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Repowering meint den Ersatz von älteren Windenergie-Anlagen der ersten Generation durch neue, leistungsstärkere Maschinen. Ziel ist eine bessere Ausnutzung der verfügbaren Standorte, die Erhöhung der installierten Leistung bei gleichzeitiger Reduktion der Anzahl der Anlagen.

An etablierten Windstandorten lässt sich deutlich mehr Strom mit weniger Anlagen produzieren. Weniger, ruhiger und leiser laufende Anlagen bedeuten eine Entlastung der Umwelt. Im Jahr 2012 werden in Deutschland 9.359 Anlagen das Alter von mindestens 12 Jahren erreicht haben. Sie stehen vor allem an windstarken norddeutschen Küstenstandorten und bieten ein großes Potenzial für das Repowering. Zusammen kommen Sie auf eine Leistung von 6.104 MW
Die Betreiber profitieren vom rasanten technologischen Fortschritt: Die Betriebskosten sinken, der Ertrag steigt. Im nordfriesischen Galmsbüll wurde beispielsweise zwischen 2005 und 2007 ein größeres Repowering-Projekt als Bürgerwindpark umgesetzt. Abgebaut wurden 38 Windenergieanlagen, im Schnitt 14 Jahre alt, mit einer Leistung von je 200 bis 500 Kilowatt (insgesamt 12,4 MW). Stattdessen drehen sich jetzt nur noch 21 Windkraftwerke mit einer gesamten Leistung von 60 Megawatt auf den Flächen der Gemeinde mit 640 Einwohnern. Diese werden laut Prognose mehr als das Fünffache an Strom liefern, über 155 Millionen Kilowattstunden im Jahr.
Mit einem Boom des Repowering rechnen Experten zu Beginn des nächsten Jahrzehnts. Der Erfolg der Projekte hängt stark ab von der genehmigungsrechtlichen Situation am Standort, der betriebswirtschaftlichen Kalkulation der vorhandenen Anlagen sowie der Netzkapazität und deren Ausbaumöglichkeiten. Generell werden die Stromnetze zwar durch eine regionale Streuung der Windenergieanlagen entlastet. Doch vor allem entlang der Küste müssen die vorhandenen Netze zur Integration der Windenergie in den nächsten Jahren ausgebaut werden. Sowohl zur Kostenoptimierung beim Netzausbau, als auch bei der Netzeinbindung der Windenergieanlagen spielt der Ersatz älterer Turbinen durch moderne, steuerbare Anlagentechnik eine entscheidende Rolle.
Mit dem am 1.1.2009 in Kraft getretenen, novellierten EEG sind die Anreize zum Repowering deutlich verstärkt worden. Für Windenergieanlagen an Land erhöht sich die Anfangsvergütung von 7,87 auf 9,2 Cent/kWh, hinzu kommt für Repoweringanlagen ein Bonus von 0,5 Cent/kWh. Die ersetzten Anlagen müssen aus dem gleichen oder benachbarten Landkreis stammen und mindestens zehn Jahre alt sein. Eine neue Anlage muss mindestens die doppelte Leistung der ersetzten Anlagen erreichen. Ferner darf sie die fünffache Leistung nicht überschreiten. Der Repowering-Bonus setzt endlich die notwendigen Investitionsanreize, um Windenergieanlagen der ersten Generationen durch moderne, effizientere Turbinen zu ersetzen. Halbierung der Anlagenzahl bei Verdoppelung der Leistung und Verdreifachung des Ertrags kann jetzt die Erfolgsformel der deutschen Windenergie an Land in den nächsten Jahren werden.
Nun müssen die gesetzlichen Vorgaben zur Optimierung und dem Ausbau der Netze vom Gesetzgeber schnell angepasst werden, damit der erfolgreiche Ausbau der Windenergie weiter voranschreiten kann.
Neben der bedeutenden Steigerung des Energieertrags ist vor allem die Entlastung des Landschaftsbildes ein wichtiger Grund für das Ersetzen alter Anlagen durch moderne leistungsfähigere Maschinen. Die geringere Drehzahl der Rotoren beruhigt darüber hinaus das Erscheinungsbild.
Wie das aussehen kann, zeigen die drei folgenden Animationen der Windparks in Simonsberg (Schleswig-Holstein), Bassens (Niedersachsen) und Hemme (Mecklennburg-Vorpommern). Hierbei handelt es sich um reale Projekte. Ein Repowering fand jedoch noch nicht bei allen Windparks statt. Die Bilder nach dem Repowering sind Fotomontagen im Auftrag des Bundesverbandes WindEnergie.
Windpark Simonsberg, Schleswig-Holstein
Der Film zeigt einen Windpark mit 13 WEA, von denen 11 durch drei moderne 5 Megawatt Maschinen ersetzt wurden. Die Gesamtleistung wird dadurch von 5,5 MW auf 15 MW erhöht.
Windpark Bassens, Niedersachsen
Der Film zeigt einen Windpark mit 34 WEA, die durch vier moderne 5 Megawatt Maschinen ersetzt wurden.
Windpark Hemme,
Mecklenburg-Vorpommern
Der Film zeigt einen Windpark mit 13 WEA der älteren Generation, die durch vier moderne 4,5 Megawatt Maschinen ersetzt wurden.