Wie das EEG funktioniert

Wie das EEG funktioniert

Umstellung des Fördersystems durch das EEG 2014

Mit Inkrafttreten des Erneuerbaren-Energien-Gesetzes (EEG) 2014 hat die Bundesregierung eine fundamentale Umstellung des Fördersystems für Erneuerbare-Energien-Technologien in Deutschland beschlossen. Laut der Umwelt- und Energiebeihilfeleitlinien der Europäischen Kommission ist Deutschland angehalten, spätestens ab dem 1. Januar 2017 für alle EE-Technologien Ausschreibungen durchzuführen. Die Regelung gilt jedoch nur, wenn Ausschreibungen nicht zu höheren Förderkosten, zu niedrigen Realisierungsraten oder zu einer eingeschränkten Akteurszahl führen. Zum Schutz der Akteure bieten die Leitlinien Handlungsmöglichkeiten, die aus Sicht des BWE genutzt werden sollten. Seit Anfang 2015 werden in einem Pilotvorhaben für Photovoltaik-Freiflächenanlagen erste Erfahrungen zum neuen Fördersystem gesammelt. Über die Abgabe konkurrierender Gebote bewerben sich Entwickler von PV-Freiflächenanlagen seither auf eine Förderung, anstatt eine gesetzlich festgelegte zu beziehen.

Eine staatlich festgelegte Einspeisevergütung gibt es seit dem 1.8.2014 nur noch für Anlagen bis 500 Kilowatt (kW) installierter Leistung. Diese Schwelle wird ab 2016 auf 100 kW herabgesetzt. Alle Betreiber von größeren Neuanlagen müssen jetzt ihren Strom selbst vermarkten. Dafür erhalten sie eine sogenannte "gleitende Marktprämie".

Die Förderhöhe über Ausschreibungen zu ermitteln, ist aus Sicht des Bundesverband WindEnergie e. V. (BWE) ein Griff zum falschen Instrument. Trotz seiner Zweifel bringt sich der Windverband mit Vorschlägen in die politische Debatte ein, damit die Ziele der Energiewende weiterhin erreicht werden können.

Erläuterungen zur Berechnung der Förderhöhe

Betreiber von Anlagen zur Erzeugung von Strom aus Erneuerbaren Energien erhalten für die Dauer von 20 Jahren eine bestimmte Vergütung pro Kilowattstunde erneuerbaren Stromes. Die Höhe des Vergütungssatzes ist technologiespezifisch und bei der Windenergie entsprechend der jeweiligen Windstärke standortabhängig.

Der Vergütungssatz für Neuanlagen sinkt ab dem 1.1.2016 vierteljährlich um einen bestimmten Prozentsatz. Dies bedeutet nicht, dass Anlagenbetreiber über den Vergütungszeitraum von 20 Jahren Jahr für Jahr eine geringere Einspeisevergütung erhalten. Stattdessen ist die Einspeisevergütung geringer, je später eine Anlage ans Netz angeschlossen wird. Die Degression der Vergütungssätze setzt Anreize zur Kostenreduzierung, beispielsweise bei der Anlagentechnik, und dient zur Integration der Erneuerbaren Energien an den Markt.

Die Höhe der Degression beträgt seit dem 1.8.2014 grundsätzlich 0,4 Prozent vierteljährlich, wenn der Ausbau innerhalb des gesetzlich festgelegten Zielkorridors von 2.500 Megawatt erfolgt. Die Degression erfolgt stufenweise, in Abhängigkeit der Summe in Megawatt, um den die installierte Leistung von Windenergieanlagen an Land den Zielkorridor in einem 12-Monats-Zeitraum unter- oder überschreitet. Dieses Prinzip bezeichnet man als "Atmenden Deckel". Einen Vergütungsrechner zur Berechnung der Förderhöhe nach "Atmenden Deckel" stellt der BWE hier zur Verfügung.

Weitere Regelungen durch das EEG

Neben der Vergütung des erneuerbaren Stroms regelt das EEG auch die vorrangige Abnahme des Stroms aus erneuerbaren Energien. Erneuerbare Energien-Anlagenbetreiber haben Anspruch auf unverzüglichen und vorrangigen Anschluss ihrer Anlage an das Stromnetz. Darüber hinaus besteht Anspruch auf unverzügliche und vorrangige Abnahme des gesamten zur Einspeisung angebotenen Stroms aus Erneuerbaren Energien sowie dessen Übertragung und Verteilung. Zu diesem Zweck ist der Netzbetreiber auch zur Ausweitung der Netzkapazität verpflichtet.

Tags: Bundesregierung, EEG, Energiepolitik, Vergütung



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Quelle: www.wind-energie.de/themen/eeg/wie-das-eeg-funktioniert