Windbranche wartet auf politischen Durchbruch, um Investitionsstau aufzulösen

Der europäische Dachverband der Windindustrie, WindEurope, veröffentlichte heute Investitionszahlen in der europäischen Windenergie für das Jahr 2019. Hermann Albers, Präsident des Bundesverbands WindEnergie, fordert anlässlich der Zahlen dazu auf, den Investitionsstau in Deutschland aufzulösen und die Kraft der Branche für den wirtschaftlichen Hochlauf nach der Corona-Krise zu nutzen.

„Die aktuellen Zahlen des europäischen Windenergie-Verbands WindEurope bestätigen, dass Deutschland 2019 weiter an Schwung verloren hat, wenn es um Investitionen in die Windenergie geht. Der Rückgang der Investitionen von 800 Mio. Euro in 2018 auf nur noch 300 Mio. Euro im Jahr 2019 macht deutlich, dass politische Entscheidungen nicht länger aufgeschoben werden dürfen. Die deutsche Windbranche kann mehr leisten und will einen starken Beitrag zum Umbau der Energiewirtschaft erbringen. Dafür müssen Genehmigungshemmnisse beseitigt und Flächenausweisungen in den Ländern neu angeschoben werden. Es wäre deshalb an der Zeit, die Aufgabenliste ‚Wind an Land‘ des Bundeswirtschaftsministeriums zügig abzuarbeiten, damit die Branche den wirtschaftlichen Hochlauf nach der Corona-Krise stark unterstützen kann“, so Hermann Albers.

WindEurope hat darauf hingewiesen, dass ohne den starken Einbruch der Investitionen in Deutschland ein neuer Rekord in Windenergieinvestments möglich gewesen wäre. Interessant ist die Feststellung, dass direkte Verträge zwischen Stromproduzenten und Stromabnehmern (so genannte PPAs) in Europa deutlich zunehmen, während sie in Deutschland nur eine untergeordnete Rolle spielen.

„Der Rechtsrahmen in Deutschland macht es der Windbranche insgesamt schwer. Die für die Akzeptanz unerlässlichen Bürgerenergie wird in einem rein preisgetriebenen Ausschreibungsmodell behindert. Genehmigungshemmnisse und Klageflut sowie eine unzureichende Flächenkulisse und die fehlende Repoweringstrategie lassen das für die Klima- und Energiewendeziele ohnehin zu geringe Ausschreibungsvolumen ungenutzt. Der Industrie, die von eigenen fossilen Kraftwerken wegwill, fehlt ein Rahmen für die direkte Versorgung aus Erneuerbaren Energien. Diese Baustellen jetzt zu beseitigen, kann dezentrale Investitionen in großem Umfang möglich machen. Wir brauchen kein Geld, sondern den Abbau von Bürokratie, regulatorischen Hemmnissen und eine positive nach vorn gerichtete Kommunikation. Die Windbranche steht bereit, durch dezentrale Energieerzeugung lokale und regionale Wertschöpfung zu organisieren und Versorgungsicherheit zu schaffen. Je eher die Politik die noch ausstehenden Fragen klärt, desto stärker kann unser Beitrag sein“, so Hermann Albers.

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