Auf der WindEnergy Hamburg 2026 kommt am 24. September der BWE-Bürgerwindbeirat zusammen. Er repräsentiert Bürgerwindparks aus ganz Deutschland mit einer installierten Gesamtleistung von rund 1,3 Gigawatt und rund 11.500 Kommanditistinnen und Kommanditisten. Bürgerwind ist ein Erfolgsmodell der Energiewende und hat die Entwicklung der deutschen Windindustrie maßgeblich geprägt. BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek betont die Bedeutung von Bürgerwind-Projekten für die Zukunft des Energiesystems.
„Bürgerwind ist die Wiege der deutschen Windenergie. Menschen haben vor Ort Verantwortung übernommen, Kapital mobilisiert und damit den Ausbau der Windenergie in Deutschland entscheidend vorangetrieben“, erklärt Heidebroek. „Diese Stärke müssen wir erhalten und weiterentwickeln. Bürgerwind braucht deshalb praxisnahe Leitplanken, um die Stärken des Modells voll zum Tragen zu bringen. Davon profitierten das gesamte Energiesystem und der Wirtschaftsstandort.“
Der BWE fordert mehr Aufmerksamkeit für den wichtigen Beitrag von Bürgerwind-Projekten zur Transformation des Energiesystems. Bürgerwind steht für regionale Wertschöpfung, wirtschaftliche Beteiligung und Akzeptanz vor Ort. Wenn Bürgerinnen und Bürger selbstbestimmt in Windenergieprojekte investieren, können sie unmittelbar an der Energiewende und dem Erfolg der Windenergie mitwirken. Kommunen profitieren von zusätzlichen Einnahmen, während Anwohnerinnen und Anwohner an den wirtschaftlichen Vorteilen der Projekte teilhaben können.
Der BWE spricht sich deshalb dafür aus, Bürgerwindprojekte mit besonders hohen Standards bei sozialem und ökologischem Engagement sowie bei der Beteiligung vor Ort sichtbarer zu machen. Projekte, die die gesetzlichen Anforderungen deutlich übertreffen, sollen mit einem Zertifikat gesondert gekennzeichnet werden können.
„Bürgerwind kann mehr als die Erfüllung gesetzlicher Mindestanforderungen. Viele Projekte zeigen bereits heute, wie wirtschaftliche Beteiligung, ökologische Verantwortung und gesellschaftliches Engagement vor Ort zusammengehen. Diese Qualität sollte für Behörden sowie die Bürgerinnen und Bürger klar erkennbar und mit einem aussagekräftigen Zertifikat gekennzeichnet sein“, so Heidebroek.
Mit den richtigen Rahmenbedingungen kann Bürgerwind eine zentrale Rolle beim Erreichen der Energieziele spielen: als Instrument zur Mobilisierung privaten Kapitals, als Motor regionaler Wertschöpfung und als Grundlage für tiefgreifende Akzeptanz des weiteren Windenergieausbaus. Dafür muss die Bundesregierung die politischen Voraussetzungen schaffen.