Stabiler Aufwärtstrend am deutschen Windmarkt

28. August 2013

Stabiler Aufwärtstrend am deutschen Windmarkt

2013 – Produktionsvolumen der Hersteller 2012 gewachsenBerlin.  Der Aufwärtstrend bei der neu installierten Leistung am deutschen Windmarkt bleibt auch für das erste Halbjahr 2013 an Land stabil. Die Offshore-Windenergie wächst von recht niedrigem Niveau stärker an. Das verdeutlichen die von der Deutschen WindGuard im Auftrag des Bundesverbandes WindEnergie e.V. (BWE) und VDMA Power Systems ermittelten Zahlen der aktuellen Herstellerbefragung

Von den insgesamt rund 1.143 Megawatt neu installierter Leistung wurden etwa 1.038 Megawatt an Land und 105 Megawatt im Meer installiert. Der Ausbau der Windenergie an Land entspricht im ersten Halbjahr 2013 etwa dem Vorjahresniveau. Damit erweist sich der Ausbaupfad entgegen aller Skepsis als stabil.

BWE-Präsidentin Sylvia Pilarsky-Grosch: „Der Zubau im ersten Halbjahr liegt an Land mit 80 Megawatt oder etwa acht Prozent über dem Wert des Vergleichszeitraums 2012. Unsere Annahme für den Ausbau der Windenergie an Land in 2013 in Höhe von 2.700 bis 2.900 Megawatt bestätigt sich mit diesem Wert. Es ist ein erfreulich stabiles Wachstum, wenn man die richtungslose politische Debatte im Frühjahr über Änderungen am EEG berücksichtigt. Während die Bevölkerung und die Industrie an der Energiewende hart arbeiten, hat die Bundesregierung hier noch Nachholbedarf. Politik und Bürokratie behindern nach wie vor eine zügige Energiewende.“

Thorsten Herdan, Geschäftsführer VDMA Power Systems: „Die positiven Zahlen des ersten Halbjahres dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich das Investitionsklima in Deutschland verschlechtert hat. Wir brauchen nach der Wahl schnellstmöglich Klarheit über die politischen Rahmenbedingungen. Ein möglichst eng verzahntes EEG 2.0 und Strommarktdesign 2.0 müssen prioritäre Aufgaben der Energiepolitik der neuen Bundesregierung sein.“

Immer noch verhalten zeigt sich die Entwicklung der Windenergie auf See: Hier gingen im ersten Halbjahr 2013 nur 21 Offshore-Windenergieanlagen mit 105 Megawatt ans deutsche Netz – europaweit waren es 1.045 Megawatt. Aber die Aussichten auf ein stärkeres Wachstum der Windenergie auf See verbessern sich: Im Jahr 2012 wurden über 109 Fundamente und in diesem Jahr bereits im ersten Halbjahr weitere 155 Fundamente aufgestellt. Bei einem Durchschnitt von vier Megawatt pro Fundament sind das nach Installation und Netzanschluss der Turbinen zusammen rund 1.000 Megawatt. 38 Turbinen mit zusammen knapp 200 Megawatt waren im ersten Halbjahr installiert aber noch nicht am Netz. Einige davon und weitere, die in der zweiten Jahreshälfte installiert werden, werden noch in diesem Jahr ans Netz gehen und ersten Strom einspeisen. Insgesamt wird mit etwa 200 Megawatt für 2013 und über 1.000 Megawatt für 2014 und für 2015 gerechnet.

Thorsten Herdan: „Die Zahlen zeigen, dass die in Bau befindlichen Offshore-Windenergie-Projekte mit zusammen knapp 2.000 Megawatt zur Umsetzung gelangen. Allerdings ist so schnell wie möglich ein deutliches Signal seitens der Bundesregierung notwendig, um endlich Planungssicherheit für Investoren bei der zweiten Ausbaustufe von weiteren 5.000 Megawatt zu erhalten. Ansonsten wird bis 2015 kein weiterer Euro in neue Projekte investiert.“ Sylvia Pilarsky-Grosch: „Der Windenergie-Ausbau insgesamt verläuft seit Jahren planbar und kontinuierlich. Auf unsere Prognosen konnte sich die Politik stets verlassen. Verlässlichkeit erwartet die Branche daher auch von der nächsten Bundesregierung.“

Das Investitionsvolumen in Windenergieanlagen, die in Deutschland im Jahr 2012 an Land installiert wurden, betrug etwa 2,6 Milliarden Euro. Bei den Offshore-Windenergieanlagen waren es 120 Millionen Euro. Das entspricht zusammen mit 2,7 Milliarden Euro etwa sechs Prozent des Weltmarktes.

Das Produktionsvolumen der Windenergieanlagen-Hersteller in Deutschland ist 2012 mit dem Weltmarkt und dem Heimmarkt von insgesamt etwa 6 Milliarden Euro auf etwa 6,3 Milliarden Euro gewachsen. Hier liegt der Anteil am Weltmarkt bei 15 Prozent. Davon wurden für etwa 5,8 Milliarden Euro Onshore-Windenergieanlagen und für etwa 0,5 Milliarden Euro Offshore Windenergieanlagen produziert. Die Exportquote ist von 66 Prozent auf 67 Prozent leicht gestiegen. Sylvia Pilarsky-Grosch: „Windenergie ist auch in der Krise ein zuverlässiger Konjunktur-Motor.“

Thorsten Herdan resümiert: „Die deutsche Windindustrie ist mit Spitzentechnologie im internationalen Wettbewerb sehr gut aufgestellt. Nach einem schwierigen Jahr 2013 mit vielleicht 39.000 Megawatt installierter Leistung wird der Weltmarkt 2014 wieder auf etwa 43.000 bis 45.000 Megawatt anziehen. Wir sind sicher, dass auch dann die deutsche Industrie mit ihren Entwicklungen hin zu qualitativ hochwertigem Windstrom ihre Vorreiterrolle behalten kann.“

Die wichtigsten Zahlen im Überblick:

Deutsche Windindustrie 2012
Produktionsvolumen Windenergieanlagenhersteller: 6,34 Mrd. Euro (2011: 5,96 Mrd. Euro)
Exportquote der Windenergieanlagenhersteller: 67 Prozent (2011: 66 Prozent)
Investitionen in Windenergieanlagen in Deutschland: 2,7 Mrd. Euro (2011: 2,2 Mrd. Euro)
Investitionen in Onshore-Windenergieanlagen in Deutschland: 2,6 Mrd. Euro
Investitionen in Offshore-Windenergieanlagen in Deutschland: 120 Mio. Euro

Inlandsmarkt 1. Halbjahr 2013
Neue Windenergie-Kapazitäten Onshore: 1.038 MW (1. Halbjahr 2012: 959)
Neue Windenergie-Kapazitäten Offshore: 105 MW (1. Halbjahr 2012: 45)
Neu installierte Leistung Windenergie in Deutschland gesamt: 1.143 MW (1. Halbjahr 2012: 1004)
Gesamte Windenergie-Kapazität in Deutschland zum 30.6.2013: 32.422 MW (30.6.2012: 30.016 MW)

Download: Status des Windenergieausbaus in Deutschland, 1. Halbjahr 2013

Ansprechpartner:
Georg Schroth,  Bundesverband WindEnergie e.V.,  030/212341-242,  g.schroth@wind-energie.de
Sylvia Georgi, VDMA Power Systems, 069/6603-1780, sylvia.georgi@vdma.org

Tags: Statistik, Verband, Windenergie, Wirtschaft



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Quelle: www.wind-energie.de/presse/pressemitteilungen/2013/stabiler-aufwaertstrend-am-deutschen-windmarkt