Pressemitteilung:
Industrial Accelerator Act: Resilienz fördern, Ausbau absichern
04.03.2026Heute hat die Europäische Kommission den „Industrial Accelerator Act“ (IAA) vorgestellt. Mit dem IAA sollen die europäische Industrie gestärkt, dekarbonisiert und die Abhängigkeit von Drittstaaten verringert werden. Der Bundesverband WindEnergie (BWE) begrüßt insbesondere die Vorgaben zur Cybersicherheit. In Bezug auf Komponenten für Windenergieanlagen betont der Verband die Bedeutung von Planungssicherheit und stabilen Lieferketten.
Die Europäische Union (EU) verfolgt mit dem IAA das Ziel, den Anteil der verarbeitenden bzw. fertigenden Industrie am Bruttoinlandsprodukt der EU bis 2035 auf mindestens 20 Prozent zu erhöhen. Derzeit sind es lediglich 14 Prozent. Dies soll unter anderem durch die Einführung von „Made in Europe“-Kriterien für strategische Schlüsseltechnologien bei öffentlicher Beschaffung und Ausschreibungen erreicht werden. In Bezug auf Windenergie zielt der Vorschlag der Europäischen Kommission darauf ab, die Produktionskapazitäten von Windenergieanlagen und deren Komponenten – wie Rotorblätter, Türme und Kabel – innerhalb der EU zu steigern. Durch diese Kriterien sollen europäische Hersteller von Windenergieanlagen gegenüber der Konkurrenz aus Drittstaaten – insbesondere aus China – gestärkt werden, indem Projekte vermehrt europäisch gefertigte Komponenten enthalten müssen. Damit reagiert die EU auf geopolitische Krisen, welche die globalen Lieferketten beeinträchtigen.
Damit unterstützt der IAA die Diversifizierungsanforderungen des Net Zero Industry Act (NZIA) bei EE-Ausschreibungen. Konkret bedeutet das, dass ein Jahr nach Inkrafttreten des IAA eine Komponente einer Windturbine im Binnenmarkt hergestellt werden muss. Diese Vorgabe erhöht sich drei Jahre nach Inkrafttreten auf zwei Komponenten. Im Sinne der europäischen Wertschöpfung begrüßt der BWE diese Regelung grundsätzlich. „Für erfolgreiche Windenergieprojekte sind Planungssicherheit und eine stabile Lieferkette entscheidend“, betont BWE-Präsidentin Bärbel Heidebroek. „Dafür brauchen wir jetzt verlässliche Rahmenbedingungen, damit sich das Ausbautempo aufgrund von Lieferengpässen nicht verlangsamt.“
Der IAA schlägt darüber hinaus vor, das im NZIA festgelegte Präqualifikationskriterium zur Cybersicherheit künftig auf die gesamte Ausschreibungsmenge für Wind an Land anzuwenden. „Angesichts der aktuellen geopolitischen Lage ist dies ein sehr wichtiger Schritt, um die Sicherheit und Widerstandsfähigkeit unseres Energiesystems zu stärken“, so Heidebroek.
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