Offshore

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Die Bundesregierung hat sich das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 80 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Der Ausbau der Erneuerbaren Energien ist das zentrale Instrument zum Erreichen dieses Ziels. Aus Branchensicht kann 2020 schon jede zweite Kilowattstunde in Deutschland aus Erneuerbarem Strom bestehen.

Neben der Onshore-Windenergie wird auch die  Offshore-Windenergie einen wichtigen Beitrag zum Erreichen dieses Ziels leisten. Die Bundesregierung strebt an, bis 2020 insgesamt 10 Gigawatt Windenergieleistung in deutschen Gewässern zu errichten, bis 2030 sollen in Nord- und Ostsee 25 GW installierte Windenergieleistung erreicht werden. Diese Ziele sind ambitioniert. Hohe Küstenentfernungen und große Wassertiefen stellen besondere Herausforderung an die Umsetzung deutscher Offshoreprojekte. Zeitlich hängt der Ausbau auf See den Plänen bereits heute um einige Jahre nach.

Ob die Zielsetzung der Bundesregierung erreicht werden, ist fraglich. Denn nach wie vor ist Offshore-Windenergie mit erheblichen finanziellen und technischen Risiken verbunden. Die ersten Hochsee-Windenergieanlagen in Deutschland gingen 2010/11 im Testfeld alpha ventus und in den kommerziellen Windparks BARD 1 und Baltic 1 ans Netz.

Planungen in Nordsee und Ostsee

Nach eingehender Prüfung der Folgen für Ökosysteme, Fischerei, Schifffahrt und Militär hat das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) über 20 Offshore-Windparks in der Nordsee und drei in der Ostsee genehmigt. Alle liegen außerhalb der 12-Seemeilen-Zone in der so genannten Ausschließlichen Wirtschaftszone (AWZ). Für Anträge innerhalb der 12-Seemeilen-Zone sind die Anrainerbundesländer zuständig. Bisher genehmigten sie vier Windparks in der Nord- und zwei in der Ostsee. Insgesamt umfassen die Genehmigungen in der Nordsee 4.700 WEA mit 21.400 MW Gesamtleistung. Das entspricht einer durchschnittlichen WEA-Leistung von 4,5 MW. In der Ostsee sind 508 Anlagen mit 2.368 MW kumulierter Leistung genehmigt. Der Durchschnitt liegt hier bei 4,6 MW pro Anlage.

Zudem laufen über 50 Genehmigungsverfahren für die Nordsee, in denen 5.700 WEA mit 28 GW Gesamtleistung in der AWZ beantragt sind. In der Ostsee sind Verfahren für neun Windfelder anhängig. Planungsstand: 530 WEA mit über 2.300 MW Gesamtleistung. Das Gros der Projekte ist über 30 km von den Küsten entfernt und wird vom Land aus nicht zu sehen sein.

Küstenregionen profitieren

Derzeit bereiten sich nicht weniger als 14 Häfen an Nordsee und Ostsee auf die Anforderungen der Offshore-Windindustrie vor. Sie schaffen Erweiterungsflächen zur Ansiedlung von Anlagen- und Komponentenherstellern, sorgen für die nötige Tragfähigkeit ihrer Verkehrsflächen, um hunderte Tonnen schwere Fundamente und Anlagenkomponenten transportieren zu können oder bauen Schwerlast-Terminals und Anlegestellen für Spezialschiffe der Branche. Daneben beleben die Ausbaupläne Werften und Reedereien. Montageschiffe und -plattformen, Kabelleger sowie Schiffe zum Transport der riesigen WEA und des Personals sind oft noch Mangelware.

Außerdem entstehen schon jetzt Schulungszentren für Mitarbeiter in Service, Wartung und Montage, sowie Leitzentralen, in denen hoch spezialisierte Mitarbeiter den Betrieb der Windparks fernüberwachen. Nicht zuletzt zieht die Branche zahlreiche Dienstleister an: Ob Helikopter-Services, Service- und Wartungsbetriebe, Logistiker oder wissenschaftliche Gutachter, die Planung, Bau und Betrieb der maritimen Windparks begleiten und überwachen.

Service und Wartung Offshore

Bei Anlagenausfällen geht Betreibern von Offshore-Windparks wegen der hohen Erträge der Multimegawatt-Anlagen viel Geld verloren. Erst recht, wenn sich die Reparatur witterungsbedingt verzögert. Entsprechend sind zuverlässige Anlagen und ausgefeilte Service- und Wartungskonzepte gefragt. Elektronische Anlagen-Fernüberwachung und redundante Systeme sind Standard, regelmäßige Inspektion und Wartung von Fundamenten, Rotorblättern oder Kabelanschlüssen unabdingbar. Experten schätzen, dass Service und Wartung bis zu ein Viertel der Kosten von Offshore-Windparks ausmachen, während die WEA mit circa einem Drittel zu Buche schlagen.

Zum Vergleich: An Land machen die Kosten der Anlagen zwei Drittel der Gesamtkosten aus, während der Anteil von Service und Wartung im niedrigen einstelligen Prozentbereich liegt. Neben Kosten muss die Offshore-Branche Herausforderungen in der Ersatzteil- und Personallogistik meistern. Gerade bei schwerer See sind Serviceteams durch mehrstündige Anfahrten und schwierige Übergange von Schiff zu WEA hohen Belastungen ausgesetzt. Helikopter-Transfers gehen schneller, sind aber teurer und müssen bei Nebel und starkem Wind oft ganz ausfallen.

Tags: Klimaschutz, Offshore, Regionale Wertschöpfung, Service und Wartung



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Quelle: www.wind-energie.de/themen/offshore