BWE-Branchentag Schleswig-Holstein: Energiewende im Umbruch – Schleswig-Holsteins Vorreiterrolle durch Weiterdenken fortsetzen

Wenige Wochen vor den Kommunalwahlen bot der 3. Windbranchentag Schleswig-Holstein jede Menge Gesprächsstoff. Neben den großen Entwicklungen in der Branche hin zu Sektorenkopplung und Netzmanagement standen auch landespezifische Themen wie Regionalplanung, Windkraftmoratorium und Abstandsregelungen auf der Tagesordnung. BWE-Präsident Hermann Albers lobte die Vorreiterrolle des Küstenlands und ermutigte die Anwesenden, die Energiewende in Schleswig-Holstein mit neuen, innovativen Ideen fortzuführen.

Unter dem Motto „Stadt-Land-Wind“ präsentierte der 3. BWE-Windbranchentag Schleswig-Holstein in Vorträgen und im Ausstellerbereich eine Vielzahl von Windenergieprojekten, die zur regionalen Wertschöpfung in Schleswig-Holstein beitragen und das Energiesystem des Landes wirtschaftlich und nachhaltig erneuern.

BWE-Präsident Hermann Albers unterstrich vor allem die Bedeutung von neuen Geschäftsmodellen und Vermarktungsmöglichkeiten für das nördliche Bundesland. Die Energiewende habe in Schleswig-Holstein eine neue Ebene erreicht. Schon heute zeigten viele Projekte, dass eine erfolgreiche Kopplung der Sektoren  Strom, Wärme und Verkehr nicht nur Vision, sondern bereits gelebte Praxis in Städten und Gemeinden ist. „Schleswig-Holstein war und ist beim Netzausbau Vorreiter. Parallel brauchen wir aber auch fortschrittliche Impulse um Windstrom vor Ort nutzen zu können. Wir wollen Gewerbe und Industrie versorgen dürfen, Mobilität- und Wärmekonzepte vor Ort durch Windenergie tragbar machen. Die gesetzlichen Schranken für die direkte Vermarktung von Windstrom müssen zügig abgebaut werden“, forderte Albers. In diesem Zusammenhang verwies der BWE-Präsident auf ein Gutachten, dass der BWE kürzlich gemeinsam mit dem Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität (IKEM) vorgelegt hat.

Doch mit Blick auf die Arbeit der neuen Landesregierung in Schleswig-Holstein gab es auch kritische Worte auf dem Branchentag. Reinhard Christiansen, BWE-Landesvorsitzender Schleswig-Holstein forderte die Jamaika-Koalition dazu auf, möglichst schnell Rechtssicherheit in der Regionalplanung zu schaffen: „Wir brauchen dringend die Erteilung von Baugenehmigungen, damit Schleswig-Holstein am bundesweiten Ausschreibungssystem, überhaupt wieder teilnehmen kann.“ Im Jahr 2017 wurden lediglich 56 Genehmigungen vergeben, verglichen zu 285 Genehmigungen im Jahr 2016. „Mit dieser politischen Vollbremsung bei der Genehmigungsvergabe riskiert das Windland Schleswig-Holstein seine Position als Vorreiter der Energiewende zu verlieren und kann seinen Beitrag zum Klimaschutz aktuell nicht leisten. Dabei ist allen klar, dass die Zukunft Erneuerbar ist“, so Christiansen weiter.

Auch Hermann Albers unterstrich die Bedeutung der Regionalplanung auf Landesebene. „Ohne Flächen geht es nicht. Reden wir die Akzeptanz nicht kaputt, sondern suchen wir Lösungen, wie gut akzeptierte Bestandsflächen weiter nutzbar bleiben können und wie sich zusätzliche Flächen erschließen lassen. Mein Appell an die Landesregierung lautet deshalb: Verbaut euch nicht den Weg für gutes Repowering! Sichert Arbeitsplätze und Wertschöpfung für die Kommunen“, so der BWE-Präsident.

Der 3. BWE-Windbranchentag Schleswig-Holstein lockte über 500 Vertreter aus Wirtschaft und Politik nach Husum, um sich über innovative Lösungen und politische Entwicklungen der Branche auszutauschen.

Erstmals wird die Veranstaltung auf Facebook mitgeschnitten. Den Mitschnitt finden Sie in diesem Beitrag der Seite Windindustrie in Deutschland.

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