Ausbaurekord für die Windenergie in Deutschland – NRW weiter schwach!

30. Januar 2015

Ausbaurekord für die Windenergie in Deutschland – NRW weiter schwach!

Trotz leichter Steigerung gegenüber dem Vorjahr, Zubau von gut 300 MW in 2014 zu wenig, um Landesziele bis 2020 zu erreichen. Hierfür mehr als die doppelte Kapazität jährlich notwendig. Ausweisung neuer Flächen und Anpassung rechtlicher Rahmenbedingungen gehen in NRW immer noch zu schleppend voran.  Mit der geplanten Einführung von Ausschreibungen ab 2017 weiterer Zubau der Windenergie ungewiss.

Düsseldorf. Anlässlich der Vorstellung der bundesweiten Ausbauzahlen für die Windenergie hält der Landesvorsitzende  des Bundesverbandes Windenergie (BWE) in Nordrhein-Westfalen, Klaus Schulze Langenhorst fest: „So erfreulich der Ausbautrend in NRW mit einer erneut höheren Installationszahl zum Vorjahr ist, NRW muss weiter deutlich zulegen. Wir benötigen im Durchschnitt mehr als den doppelten jährlichen Zubau von 2014, um die Landesziele bis zum Jahr 2020 zu erreichen.“ Der BWE, der Verband Deutscher Maschinen und Anlagenbau (VDMA) und die Deutsche Windguard hatten gestern in Berlin den Rekordzubau von bundesweit  4.750 Megawatt (MW)  (1766 Anlagen) im Jahr 2014 bekannt gegeben. In NRW sind in diesem Jahr 307 MW (124 Anlagen) installiert worden. Im Jahr 2012 hatte der Zubau noch bei 142 MW, im Jahr 2013 bei 237 MW gelegen. Trotz dieser Steigerung liegt NRW aber im Vergleich der Bundesländer beim Zubau im Jahr 2014 wie im Vorjahr nur auf Platz 7 – während man hier einst zur Spitzengruppe gehört hat.

Wesentliche Ursachen für das verhältnismäßig geringe Ausbauvolumen gegenüber heutigen Spitzenreitern  wie Schleswig-Holstein (rund 1303 MW), Niedersachsen (fast 630 MW) oder Brandenburg (fast 500 MW) sieht Schulze Langenhorst vor allem in der schleppenden Ausweisung neuer Flächen sowie einer zu langsamen Anpassung der rechtlichen Rahmenbedingungen in NRW: „Während in anderen Bundesländern Regionalplanungsbehörden und Kommunen frühzeitig neue Flächen für die Windenergie ausgewiesen haben, ist man in NRW hier vielfach erst mitten im Verfahren. Bisher haben mit den Bezirksregierungen Arnsberg, Münster und Düsseldorf erst die Hälfte der Regionalplanungsbehörden in NRW überhaupt Entwürfe für neue Regionalpläne vorgelegt. Darüber hinaus  lassen wichtige Grundlagen für den Windenergieausbau wie der überarbeitete Windenergieerlass oder der Landesentwicklungsplan weiter auf sich warten, bzw. dauert deren Verabschiedung viel zu lange.“

Gerade vor dem Hintergrund der geplanten Einführung von Ausschreibungen ab dem Jahr 2017 sei das im Vergleich zum bundesweiten Rekordwert relativ geringe Ausbauvolumen in NRW sehr bedenklich. So rechne der BWE zwar auch im nächsten Jahr mit einem bundesweiten Zubau von gut 3.500 bis 4.000 MW netto. Spätestens ab dem Jahr 2017 sei die weitere Perspektive aber ungewiss: „Bis 2020 soll in NRW mindestens 15 % des Strombedarfs aus der Windenergie stammen. Damit dies gelingt, gilt es jetzt in Nordrhein-Westfalen mit Nachdruck die entsprechenden Rahmenbedingungen anzupassen – auch um in den nächsten zwei Jahren stärker am erwarteten hohen bundesweiten Ausbau zu partizipieren. Zugleich muss auf Bundesebene  in der bevorstehenden Diskussion zu Ausschreibungsmodellen sichergestellt werden, dass nach dem Jahr 2016 ein ambitionierter Zubau in NRW stattfinden kann“, so Schulze Langenhorst.

Kontakt:
Stefan Reimering
BWE-Landesgeschäftsstellenleiter Nordrhein-Westfalen
T +49 (0)211 / 9367 6066, s.reimering@bwe-regional.de

Tags zum Artikel: Bundesländer, Energiepolitik, Genehmigung, Onshore, Planung, Windenergie



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Quelle: www.wind-energie.de/presse/meldungen/2015/ausbaurekord-fuer-die-windenergie-deutschland-nrw-weiter-schwach