EEG-Umlage 2013 steht fest – Die Erneuerbaren am Pranger?

19. Oktober 2012

EEG-Umlage 2013 steht fest – Die Erneuerbaren am Pranger?

5,277 Cent pro Kilowattstunde – das ist der Betrag, den die Verbraucher im kommenden Jahr für die Förderung der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien zu zahlen haben werden. Damit steigt die EEG-Umlage um etwa 1,7 Cent im Vergleich zur gegenwärtigen Umlage. Die Debatte über die Ursachen für die Umlageerhöhung dominiert die öffentliche Diskussion.

Mit der Bekanntgabe der Umlage durch die vier Übertragungsnetzbetreiber am 15. Oktober ging eine Debatte einher, die die Energiewende zum Politikum macht. Die Diskussion über die Höhe der Strompreissteigerung lassen die Verbraucher glauben, die Förderung der Erneuerbaren sei schuld an der Kostenexplosion. Sinn und Nutzen des Mammutprojektes Energiewende hingegen treten angesichts der Preisdebatte in den Hintergrund. Der Ausstieg aus der Atomenergie, Benzinpreise auf Rekordniveau und Klimawandel scheinen plötzlich wie vergessen.

Um den Anstieg zu rechtfertigen, wird seit Monaten über die Verantwortlichkeiten dafür debattiert. Ein Blick auf die Umlageanteile zeigt, dass die Begriffe EEG-Umlage und Ökostromausbau nicht synonym zu verstehen sind. Der Bundesverband Erneuerbare Energien e. V. ermittelte noch im September dieses Jahres, wie sich die künftige Umlage zusammensetzt. Demnach schlagen neben den reinen Förderkosten die Korrektur fehlerhafter Kalkulationen des Vorjahres, ein provisorischer Puffer (Liquiditätsreserve), die Ausdehnung der Industrieprivilegien sowie die Folgen des gesunkenen Börsenpreises zu Buche. Der Anstieg der Förderkosten für Erneuerbare Energien macht somit nicht einmal die Hälfte der neuen Umlage aus.

Was der bevorstehende Strompreis zudem verschweigt, ist die Tatsache, dass Energie aus Windkraft-, Solar- und Biomasseanlagen langfristig betrachtet zu einer enormen Kostensenkung führen wird. Aktuell sorgen sie bereits für Einsparungen beim teuren Rohstoffimport, von den Einsparungen durch Vermeidung von Umweltschäden aufgrund fossiler Energieträger ganz zu schweigen.

Den viel zitierten „Nulltarif“ wird es in Sachen Energiewende sicher nicht geben. Das wurde den Verbrauchern bereits eindringlich vermittelt. Doch wichtiger als die Frage, wer für welche Erhöhung an den Pranger zu stellen sei, ist die Optimierung des EEG und eine ehrliche Betrachtung der Kosten-Nutzen-Relation der Erneuerbaren Energien.

Tags zum Artikel: EEG, Energiepolitik, Energiewende, Erneuerbare Energien



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Quelle: www.wind-energie.de/infocenter/meldungen/2012/eeg-umlage-2013-steht-fest-die-erneuerbaren-am-pranger