperaturanstieg zum vorindustriellem Wert eigehalten werden soll.

In den nationalen Plänen eines Großteils der Länder, die das Pariser Abkommen ratifiziert haben, wurde der kostengünstigen Windenergie eine wichtige Rolle zugedacht und somit ambitionierte Ausbauziele gesetzt. Die neue Dynamik auf internationaler Ebene hat in mehrfacher Hinsicht Konsequenzen für die EU und Deutschland. Zum einen erfordern hohe Ambitionen in anderen Ländern das aktive Vorantreiben des Windausbaus im europäischen und deutschen Heimmarkt sowie der Forschung und Entwicklung, um auch weiterhin führend im globalen Wettbewerb zu bleiben. Zum anderen sind seitens der EU und Deutschland weitere Maßnahmen für einen effektiven und effizienten Ausbau der Erneuerbaren Energien in den Sektoren Strom, Wärme und Verkehr dringend nötig, um die europäischen und deutschen Zielsetzungen zu erreichen. Deutschland schafft mit den bisherigen Maßnahmen bis 2050 eine Reduktion der Treibhausgase um lediglich 58% im Vergleich zu 1990, nicht die erforderlichen 95%. Es bleibt daher auch für den Vorreiter Deutschland noch viel zu tun, für eine erfolgreiche Energiewende, die weltweit überzeugen kann.

Tags: Export, Internationales, Statistik



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Quelle: www.wind-energie.de/themen/weltweit