Windbranche für Erleichterung bei Schwerlasttransporten und deutliche Entlastung der Polizei

„Deutschland ist äußerst erfolgreich dabei, sein Energiesystem umzubauen. Die Windenergie ist dabei Motor und Leistungsträger der Entwicklung und trägt insbesondere mit einer etablierten und preiswerten Technik an Land zum Gelingen der Energiewende bei. Nach wie vor kämpft die Branche allerdings mit Störungen innerhalb der Lieferketten, weil für ca. 95 Prozent der notwendigen Transporte für den Bau von Windkraftanlagen umfangreiche Genehmigungen und eine zusätzliche Begleitung der Polizei vorgeschrieben sind.

Wir schlagen deshalb eine deutliche Entbürokratisierung und vor allem eine Entlastung der Polizei vor“, so Hermann Albers, Präsident des Bundesverbandes WindEnergie (BWE) anlässlich der Vorlage eines BWE-Positionspapiers zum Schwerlastverkehr.

Für die gut 39.000 Schwerlasttransporte der vier großen deutschen Windkraftanlagenhersteller Enercon, Vestas, Senvion und Nordex waren allein 2014 ca. 70.000 Genehmigungen erforderlich. Zudem bindet jeder Transport im Schnitt zwei Einsatzfahrzeuge und mindestens zwei Beamte der jeweiligen Landespolizei. Unterschiedliche Regelungen zu Fahrtzeiten für Großraum- und Schwertransporte sowie unkoordinierte Baustellenaktivitäten behindern einen reibungslosen Ablauf.

„Wir wollen eine deutliche Entlastung der Polizei und fordern – wie die Verkehrsministerkonferenz der Länder – die Zulassung privater Begleitfahrzeuge. Dies ist in unseren Nachbarländern Österreich, Belgien, Frankreich und den Niederlanden, aber auch in Portugal bereits erfolgreich gelebte Praxis und auch für Deutschland leistbar. Zudem könnte sich die Polizei, statt Transporte zu begleiten, dann besser auf den Kampf gegen Verbrechen konzentrieren“, so der Verbandspräsident.

Der BWE schlägt vor, für regelmäßig genutzte Strecken das Instrument von Dauergenehmigungen zu etablieren. Damit ließe sich der Aufwand in den Genehmigungsbehörden deutlich verringern. Außerdem mahnt der Verband eine bundeseinheitliche Regelung zu den Fahrtzeiten für Großraum- und Schwertransporte an, da diese fast immer länderübergreifend zu organisieren sind. Und um Probleme an kurzfristig auftretenden Baustellen zu minimieren, schlägt der BWE eine bundesweite Datenbank mit genehmigten Strecken vor.

„Wir räumen der Verkehrssicherheit einen hohen Stellenwert ein. Wenn aber aus der ursprünglich als Sonderfall angelegten Genehmigungspflicht für Schwertransporte der Regelfall wird, muss reagiert werden. Und wenn die steigende Zahl von Transporten auch immer mehr Polizeikräfte bindet, die an anderer Stelle fehlen, gilt es sinnvolle Lösungen voranzutreiben. Dazu sollen unsere Vorschläge beitragen“, machte Hermann Albers deutlich.

Download: BWE-Positionspapier Schwerlasttransporte

Ansprechpartner für Pressefragen

Wolfram Axthelm
Geschäftsführer
Kommunikation, Politik, Europa und Strategie

Tel.:+49 (0)30 212341-210
Fax:+49 (0)30 212341-410
E-Mail: presse@wind-energie.de

Wolfram Axthelm - Geschäftsführer Bereich Strategie und Politik