Sonntagsreden zum Tag der erneuerbaren Energien reichen nicht

26. April 2012

Sonntagsreden zum Tag der erneuerbaren Energien reichen nicht

BWE-Landesvorsitzender fordert von Landesregierung konkretes Engagement für die Erneuerbaren. Das Investitionsklima für erneuerbare Energien in Deutschland hat sich im Vergleich zum Vorjahr deutlich verschlechtert. Dies ergibt eine aktuelle Studie im Auftrag des Bundesverbands Erneuerbare Energien (BEE) und der HANNOVER MESSE.

„Dieses Warnzeichen sollte auch der sächsischen Landesregierung zu denken geben, gerade anlässlich des 17. Tags der erneuerbaren Energien am 28. April“, bekräftigt Prof. Martin Maslaton, Landesvorsitzender des Bundesverbandes Windenergie (BWE) in Sachsen. „Anstatt Sonntagsreden an diesem Tag zu halten, wie es Wirtschaftsminister Sven Morlok in Markranstädt sicher wieder tun wird, sollte das Kabinett Tillich endlich auch einmal wirklich etwas für die sächsische Erneuerbare-Energien-Branche tun, eine Branche mit immerhin rund 12. 000 Beschäftigten, viermal mehr als in der Braunkohle.

“ Möglichkeiten, etwas für die erneuerbaren Energien zu tun, gibt es viele. Im Bundesrat kann die Regierung Tillich am 11. Mai gleich damit beginnen und die völlig überzogenen Kürzungspläne der Bundesregierung in der Solarförderung zu Fall bringen. „Bei der Windenergie kann die schwarz‐gelbe Landesregierung gleich weitermachen. Das Energie- und Klimaprogramm mit seinen Ausbauvorgaben muss nicht nur endlich beschlossen, sondern von den Regionalen Planungsverbänden auch umgesetzt werden. Die Verdoppelung der Flächen für Windparks muss aber von einem öffentlich wirksamen Engagement des Landes für die Windenergie begleitet werden. Die wachsende Zahl an Bürgerinitiativen gegen neue Windparks zeigt, dass hier Aufklärung der Bürger dringend nötig ist, um Ängste über angebliche Gefahren für die Gesundheit und die Tierwelt abzubauen“, so Prof. Maslaton. 

„Sicher muss die Windbranche hier durch frühzeitige und transparente Beteiligung der Bürger vor Ort die Akzeptanz von Windrädern steigern, ein wenig Hilfe durch eine deutlich engagiertere Landesregierung wäre aber auch von Vorteil. Man kann nicht die Windenergie ausbauen wollen, ohne gleichzeitig bei den Bürgern dafür zu werben. Eigentlich ein Heimspiel, schließlich begrüßt die Mehrheit der Bundesbürger die Energiewende.

“Windräder müssen nicht immer mitten in der Landschaft stehen. „Wie wäre es denn einmal mit all den sächsischen Gewerbe- und Industriegebieten als Standorte für Windräder? Hierfür könnte sich Sachsen ebenfalls im Bundesrat stark machen und dadurch der energieintensiven Industrie neue Möglichkeiten eröffnen. Die zur Zeit diskutierte Änderung der Baunutzungsverordnung (BauNVO) muss vom Bundesrat abgesegnet werden. Ein Öffnen der Industrie- und Gewerbegebiete für Windenergieanlagen, deren Strom unmittelbar am (Industrie-)Standort genutzt wird, ist dringend nötig. So § 14 BauNVO zu ändern, wäre für alle Beteiligten und nicht zuletzt für das Klima ein Segen“, betont Prof. Maslaton.

Sachsen könnte also mit vielen kleinen Schritten ungeheuer viel für die erneuerbaren Energien tun. Ob es sich dazu wirklich aufraffen wird, bleibt abzuwarten. „Beim Tag der erneuerbaren Energien ist es immer leicht, den innovativen Wirtschaftszweig zu loben und Energieanlagen zu besichtigen. Mit warmen Worte allein lassen sich die deutschen Klimaschutzziele aber nicht erreichen, und mit der Braunkohle schon gar nicht“, so der BWE-Landesvorsitzende abschließend.

Rückfragen:
Prof. Dr. Martin Maslaton, Tel.: 0341 / 14 95 00, Mail: martin@maslaton.de,
Stephan Trutschler (MEDIENKONTOR), Tel. 0177 / 31 60 515

Tags zum Artikel: Bundesländer, Planung, Potenziale



Mitglieder Login

User login

Quelle: www.wind-energie.de/infocenter/meldungen/2012/sonntagsreden-zum-tag-der-erneuerbaren-energien-reichen-nicht