BEE: EEG-Umlagensystem bedarf Anpassung – Energiewende braucht neuen regulatorischen Rahmen

Aktuell besteht durch die niedrigen Strombörsenpreise ein Rekorddefizit auf dem EEG-Konto, das einem unangemessenen System aus Abgaben und Umlagen geschuldet ist“, kommentiert BEE-Präsidentin Dr. Simone Peter die heute veröffentlichte Prognose der Bundesnetzagentur (BNetzA) zur EEG-Umlage 2021. Die beschlossene Deckelung der EEG-Umlage wirke sich nun zwar positiv auf die Bezahlbarkeit der Stromkosten und auf die Energiewende aus. „Um die niedrigen Strombörsenpreise auszugleichen, die die EEG-Umlage steigen lassen, sind aber bessere Maßnahmen vorhanden: Eine Finanzierung der Industrieprivilegien über den Bundeshaushalt könnte die EEG-Umlage deutlich senken, da die Kosten nicht wie bisher nur auf einen Teil der Verbraucher verteilt würden. Zusätzlich würde eine deutliche Anhebung der CO2-Preise zu einer Erholung der Börsenstrompreise führen. Mit diesen Maßnahmen könnte ein Teil der durch die Bundesregierung vorgenommenen Finanzierung aus dem Bundeshaushalt vermieden werden“, so Peter weiter.

Auch wenn COVID-19 zu etwa zwei Dritteln den zu erwartenden Anstieg der EEG-Umlage ausmache, sei ein Drittel auf Entwicklungen zurückzuführen, die auch unabhängig von Corona stattgefunden hätten. So sei ein Teil des Preisverfalls der Energierohstoffpreise bereits vor Corona erfolgt und habe damit die Grenzkosten der Erdgas- und Kohlekraftwerke gesenkt. Zudem seien die Windverhältnisse und Sonnenstunden in diesem Jahr überdurchschnittlich. Hinzu kämen die in Betrieb genommenen Offshore-Windparks, die häufig mit einer Leistung einspeisen, die fast den verbliebenen Atomkraftwerken entsprächen. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien führe so zu der politisch gewollten erhöhten regenerativen Einspeisung, die durch den sogenannten Merit-Order-Effekt den Börsenstrompreis senke. 

"Ein von Erneuerbaren Energien getragener Energiemarkt braucht einen anderen regulatorischen Rahmen als ein von fossilen und atomaren Großkraftwerken dominierter Markt. Die Erneuerbaren tragen das System in immer höherem Maße und übernehmen immer mehr die Verantwortung. Doch deren niedrige Kosten kommen beim Endkunden nicht an und verhindern den Einsatz CO2-freien Stroms in Mobilität, Wärme und der Industrie. Hier ist ein grundsätzlich neuer Ansatz für ein zukunftsfähiges Strommarktdesign notwendig“, so Peter abschließend. 

Hintergrund: Mit der EEG-Umlage werden die notwendigen Investitionen in den Zubau der Erneuerbaren Energien finanziert. Somit schafft sie Anreize, die benötigten Investitionen in zukunftsweisende Erneuerbare Technologien zu tätigen und trägt zur Erreichung der national und international vereinbarten Klimaschutzziele bei. Die Umlage dient als Ausgleich zwischen der Einspeiseprämie, die Betreiber von Erneuerbare-Energien-Anlagen vom Netzbetreiber erhalten, und den Preisen, die Netzbetreiber für Strom aus Erneuerbaren Energien an der Strombörse erzielen. Die entstehenden Kosten werden über die EEG-Umlage auf die Stromkunden verteilt. Mit dem Erneuerbare-Energien-Gesetz wurde das Ziel erreicht, die Erneuerbaren Energien zu den kostengünstigsten Energieträgern zu machen. Es hat in seiner globalen Vorbildfunktion den Erneuerbaren Energien zum Durchbruch verholfen und sie in vielen Ländern zum Energieträger Nummer 1 gemacht.   

Weiterführende Informationen:
Das BEE-Hintergrundpapier zur EEG-Umlage finden Sie hier.

Ihr Ansprechpartner für Pressefragen

Frederick Keil - Pressereferent


Frederick Keil
Pressereferent



Tel.:+49 (0)30 212341-217
Fax:+49 (0)30 212341-410
E-Mail: f.keil@wind-energie.de

Wolfram Axthelm - Geschäftsführer Bereich Strategie und Politik


Wolfram Axthelm
Geschäftsführer
Kommunikation, Politik, Europa und Strategie

Tel.:+49 (0)30 212341-210
Fax:+49 (0)30 212341-410
E-Mail: presse@wind-energie.de