Neues „Faktenpapier Windenergie und Infraschall“ aus Hessen

23. Juni 2015

Neues „Faktenpapier Windenergie und Infraschall“ aus Hessen

Nach der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg und weiteren Landesbehörden hat sich nun auch das Hessische Ministerium für Wirtschaft und Energie dem Thema Infraschall gewidmet. In einem Faktenpapier bestätigen die beauftragten Wissenschaftler, dass der von Windenergieanlagen erzeugte Infraschalldruckpegel bereits vor dem Erreichen der geltenden Mindestabstände deutlich unterhalb der menschlichen Wahrnehmungsschwelle liegt.

Messtechnisch kann Infraschall zwar nachgewiesen werden. Ein wissenschaftlich eindeutiger Zusammenhang zwischen Infraschall durch Windenergieanlagen und gesundheitlichen Belastungen sei aber bei der derzeitigen Befundlage definitiv nicht herstellbar. Dennoch müsse im Sinne des vorbeugenden Gesundheitsschutzes noch mehr bei dem Thema Infraschall geforscht werden. Insbesondere das Zusammenwirken der zahlreichen künstlich vom Menschen erzeugten Quellen von Infraschall sei weiterhin zu untersuchen.

In dem Faktenpapier heißt es:

„Windenergieanlagen erzeugen neben hörbarem Schall auch Infraschall. Sie gehören daher zu den künstlich vom Menschen geschaffenen Infraschallquellen. Der von ihnen erzeugte Infraschall kann im Umfeld der Anlage gemessen werden. Aktuelle Messergebnisse aus Baden-Württemberg an Windenergieanlagen mit einer Leistung von 1,8 bis 3,2 Megawatt (MW) zeigen, dass der Infraschalldruckpegel auch im Nahbereich bei Abständen zwischen 150 und 300 Metern (m) deutlich unterhalb der menschlichen Hör- bzw. Wahrnehmungsschwelle liegt. Windenergieanlagen erzeugen bereits deutlich vor dem Erreichen der gesetzlichen Mindestabstände nur Infraschalldruckpegel, die weit unterhalb der Hör- oder Wahrnehmungsschwellen liegen. […]

Da die festgestellten Infraschalldruckpegel bereits bei niedrigen Entfernungen weit unterhalb der Wahrnehmungsschwelle des Menschen liegen, haben sie keine negativen Wirkungen auf die menschliche Gesundheit. Es gibt bisher keine wissenschaftlich abgesicherten Studien, die zeigen, dass Infraschall auch unterhalb der Hör- oder Wahrnehmungsschwelle gesundheitliche Wirkungen haben kann. […]

In einer komplexen Umwelt ist es sehr schwierig zu trennen, welche Symptome auf welche Ursachen zurückzuführen sind. Dies stellt die Wissenschaft vor besondere Herausforderungen.“

Das Faktenpapier des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft und Energie finden Sie unter folgendem Link: http://www.energieland.hessen.de/aktion/zukunftswerkstatt/faktencheck/Faktenpapier_Windenergie_und_Infraschall_Mai_2015.pdf

Das Faltblatt der Landesanstalt für Umwelt Baden-Württemberg finden Sie unter folgendem Link: https://www.lubw.baden-wuerttemberg.de/servlet/is/223628/windenergie_und_infraschall.pdf?command=downloadContent&filename=windenergie_und_infraschall.pdf

Das BWE-Hintergrundpapier zum Thema Infraschall finden Sie hier.

Tags zum Artikel: Akzeptanz, Lärm, Schall



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Quelle: www.wind-energie.de/presse/meldungen/2015/neues-faktenpapier-windenergie-und-infraschall-aus-hessen