7. Windenergie- und Entwicklungsdialog 2012

01. Oktober 2012

7. Windenergie- und Entwicklungsdialog 2012

Vertreter von mehr als 120 Unternehmen und staatlichen Akteuren aus Deutschland sowie 12 Entwicklungs- und Schwellenländern diskutierten in Berlin über Finanzierung von Windenergie-Projekten und Management von Risiken in aufkommenden Wachstumsmärkten in Afrika, Asien und Lateinamerika, intelligente Politik und mehr.

Berlin. Der Herstellerverband VDMA Power Systems, der Bundesverband WindEnergie (BWE) und die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) haben am 26. September den Windenergie- und Entwicklungsdialog 2012 erfolgreich fortgeführt. Im siebten Jahr in Folge haben die Kooperationspartner neben der deutschen Windindustrie, nationale und internationale Organisationen sowie Partner der Entwicklungszusammenarbeit nach Berlin eingeladen. Die Kooperation zwischen Industrieverband, Branchenverband und Entwicklungsorganisation trägt Früchte: Mehr als 120 Vertreter aus Afrika (Tunesien, Ägypten, Marokko), Lateinamerika (Chile, Mexiko, Bolivien, Honduras, Costa Rica, El Salvador, Argentinien, Uruguay), Asien (Indien, Pakistan, Vietnam) und Deutschland nahmen an dem konstruktiven Dialog teil und festigten die Basis für weitere Zusammenarbeit.

Nach dem Global Trends in Renewable Energy Investment Report wurden im Jahr 2011 mit etwa 40.000 MW installierter Leistung weltweit circa 84 Milliarden US-Dollar in neue Windparks investiert. Mehr als die Hälfte dieser Investitionen wurden bereits in Entwicklungs- und Schwellenländern getätigt. Für 2012 zeichnet sich ein weiteres deutliches Wachstum ab. Doch es gibt noch viel zu tun. Investitionshindernisse und Handelsbarrieren bewirken, dass die Marktentwicklung in vielen Ländern – und damit auch die Wertschöpfung vor Ort – weit hinter ihren Möglichkeiten zurückbleibt. Durch den absehbaren Markteinbruch in den USA wegen fehlender Kontinuität in den Rahmenbedingungen wird der Weltmarkt im Jahr 2013 zum ersten Mal in diesem Jahrtausend deutlich einbrechen. Überkapazitäten bei Herstellern und technologische Fortschritte sichern niedrige Kosten. Für Steve Sawyer, Secretary-General des globalen Windenergieverbands GWEC, ist nun der perfekte Zeitpunkt für den weiteren Ausbau der Windenergie in Entwicklungs- und Schwellenländern.

In diesem Jahr widmete sich der Dialog der Finanzierung von Windparks, sowohl aus Sicht energiepolitischer und regulatorischer Rahmenbedingungen als auch aus Sicht einzelner Windenergieprojekte. Unabhängig vom jeweiligen Förderregime arbeiten die Partnerländer der Entwicklungszusammenarbeit an der Sicherung energiepolitischer Stabilität und weiteren Verbesserungen der Genehmigungsprozesse. Finanzmittel sind trotz Finanzkrise sowohl bei privaten wie staatlichen Energieversorgern, Industriekonzernen, privaten wie Entwicklungsbanken ausreichend vorhanden. Allein die Sicherung größerer Projekte in schwierigen Märkten gestaltet sich in Zeiten immer stärkerer finanzieller Risikoabsicherung umfangreicher. Oft müssen mehrere Banken für sogenannte Club-Deals gewonnen werden. Kai Buntrock, von dem Projektentwickler SoWiTec group GmbH erläuterte die Herausforderungen in Emerging Markets drastisch: Im Wesentlichen sehen wir ein Universum von Risiken. Thorsten Hinsche, Head of Corporate Finance von Nordex und Martin Berkenkamp, Policy Leader Renewables Europe von GE Energy machten aus Sicht der Windenergieanlagenhersteller deutlich, dass frühzeitige Planung zur Risikoeingrenzung zwingend ist: Versäumnisse in der Entwicklung gefährden Projekte. Risiken und Finanzierungskosten lassen sich durch stabile energiepolitische und administrative Rahmenbedingungen auf der einen Seite und solide Projektierung auf der anderen mindern. Wertschöpfung vor Ort kommt bereits mit der Planung und wächst natürlich mit dem Markt über Service bis zur Produktion. Zwang zur lokalen Fertigung hingegen würde Finanzierung erschweren, Risiken vergrößern und letztlich Projekte verteuern.

Auch in diesem Jahr bot der Windenergie- und Entwicklungsdialog eine Plattform für den  Austausch von Erfahrungen, Ideen und Standpunkten. Vor allem aber diskutierten Teilnehmer darüber, wie Potentiale der Windindustrie in Entwicklungs- und Schwellenländern gemeinsam gehoben, Herausforderungen adressiert und Kooperationen zwischen lokalen Partnern und deutscher Windindustrie konkret gestaltet werden können. GIZ, VDMA Power Systems und BWE setzen den Windenergie- und Entwicklungsdialog auch 2013 fort.

Präsentationen zum 7. Windenergie- und Entwicklungsdialog (engl.):

Wind Power in Emerging Marktes - Sawyer

Financing Wind Energy in Emerging Markets and Developing Countries - Drillisch

Financing Wind Power in Emerging Markets - Hinsche

Perceived And Actual Risks - Meeting Compplexity In Emerging Markets - Buntrock

The Successful Wind Project - Berkenkamp

Weitere Unterlagen (engl.):

Programme 2012

Convenor Profiles

List of Participants

Kontakt:

Johannes Schiel, VDMA Power Systems, 030-306946-21, johannes.schiel@vdma.org, www.vdma.org/windenergie

Georg Schroth, BWE, 030-212 341-242, g.schroth@wind-energie.de, www.wind-energie.de                                   

Daniel Busche, GIZ, 06196 79-1367, daniel.busche@giz.de, www.giz.de/energie-und-wirtschaft



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Quelle: www.wind-energie.de/infocenter/meldungen/2012/7-windenergie-und-entwicklungsdialog-2012