Ausschreibungen
Ein Markt für Erneuerbare Energien

Ausschreibungen

Durch das EEG 2017 kam es zu einem Paradigmenwechsel in der Förderung der Erneuerbaren Energien. Seither werden die Fördermengen über Ausschreibungen ermittelt. Auf dieser Seite finden Sie eine generelle Einführung in die Funktionsweise der Ausschreibungssystematik. Zudem bietet der BWE auf dieser Seite aufgearbeitete Analysen zu den Ergebnissen der Ausschreibungsrunden.

Das Ausschreibungsverfahren

Das Ausschreibungsverfahren wird von der Bundesnetzagentur (BNetzA) durchgeführt. Um daran teilnehmen zu dürfen, müssen Anlagenbetreiber bestimmte materielle und finanzielle Voraussetzungen erfüllen, wobei es Sonderregelungen für Bürgerenergiegesellschaften gibt. Materiell ist u.a. eine Genehmigung nach dem Bundes-Immissionsschutzgesetz erforderlich. In finanzieller Hinsicht muss der Bieter eine Sicherheit in Form einer Bankbürgschaft oder Zahlung eines Geldbetrages zum Gebotstermin erbringen.

Geboten wird auf einen sogenannten „100 %-Standort“, d.h. auf einen gesetzlich definierten Referenzstandort mit mittlerer Windgeschwindigkeit. Der Bieter muss einen Gebotswert in Cent pro Kilowattstunde angeben. Es gilt ein gesetzlich festgelegter Höchstpreis, der von der BNetzA angepasst werden kann. Diese öffnet nach dem Gebotstermin die bei ihr eingegangenen Gebote und prüft die materiellen und finanziellen Voraussetzungen und weiteren Formalien. Unter den zulässigen Geboten erteilt sie grundsätzlich den niedrigsten Geboten den Zuschlag. Bei Windenergie an Land entspricht der Zuschlagswert dem Gebotswert, sodass jeder Bieter den Preis erhält, den er bietet („pay as bid“). Ausgenommen davon sind wiederum Bürgerenergiegesellschaften, die den in der jeweiligen Ausschreibungsrunde höchsten Zuschlagswert erhalten. Die Zuschläge gibt die BNetzA auf ihrer Internetseite bekannt, damit ist das Ausschreibungsverfahren beendet. Die bezuschlagten Projekte müssen nun innerhalb von 24 Monaten in Betrieb genommen werden. Andernfalls fallen schrittweise Strafzahlungen an, bis der Zuschlag nach 30 Monaten vollständig erlischt.

Sabine Schmedding

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Sabine Schmedding

Fachreferentin Politik

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Termine und Volumen

Von 2017 bis einschließlich 2019 werden pro Kalenderjahr 2.800 MW und ab 2020 2.900 MW zu installierender Leistung ausgeschrieben, verteilt auf mehrere Runden.

Die Ausschreibungsmengen reduzieren sich um die Fördermengen von Pilotwindenergieanlagen des vorangegangenen Kalenderjahres, um die Strommengen in grenzüberschreitenden Ausschreibungsverfahren bei Windenergieanlagen an Land und um bezuschlagte installierte Leistungen aus sogenannten „technologieneutralen Ausschreibungen“. Das Ausschreibungsvolumen erhöht sich um die Mengen, für die in dem jeweils vorangegangenen Kalenderjahr keine Zuschläge erteilt wurden. Um Engpässen im Übertragungsnetz zu begegnen, hat die BNetzA ein Netzausbaugebiet definiert, zu dem der nördliche Teil Niedersachsens, Bremen, Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern zählen. Gebote werden dort nur bis zu einer jährlichen Gesamtsumme von 902 MW bezuschlagt.

Der BWE setzt sich für deutlich höhere Ausschreibungsmengen ein, um den erfolgreichen Ausbaupfad der vergangenen Jahre fortzuschreiben, den zu erwartenden Rückbau von Windenergieanlagen ab 2021 zu kompensieren und die Klimaschutzziele zu erreichen.

Das einstufige Referenzertragsmodell

Bei Windenergieanlagen an Land, deren Förderhöhe durch das Ausschreibungsverfahren ermittelt wird, gilt seit 2017 das sogenannte einstufige Referenzertragsmodell. Hierbei wird der Zuschlagswert um einen Korrekturfaktor ergänzt, der von der Windhöffigkeit des jeweiligen Standorts abhängt. Das heißt, je besser die Standortgüte desto geringer die Marktprämie – und umgekehrt. Anders als nach dem zuvor gültigen zweistufigen Referenzertragsmodell ergibt sich damit über die gesetzliche Förderdauer von 20 Jahren eine gleichbleibende Förderhöhe. Anlagen bis 750 kW sind von Ausschreibungen ausgenommen. Ihre Vergütungshöhe richtet sich ab dem Jahr 2019 nach den höchsten noch bezuschlagten Geboten aus dem Vorvorjahr ihrer Inbetriebnahme.

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