Ermöglichung statt Verhinderung: Neuer Kurs bei Windenergie

07. November 2014

Ermöglichung statt Verhinderung: Neuer Kurs bei Windenergie

Windbranche baut auf vereinbarten Kurswechsel - Verbandstag mit 90 Teilnehmern heute in Leipzig. Der Koalitionsvertrag von CDU und SPD lässt Sachsens Windenergie-Branche definitiv wieder deutlich zuversichtlicher in die Zukunft blicken. Die jahrelange quälende Gängelung der Branche und die faktische Blockade des weiteren Ausbaus der Windenergie in Sachsen werden - glaubt man den Festlegungen des schwarzen-roten Regierungsprogramms – endlich ein Ende haben. 

Die sächsische Energiepolitik wird derzeit neu ausgerichtet und sich wieder deutlich mehr den von der Bundesregierung postulierten Zielen der Energiewende annähern. Selbst das Thema Braunkohle wird, wenn auch von den neuen Regierungspartnern ungewollt, dank der Ausstiegsabsichten Schwedens auf den Prüfstand kommen. Welche Rolle kann und wird also die Windenergie bei diesem Strukturwandel spielen? Welche Spielräume ergeben sich mit dem neuen Kabinett? Beim heutigen 18. Sächsischen Windenergietag des Bundesverbands WindEnergie e.V. Landesverband Sachsen (BWE Sachsen) in Leipzig standen diese Fragen ganz oben auf der Agenda. Rund 90 Branchenvertreter waren gekommen, um Näheres über die aktuelle Entwicklung zu erfahren und sich auszutauschen. 

Unter der Überschrift „EEG 2.0 – Wohin mit der Energiewende“ hatte der BWE Sachsen zahlreiche Experten und Landespolitiker zur Bestandsaufnahme und Diskussion eingeladen. „Das Klima für die Windenergie wird wieder besser“, so Prof. Martin Maslaton, Vorsitzender des BWE Sachsen. „Der schwarz-rote Koalitionsvertrag hat einen klaren Kurswechsel gegenüber den Erneuerbaren Energien festgeschrieben. Darauf bauen wir und stehen gerne bereit, den nötigen Strukturwandel bei der Energieversorgung auch in Sachsen wieder verantwortlich voranzutreiben.“

Selbst  Georg-Ludwig von Breitenbuch (MdL CDU, Gastredner beim Windenergietag und bisher eher als Kritiker der Erneuerbaren bekannt, ließ ein Umdenken erkennen: „Die Windenergie wurde ja in der vergangenen Legislaturperiode klein gehalten. Jetzt öffnet sich die Möglichkeit, der Windenergie wieder mehr Entfaltung zu ermöglichen, das werden wir tun.“ Auch sein künftiger Koalitionskollege Dirk Panter (MdL SPD) erläuterte den neuen Kurs der künftigen Landesregierung. „Wir werden eine andere Herangehensweise gegenüber der Windenergie an den Tag legen und statt einer Verhinderungshaltung eine Ermöglichungshaltung einnehmen und die Branche miteinbeziehen.“ 

Von allen Teilnehmern des Windenergietages wurde der festgeschriebene Abschied der neuen Landesregierung vom bisherigen Credo „Wir haben die Braunkohle, die anderen machen die Energiewende“ mit großem Wohlwollen zur Kenntnis genommen. „Wir freuen uns, dass Sachsens neue Regierung in spe in Sachen Windenergie und auch bei den anderen Erneuerbaren Energien ein neues Kapitel aufschlägt und die CDU damit einem Klimawandel-Skeptizismus und Anti-Windrad-Populismus, wie ihn der bisherige Koalitionspartner betrieb, keinen Raum mehr lässt. Wir gehen davon aus, dass das neue Kabinett zeitnah den konstruktiven Dialog mit dem BWE Sachsen sucht. Dies zum Wohl einer sauberen Energieerzeugung und zum Wohl der Wertschöpfung in Sachsens Erneuerbare-Energien-Branche“, bekräftigt der BWE-Landesvorsitzende Prof. Maslaton. „Wir sind stets offen für Gespräche und sofort bereit, bei den entsprechenden Planungen mitzuarbeiten.“ 

In den folgenden Jahren, so waren sich alle Referenten einig, muss sich Sachsens Windbranche ganz aktiv in die Energiepolitik des Landes einbringen. Insbesondere, so etwa der Geschäftsführer der sächsischen Energieagentur (SAENA) Christian Miksch, muss die Windbranche vermehrt mit den Kommunen vor Ort sprechen und für Bürgerbeteiligungsmodelle werben. Modelle, die alle bis ins Detail ausgefeilt bereits in der Schublade liegen, so der BWE-Landesvorsitzende. 

Neben dem aktuellen Stand der Windenergie in Sachsen - Energieexperte Hans-Jürgen Schlegel präsentierte dazu wie gewohnt die neuesten Zahlen (lediglich 14 neue Anlagen 2014) - beschäftigte sich der 18. Sächsische Windenergietag auch mit der weiteren Zukunft und neuen Möglichkeiten für die Windenergie. Prof. Maslaton appellierte an die Branche, auch Eigenversorgungsmodelle für Industrie- und Gewerbegebiete verstärkt zu verfolgen. 

„Die Windbranche in Sachsen ist wieder da und zählt nicht länger als ‚Schmuddelkind’, mit dem man um Himmels Willen keinen Umgang pflegen darf“, zog Prof. Maslaton eine positive Bilanz. „Wir werden die neue Landesregierung bei ihrem Ziel, sich wieder in die bundesweite Klimaschutzpolitik einzuklinken, unterstützen.“ 

Pressefotos vom Windenergietag

Rückfragen: 
Prof. Dr. Martin Maslaton, Tel.: 0341 / 14 95 00, Mail: martin@maslaton.de
Edwin Seifert (MEDIENKONTOR), Tel. 0173 / 18 57 930

Tags zum Artikel: Bundesländer, Energiepolitik, Planung, Potenziale, Windenergie, Windkraft



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Quelle: www.wind-energie.de/presse/meldungen/2014/ermoeglichung-statt-verhinderung-neuer-kurs-bei-windenergie