Gegen den Fachkräftemangel ausbilden

08. Februar 2013

Gegen den Fachkräftemangel ausbilden

Simonsberg. Die Erneuerbaren Energien gelten in Schleswig-Holstein als Wachstumsmotor. Kein Wunder, dass immer mehr Fachkräfte unterschiedlicher Art gebraucht werden, sowohl Akademiker als auch Nicht-Akademiker. Deren Einsatzgebiete gehen von energetischem Gebäudemanagement über die Konzeptionierung sogenannter smart grids bis hin zur Planung ganzer Windparks. So entstehen ganz neue Berufsbilder.

Die akademische Ausbildung in den Bereichen Erneuerbaren Energien, Umwelt- oder Energiemanagement findet an fast allen Hochschuleinrichtungen des Landes statt. Allein die Fachhochschule in Flensburg bietet drei Bachelor- und ein Master-Abschluss hierzu an. Doch es muss nicht immer gleich ein Studium sein, um in der dynamischen und vielfältigen Branche Fuß fassen zu können. Insbesondere Betriebe, die Biogas-, Solar- oder Windkraftanlagen planen, herstellen, installieren oder instandhalten, brauchen schließlich nicht nur Häuptlinge, sondern auch Indianer. Zahlreiche unterschiedliche Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen stehen jungen Menschen im Land offen.

Schulische Ausbildung
„Das Interesse der Jugendlichen an Erneuerbaren Energien ist sehr groß“, so Nicole Knudsen vom Bundesverband Windenergie, „viele wissen nach ihrem Realschulabschluss aber noch nicht, was genau sie später einmal machen wollen. Ausbildungsgänge, die den gesamten Energie-Bereich abdecken, sind dann genau richtig“. Zwei Schulen in Osterrönfeld und Niebüll haben dabei die Nase vorn: im Energie-Gymnasium Osterrönfeld deckt der Lehrplan die Energetische Optimierung von Gebäuden, die Entwicklung von solaren Systemen zur Elektrizitätserzeugung und die Planung von Windenergiesystemen ab. Die Absolventen erlangen mit dem Schwerpunkt "Erneuerbare Energien" die allgemeine Hochschulreife. Durch die Verknüpfung der Themenfelder Berufliche Informatik, Naturwissenschaften und Wirtschaftslehre stehen ihnen anschließend alle Studiengänge offen.

Auch in Niebüll dreht sich der Lehrplan um Wind- oder Solarenergie, Energie aus Biomasse oder energetische Gebäudesanierung. Die Beruflichen Schulen des Kreises Nordfriesland bieten in Niebüll einen neuen Ausbildungsgang an: den Technischen Assistenten für Energietechnik (m/w). Hier lernen junge Menschen, Produkte und Anlagen energetisch und technisch zu konzipieren und zu bewerten. Nach Grundlagen in der Elektrotechnik und Mechanik gehören Energieerzeugung, Energiewandlung und Energiemanagement auf den Stundenplan. Nach zwei Jahren Schule mit starkem praktischen Bezug kann ein Technischer Assistent gleich ins Berufsleben einsteigen, eine weitere spezielle Ausbildung machen oder die Fachhochschulreife erlangen.

Noch können sich die Schüler in beiden Einrichtungen bewerben. Auch Betriebe, die an hochqualifizierten Absolventen interessiert sind, werden noch gesucht.

Berufliche Fortbildung
Wer schon einen Metall- oder Elektroberuf gelernt hat, sich aber in der Branche weiter spezialisieren will, kann sich in Husum bei der BZEE Academy zum Servicemonteur für Windenergieanlagentechnik (w/m) weiterbilden lassen. Service, Inbetriebnahme und Produktion von Windenergieanlagen stehen hier im Fokus. Gelernt werden Kommunikation, Mechanik, Umweltschutz und Qualitätssicherung. 2012 besuchten insgesamt 115 Teilnehmer die Fortbildungsmaßnahme zum Servicetechniker für Windenergieanlagen. Weitere 17 Teilnehmer absolvierten eine Umschulung zum Elektroniker für Energie- und Gebäudetechnik mit Zusatzausbildung zum Servicetechniker für Windenergieanlagen.

Kontakt: Bundesverband WindEnergie e.V. Landesbüro Schleswig-Holstein Nicole Knudsen Querweg 4 25813 Simonsberg Telefon: 04841 66 32 10 Telefax: 04841 66 32 09 E-Mail: sh@bwe-regional.de

Tags zum Artikel: Arbeitsmarkt, Ausbildung, Bundesländer



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Quelle: www.wind-energie.de/infocenter/meldungen/2013/gegen-den-fachkraeftemangel-ausbilden