Nord-Süd-Debatten vermeiden – Branche und Bundesländer haben gemeinsame Interessen

„Wir brauchen jetzt keine Nord-Süd-Debatten, sondern ein geschlossenes Auftreten im Interesse von 140.000 Beschäftigten deutschlandweit. Diese erwarten zu Recht, dass die Bundesländer und die Branche dazu beitragen, die politisch gewollte Systemumstellung zu Ausschreibungen so zu gestalten, dass die Energiewende nicht in voller Fahrt aufgehalten wird“, appellierte Hermann Albers, Präsident Bundesverband WindEnergie an die über 600 Teilnehmer des Windbranchentages Niedersachsen/Bremen in Hannover.

Die Branche blickt auf das erfolgreiche Jahr 2014 mit einem Zubau von 1.766 Windkraftanlagen an Land und 4.750 Megawatt zurück. Für 2015 erwartet man einen Zubau von 4.000 bis 4.500 Megawatt an Land und mit einer Gesamtleistung von bis zu 3.300 Megawatt am Netz einen Durchbruch im Bereich der Offshore-Technologie in Nord- und Ostsee.

Hermann Albers erinnerte an die Herausforderungen aus den Vergütungskürzungen im EEG und die in den Jahren 2016 und 2017 anstehende Degression sowie die noch nicht klar prognostizierbaren Auswirkungen des § 24 im EEG 2014, welcher erstmals eine Nichtvergütung für gelieferte Strommengen zu negativen Börsenpreisen androht. Ausführlich stellte der Präsident die Forderungen des Verbandes zum geplanten Systemwechsel hin zu Ausschreibungen vor.

„Wir haben unsere Skepsis zu Ausschreibungen deutlich gemacht, beteiligen uns aber daran, vernünftige Regelungen zu erreichen. Wir fordern deshalb,

  1. dass die in der EU-Beihilferichtlinie zugelassenen Ausnahmen genutzt werden. Kleinen Akteuren, die als Bürgerwindpark, Energiegenossenschaft oder unter kommunaler Trägerschaft ein Projekt umsetzen, muss eine Marktteilnahme möglich bleiben. Sie sichern die Akzeptanz der Energiewende.
  2. ein hohes Ausbauvolumen von jährlich mindestens 4.400 Megawatt. So lassen sich rückläufige Zubauten in anderen Branchen kompensieren, die Ausbauziele in den Bundesländern unter Ausschreibungen erreichen und die Vernetzung der Sektoren Strom, Mobilität und Wärme stärken. Und wir schlagen
  3. ein einstufiges Referenzertragsmodell vor, welches helfen wird, den dezentralen Ausbau in ganz Deutschland aufrecht zu erhalten“, erläuterte Hermann Albers.

„Wir sehen durch die in einem von vielen unterschiedlichen Akteuren gekennzeichneten deutschen Markt erreichte weltweite Technologieführerschaft große volkswirtschaftliche Chancen. Die Weltmärkte im Bereich der Erneuerbaren Energien und insbesondere der Windenergie an Land sind auf einem dynamischen Wachstumspfad. Deutsche Hersteller sind in diesem Weltmarkt gut positioniert. Um dies zu sichern, braucht es einen stabilen Heimatmarkt! Die Politik sollte dies anerkennen und durch gute gesetzliche Rahmenbedingungen unterstützen“, so Hermann Albers.

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