Naturschutz

Naturschutz

Die Erschließung von Standorten für die Windenergie ist meist mit einem Konfliktpotenzial hinsichtlich der naturschutzfachlichen Interessen, insbesondere des Artenschutzes verbunden. Zwar konnten in den vergangenen Jahren durch zahlreiche Studien und Gutachten viele Befürchtungen widerlegt werden.

In der Praxis gestaltet sich die einvernehmliche Planung und Umsetzung von Windenergieprojekten immer noch schwierig. Lösungsansätze finden sich auf der Ebene der Regionalplanung und im Genehmigungsprozess. Negative Umwelteinflüsse werden durch sorgfältige Standortplanung weitgehend vermieden. Jedes größere Projekt durchläuft eine Umweltverträglichkeitsprüfung. Die Eingriffe in Natur- und Landschaft werden bewertet und gegebenenfalls kompensiert.

Vögel und Fledermäuse

Zahlreiche Studien und Gutachten zeigen, dass die Gefahr durch Windräder für die meisten Vogelarten sehr gering ist. Studien internationaler Vogelschutzverbände bewerten den Klimawandel als die wesentlichste Ursache für das Artensterben. Dennoch zeigt sich in der Genehmigungspraxis, dass die Ablehnung von Windparkprojekten oder die hohen Auflagen aufgrund naturschutzfachlicher Belange zum Teil nicht wissenschaftlich begründbar sind. Auch die aktuelle Studie des BMU "Windenergieanlagen und Greifvögel" stellt sich nicht der Frage, in wieweit die Populationen der untersuchten Vogelarten durch Windenergieanlagen gefährdet sind. Es besteht also weiterhin Forschungsbedarf. Der Bundesverband WindEnergie vertritt grundsätzlich die Position, dass die Verhältnismäßigkeit zwischen naturschutzfachlichen Ansprüchen, der Zielsetzung des Ausbaus der Erneuerbaren Energien und der tatsächlichen Gefährdung der betroffenen Arten gewahrt werden muss.

Andere Wild- und Nutztiere

Nutztiere wie Pferde, Kühe und Schafe werden auf Koppeln, Weiden oder in Ställen in der Nähe von Windkraftanlagen gehalten. Verhaltensauffälligkeiten konnten nicht festgestellt werden.Die Tiere passen sich in der Regel neuen Gegebenheiten schnell an. Der Gewöhnungseffekt tritt auch bei Wildtieren nach kurzer Zeit ein. Rehe, Füchse und Hasen nehmen die Anlagen nicht als Bedrohung wahr und zeigen kein Meideverhalten.

Offshore-Windenergie: In Einklang mit Natur und Schifffahrt

Bevor das Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrografie (BSH) Windparks auf See genehmigt, finden umfassende Umweltverträglichkeitsprüfungen statt. Dazu treiben das Bundesamt für Naturschutz (BfN) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit die ökologische Begleitforschung voran. Diese untersucht die Auswirkungen von Offshore-Windparks auf die Meeresumwelt vor und während der Bauarbeiten sowie im Betrieb. Auch dazu dienen drei FINO-Forschungsplattformen, die den Vogelzug über der Nord- und Ostsee und den Einfluss der Fundamentarbeiten auf das vielfältige Leben am Meeresgrund erforschen. Neben dieser unabhängigen Begleitforschung müssen Projektierer von Offshore-Windparks eigene Umweltgutachten vorlegen. Unter anderem gilt es, die Populationen von Zug- und Rastvögeln, Meeressäugern, Fischen und das Artenvorkommen am Meeresgrund zu dokumentieren. Ziel des Monitorings ist es, Negativeffekte frühzeitig zu erkennen und durch erweiterte Umweltauflagen gegensteuern zu können. Erste Forschungsergebnisse deuten darauf hin, dass die Auswirkungen auf Zugvögel und Meeressäuger geringer sind als befürchtet und sich durch gezielte Schutzmaßnahmen weiter minimieren lassen. Neben dem umfassenden Öko-Monitoring prüft das BSH im Zuge der Genehmigungsverfahren, inwieweit Offshore-Windparks mit den Interessen von Fischerei, Schifffahrt oder Militär in Einklang stehen.

Tags: Naturschutz, Planung, Umwelt



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Quelle: www.wind-energie.de/themen/natur-und-umweltschutz/naturschutz