BWE diskutiert Zukunftsfragen der Windenergie

14. September 2017

BWE diskutiert Zukunftsfragen der Windenergie

In einem inhaltlich breit angelegten Forum diskutierte der Bundesverband WindEnergie (BWE) heute zukünftige Herausforderungen der Branche. Im Fokus stand dabei die Frage wie Anlagen, die ab 1.1.2021 schrittweise aus der EEG-Systematik herausfallen, weiter ihren Beitrag zur Energiewende leisten können.

Allein 2021 betrifft dies rund 6.000 Windenergieanlagen mit einer Leistung von zusammen ca. 4.000 Megawatt. Bis 2025 sind insgesamt 14.000 Megawatt betroffen. Der BWE zeigt in Husum auf, welche technischen Grundlagen für den Weiterbetrieb gelten und welche Regelungen des EEG auch dann gültig bleiben, wenn kein Vergütungsanspruch mehr besteht. Dies betrifft auch Projekte die unter Umständen von vornherein auf eine Vergütung verzichten wollen. Darüberhinaus stellt der BWE einen Instrumentenkasten vor, der der Regionalplanung Wege für die planungsrechtliche Begleitung der Erneuerung des Maschinenparks (Repowerung) aufzeigt.

"Aktuell haben wir 50.000 Megawatt Windenergie im Markt von denen rund 14.000 Megawatt zwischen 2021 und 2025 aus der EEG-Vergütung fallen. Wir wollen, dass diese Anlagen weiter eine Chance behalten, ihren Beitrag für den Klimaschutz zu leisten. Wir wollen das wachsende Strombedarfe im Rahmen der Sektorenlopplung mit sauberen und preiswerten Windstrom gedeckt werden. Einen Rückgriff auf die teure, klimaschädliche Braunkohle darf es nicht geben", so Hermann Albers, Präsident Bundesverband WindEnergie, anlässlich der Eröffnung des Forums. "Mit dem EEG gibt es für den Weiterbetrieb eine rechtliche Grundlage. Die wirtschaftliche Perspektive gilt es u.a. über die Bündelung von Strommengen, neue direkte Kundenbeziehungen und die Erschließung von Potenzialen in den Sektoren Mobilität und Wärme zu erarbeiten."

Der BWE-Präsident verwies darauf, dass viele Akteuere der Branche sich den Herausforderungen stellen, die preiswerte Windenergie vor Ort in verschiedensten Power2X-Projekten zu nutzen. Sie sehen sich dabei hohen rechtlichen und administrativen Hürden, aber auch einen nach wie vor unfairen Marktplatz gegenüber. "Hier muss die Politik handeln. Der Weg zur Sektorenkopplung muss erleichtert werden. Die zaghafte Regelung für ansonsten abgeriegelten Strom im aktuellen EEG darf nur ein erster Schritt sein. Außerdem wird der Einstieg in die Bepreisung des klimaschädlichen CO2 zwingend, um einen fairen Wettbewerb zwischen Erneuerbaren und fossilen Energie zu sichern. Dies würde die Durchdringung der Sektoren Mobilitat, Wärme, Gewerbe und Industrie mit Erneuerbaren Energien beschleunigen und die Klimaschutzziele erreichbar machen", so Hermann Albers.

Leidenschaftlich warb der BWE-Präsident für den Erhalt mittelständischer Strukturen in der Branche. Diese bildeten die Basis für die Akzeptanz vor Ort und seien damit das Fundament für eine weiter erfolgreiche Energiewende. "Viele Akteure sehen mit Sorge, dass der durch ein fehlgeleitetes Ausschreibungsdesign in Verbindung mit der staatlich angeordneten Verknappung des Marktes ausgelöste Preisverfall eine echte Projektfinanzierung immer schwieriger macht. Wir wollen die Fehler des EEG schnell korrigiert haben. Gleichzeitig ist klar, dass es ein marktwirtschaftliches Folgeinstrument geben muss, welches wieder eine regional ausgewogene Zubau gewährleistet und Projektfinanzierung möglich macht. Hierfür werben wir um politische Unterstützung. Den Lippenbekenntnissen für den Mittelstand müssen Taten folgen", so Hermann Albers.



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Quelle: www.wind-energie.de/presse/pressemitteilungen/2017/bwe-diskutiert-zukunftsfragen-der-windenergie