Hessen hinkt hinterher

27. August 2013

Hessen hinkt hinterher

Windenergie-Ausbau zögerlich / Genehmigungsbehörden und Flugsicherung bremsen Energiewende aus. Berlin/Frankfurt – Der Windenergie-Ausbau will in Hessen nicht recht vorankommen. Im ersten Halbjahr 2013 sind gerade einmal 19 neue Windkraftanlagen mit einer Leistung von 46 Megawatt installiert worden. Zum Vergleich: In Rheinland-Pfalz ist im gleichen Zeitraum mehr als viermal so viel Windkraft-Leistung installiert worden.

Joachim Wierlemann, Landesvorsitzender in  Hessen des Bundesverbands WindEnergie: „Die hessische Landesregierung will bis 2050 die Energieversorgung komplett auf Erneuerbare umstellen und hat im Landesentwicklungsplan zwei Prozent der Landesfläche für Windenergie vorgegeben. Hindernisse bestehen jedoch  in der zögerlichen Ausweisung von Windeignungsflächen in den Regional- und Flächennutzungsplänen. Zudem sorgen die völlig überzogenen Vorgaben der Naturschutzbehörden für eine Kostenexplosion bei den Planungen.

Laut einer Studie Windenergiepotenzial Hessen des BWE bietet das Bundesland gute Voraussetzungen für die Windenergienutzung. Demnach stehen in Hessen knapp 3,4 Prozent der Landesfläche außerhalb von Wäldern und Schutzgebieten für die Windenergienutzung zur Verfügung. Bei Nutzung der 2 Prozent Landesfläche ergäben sich 14 GW installierbare Leistung.

BWE-Präsidentin Sylvia Pilarsky-Grosch: „Nach einem verzögerten Zubau in den vergangenen Jahren gilt es nun, weitere Standorte zu entwickeln.“ Dabei gibt es gerade in Mittelgebirgslagen reichlich windhöffige Standorte, an denen bei heutigen Nabenhöhen 2.500 Volllaststunden realistisch sind – also ähnliche Windverhältnisse wie in Küstennähe herrschen. Dort ließe sich mit 2.500 Windenergie-Anlagen à 3 Megawatt Leistung die Hälfte des hessischen Strombedarfs decken – und das bei einem Flächenbedarf von unter zwei Prozent der Landesfläche. Pilarsky-Grosch: „Obendrein würde ein solcher Ausbau Herstellern, Zulieferern und Projektentwicklern vor Ort den Rücken stärken, Arbeitsplätze schaffen und die Gewerbesteuereinnahmen der Kommunen kräftig erhöhen.“

Ein weiteres Problem für die Windenergie in Hessen sind das zivile und militärische Radar und die Drehfunkfeuer der Deutschen Flugsicherung. Flugsicherung und Radar behindern den Ausbau der Windenergie vor allem in Hessen massiv. Nach aktuellen Erhebungen bei der BWE-Mitgliedschaft stecken fast 3.500 Megawatt geplanter Windenergieprojekte bundesweit und über 600 MW allein in Hessen derzeit in der Warteschleife, weil die zivilen oder militärischen Luftfahrtbehörden Widerspruch eingelegt haben. Pilarsky-Grosch: „Hier muss die Landesregierung im Bundesverkehrsministerium vorstellig werden, damit die Politik zusammen mit der Branche pragmatische Lösungen erarbeiten kann. Sonst bleibt es bei einem Investitionsstau von mehreren Milliarden Euro.“

Hintergrund:
Windenergie-Potenzialstudie für Hessen    
BWE-Umfrage Radar und Flugsicherung   
BWE-Website-Hessen
 

Ein Foto von Sylvia Pilarsky-Grosch finden Sie hier

Ansprechpartner:
BWE-Landesvorstand Joachim Wierlemann 0170 / 21 32 797, HE@bwe-regional.de
BWE-Pressesprecher Matthias Hochstätter 0170 / 551 25 42, presse@wind-energie.de

Tags: Bundesländer, Energiepolitik, Potenziale, Windenergie



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Quelle: www.wind-energie.de/presse/pressemitteilungen/2013/hessen-hinkt-hinterher