Bayern

Aktueller Status:

 Bayern kann gut ein Drittel seines Stromverbrauchs aus Windenergie decken. Auch kann bei der zukünftigen Stromversorgung aus 100 Prozent Erneuerbarer Energie ein Drittel des Stromverbrauchs mit Windkraft gedeckt werden.
Nachzügler dank großartiger technischer Fortschritte. Bayern hat als Binnenland hauptsächlich Leichtwindgebiete. Nur wenige Regionen lockten schon um die Jahrtausendwende Pioniere und Investoren, Windkraftanlagen zu errichten. Erst die technischen Fortschritte, die es möglich machen, Windräder auf hohen Türmen und mit langen Flügeln zu bauen, haben eine breite Windenergienutzung lukrativ gemacht.

Im Jahr 2017 neu gebaute moderne Windkraftwerke können den Strom sehr preiswert für gut acht Cent je Kilowattstunde in Bayern liefern. Damit sind sie preiswerter als neue Erdgas- oder neue Kohlekraftwerke. Wenn den noch laufenden alten Atom-, Gas- und Kohlekraftwerken auch die Folgekosten (Atomrisiken, Atommüll, Klimaschäden) angerechnet und diese nicht auf die Steuerzahler und unsere Kinder und Enkel abgewälzt werden, liefern heute sämtliche Windkraftwerke den Strom billiger.

Die Windenergienutzung passt zu Bayern und ermöglicht eine saubere Stromproduktion. Viele Windprojekte werden von den Bürgern der Region getragen. Dadurch fließt weniger Geld an problematische Lieferanten von Erdgas, Erdöl, Kohle und Uran. Und die Bürgerinnen und Bürger der Region verdienen die Wertschöpfung selber. in Bayern arbeiten nach den letzten Zahlen 12.350 Menschen in der Windbranche. Dies ist nicht allgemein bewußt, denn in Bayern ist ja kein Anlagenbauer beheimatet. Aber viele Planer, Projektierer, Betreiber und Zulieferer wie: Max Bögl, Bosch-Rexroth, Dehn + Söhne, Goldhofer, INA-Schäffler, Liebherr, Pfeifer Seil- und Hebetechnik, Renk, Semikron, Siemens oder SKF sind hier ansässig. 

Energiepolitik, Potenziale und Landesplanung:

„Nach Fukushima“ wollte die Staatsregierung die Energiewende und bejahte auch die Windkraft. So stiegen bis zum Jahr 2014 die jährlichen Neubauzahlen auf 154 Windräder mit 410 Megawatt. Die Windstromerzeugung wuchs vom Jahr 2010 (0,6 Mrd. kWh) auf 2016 (3,6 Milliarden kWh) auf das Sechsfache. Immerhin vier Prozent des in Bayern verbrauchten Stroms. Doch 2014 wurde in Bayern als einzigem Bundesland eine 10-H Abstandsregelung von der Mehrheit im Landtag beschlossen. Seitdem sinken die Zubauzahlen. Gerade auch hierdurch hat Bayern, das dank großer Höhenunterschiede und vieler Niederschläge vor den Bergen viel Wasserkraft und dank überdurchschnittlicher Lichteinstrahlung auch gut die Photovoltaik nutzt, seine Spitzenposition bei der Gewinnung Erneuerbarer Energien verloren. Bayern gehört heute bei der Stromerzeugung aus Erneuerbaren Energien nur zum letzten Drittel der deutschen Länder.

Noch im Sommer 2013 beschloss im „Bayernplan“ die CSU sehr klug: „Wir wollen so viel Strom, wie wir in Bayern verbrauchen, in Bayern selbst herstellen.“ Aber nach dem später verkündeten Energieprogramm der Landesregierung soll Bayern den bei der Stilllegung der Atomkraftwerke wegfallenden Strom überwiegend durch Einfuhren ersetzen.

Der Bayrische Windatlas (März 2014) hat gezeigt, dass Bayern viel Potenzial für die Windkraft hat. Aber infolge 10-H ist es sehr mühselig geworden, Baurecht für neue Windenergieanlagen zu schaffen. Jetzt müssen die Gemeinderäte und Bürgermeister für alle angestrebten Standorte, die näher als die 10-fache Gesamthöhe der Windanlage (also etwa 2 km) an Siedlungsgebäuden liegen, mit Flächennutzungs- und Bebauungsplänen den Weg bahnen.

(Die unten auf der Seite aufgeführten Daten stammen, soweit vorliegend, aus dem Jahr 2016, zum Teil aber auch aus früheren Jahren und werden aktualisiert, sobald neuere Werte vorliegen)

Statistische Daten:

1.061

Windenergie­anlagen

11.820

Arbeitsplätze
(2015)

2.233

Installierte Leistung in MW

3,6 TWh (Stromerzeugung aus Windenergie, 2016)
3,5% (Anteil der Windstromerzeugung an Bruttostromerzeugung, 2016)
70.550,19 (Landesfläche in km²)
12.843.514 (Einwohnerzahl, 2015)



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Quelle: www.wind-energie.de/en/node/104