Naturschutz

Naturschutz

Angesichts des anthropogen verursachten Klimawandels sind die Erneuerbaren Energien ein wesentliches Standbein für die Umsetzung der Klimaschutzziele. Eine zügige Energiewende trägt wesentlich zum Natur- und Artenschutz bei.

Wie alle Bauprojekte stellen auch Windenergieanlagen einen Eingriff in die Natur und Landschaft dar. Bei der Planung gelten daher strenge Gesetze, um insbesondere auch den Schutz bestimmter Vogel- und Fledermausarten, zu gewährleisten. Durch die über zwanzigjährige Erfahrung der Branche und die inzwischen sehr umfangreiche Prüfung der Einflüsse von Windenergieanlagen auf ihre Umwelt werden in jedem Projekt in Abstimmung mit den örtlichen Naturschutzbehörden die Belange des Naturschutzes gewissenhaft bearbeitet.

Berücksichtigung von Vögeln und Fledermäusen bei der Planung

Bei der Wahl der Standorte für Windenergieanlagen bleiben strenggeschützte Naturschutzgebiete und bedeutende Vogelbrut- und –rastgebiete grundsätzlich außen vor. Im Laufe jedes Verfahrens zur Standortfindung und Genehmigung von Windenergieanlagen werden innerhalb der naturschutzrechtlichen Prüfungen die Auswirkungen auf die Lebensräume und Durchzugsgebiete von Vogel- und Fledermausarten beurteilt. Nahezu jedes Projekt wird heutzutage durch faunistische Untersuchungen begleitet. In den letzten Jahren ist ein stetiger Erkenntniszuwachs festzustellen, viele Wissenslücken hinsichtlich der Auswirkungen der Windenergie auf Vögel und Fledermäuse konnten geschlossen werden. Darüber hinaus wurden in verschiedenen Forschungsvorhaben konkrete Lösungsvorschläge, die der Vermeidung und zumindest der Verminderung von erheblichen Beeinträchtigungen dienlich sind, untersucht.

So werden lokale Fledermauspopulationen – insbesondere hochfliegende Arten wie der Abendsegler – in Planungs- und Genehmigungsverfahren berücksichtigt. Zumeist findet ein abgestimmter Betriebsalgorithmus Anwendung. Begleitende Monitoring-Untersuchungen können zur Anpassung der jeweiligen Schutzerfordernissen verhelfen.

Oft werden Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen zum Schutz von Vögeln und Fledermäusen während und nach der Bauphase von Windparks veranlasst. Das Repowering bietet zudem die Möglichkeit einer „Nachjustierung“ weniger geeigneter Standorte. Insgesamt lässt sich resümieren, dass Zusammenstöße mit Windenergieanlagen so selten sind, dass sie sich nicht auf den Bestand einzelner Vogelarten auswirken. Der Bundesverband WindEnergie vertritt grundsätzlich die Position, dass die Verhältnismäßigkeit zwischen naturschutzfachlichen Ansprüchen, der Zielsetzung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien und der tatsächlichen Gefährdung der betroffenen Arten gewahrt werden muss.

Windenergie auf See: In Einklang mit Natur und Schifffahrt

Bevor das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) Windparks auf See genehmigt, finden umfassende Umweltverträglichkeitsprüfungen statt. Dazu treiben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit die ökologische Begleitforschung voran. Diese untersucht die Auswirkungen von Offshore-Windparks auf die Meeresumwelt vor und während der Bauarbeiten sowie im Betrieb. Auch dazu dienen drei FINO-Forschungsplattformen, die den Vogelzug über der Nord- und Ostsee und den Einfluss der Fundamentarbeiten auf das vielfältige Leben am Meeresgrund erforschen. Neben dieser unabhängigen Begleitforschung müssen Projektierer von Offshore-Windparks eigene Umweltgutachten vorlegen. Unter anderem gilt es, die Populationen von Zug- und Rastvögeln, Meeressäugern, Fischen und das Artenvorkommen am Meeresgrund zu dokumentieren. Ziel des Monitorings ist es, Negativeffekte frühzeitig zu erkennen und durch erweiterte Umweltauflagen gegensteuern zu können. Erste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Auswirkungen auf Zugvögel und Meeressäuger geringer sind als befürchtet und sich durch gezielte Schutzmaßnahmen weiter minimieren lassen. Neben dem umfassenden Öko-Monitoring prüft das BSH im Zuge der Genehmigungsverfahren, inwieweit Offshore-Windparks mit den Interessen von Fischerei, Schifffahrt oder Militär in Einklang stehen.

Literatur zum Thema:

Das Spannungsfeld Windenergieanlagen – Naturschutz in Genehmigungs- und Gerichtsverfahren: Probleme (in) der Praxis, methodische Anforderungen, Lösungsansätze, E. Brandt 2015

Entwicklung von Methoden zur Untersuchung und Reduktion des Kollisionsrisikos von Fledermäusen an Onshore-Windenergieanlagen (Umwelt und Raum), Forschungsprojekt RENEBAT-I 2011

Tags: Naturschutz, Planung, Umwelt



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Quelle: www.wind-energie.de/themen/natur-und-umweltschutz/naturschutz