EEG-Umlage 2014: Was schätzen Sie...

EEG-Umlage 2014: Was schätzen Sie...

15. Oktober 2013

...wie viel Prozent Ihrer Stromkosten 2014 kommen der Förderung von Windenergie an Land zugute? Wie setzt sich der Strompreis überhaupt zusammen? Alles Gelder für Wind und Sonne? Verschaffen Sie sich einen Überblick über die Bestandteile des durchschnittlichen Haushaltsstrompreises und erfahren Sie, welchen geringen Anteil die Förderung von Windenergie an Land dabei einnimmt - nämlich nicht einmal ein Prozent.

Rund 70 Prozent der Steigerung der EEG-Umlage haben andere Ursachen als den Bau von neuen Windenergieanlagen, so der Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE) in Reaktion auf die am 15. Oktober bekannt gegegebene EEG-Umlage 2014.

Den aktuellen Prognosen zufolge betragen die reinen Förderkosten für Windenergie an Land im kommenden Jahr 0,25 Cent je kWh – und damit weit weniger als ein Prozent des durchschnittlichen Haushaltsstroms. Ihr Anteil an der EEG-Umlage hob sich von 2012 bis 2014 nur unmerklich. Für einen Drei-Personen-Haushalt bedeutet dies, dass er mit ungefähr 0,73 EUR im Monat bzw. 8,76 EUR im Jahr dazu beiträgt, die Gewinnung sauberen Windstroms in Deutschland zu ermöglichen. Im Vergleich dazu: Dies entspricht nicht einmal einer BILD-Zeitung im Monat oder zwei Packungen Zigaretten im Jahr.

Diesem geringen Kostenanteil steht ein deutliches Plus an Leistung gegenüber. Denn die bisherige Förderung der Windenergie an Land trug dazu bei, dass die Branche innerhalb nur weniger Jahre einen technologischen Fortschritt meistern konnte, der sie heute fast 8 Prozent am deutschen Strombedarf stemmen lässt.

Hier finden Sie unsere Strompreisgrafik als Download.

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Netzentgelte, Messung, Abrechnung

Das deutsche Stromnetz besteht aus Übertragungsnetzen, die Strom über weite Strecken transportieren, und Verteilnetzen, über die der Strom in der jeweiligen Region verteilt wird. Für die Nutzung ihrer Leitungen berechnen die Netzbetreiber den Energieversorgern Entgelte, die in der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) geregelt sind.

Stromerzeugung und Vertrieb

Der Preis für Erzeugung und Vertrieb ist der einzige Teil des Strompreises, der variabel nach Marktprinzipien entsteht. Kraftwerke werden in der Reihenfolge ihrer Grenzkosten (d. h. variable Kosten wie Brennstoffkosten) zugeschaltet („Merit-Order“), bis die Nachfrage an den Strombörsen gedeckt ist. Das höchste Gebot, für das Strom abgenommen wird, also das teuerste Kraftwerk, bestimmt den Strompreis („Market Clearing Price“). Über diesen Preis wird der Aufwand für die Umwandlung chemischer (Kohle, Gas, Biogas, Atom) oder physikalischer Energie (Wind, Wasser, Sonne) in elektrischen Strom ebenso abgegolten wie die Kosten für CO2-Emissionsrechte und der Gewinn der Stromerzeuger.

Mehrwertsteuer

Auf alle Komponenten des Strompreises, auch auf Abgaben und die Stromsteuer, wird eine Mehrwertsteuer in Höhe von 19 Prozent berechnet.

Stromsteuer

Auch als „Ökosteuer“ bekannt, wurde die Stromsteuer im Jahr 1999 von der rot-grünen Bundesregierung als Teil des "Gesetz zum Einstieg in die ökologische Steuerreform" eingeführt. Seit 2003 wird sie mit 2,05 Cent pro Kilowattstunde berechnet.

Konzessionsabgabe

Die Verteilnetzbetreiber brauchen eine Konzession für die Verlegung von Leitungen zu den Endverbrauchern. Das dafür von der jeweiligen Kommune erhobene Entgelt stellen die Energieversorger den Endverbrauchern als Konzessionsabgabe in Rechnung.

§19 Umlage

Für die Nutzung von Stromnetzen zahlen die Energieversorger ein gesetzlich geregeltes Entgelt an die Betreiber. Paragraf 19 der Stromnetzentgeltverordnung (StromNEV) ermöglicht Großverbrauchern eine teilweise oder vollständige Befreiung von diesen Entgelten. Und er verfügt, dass die den Netzbetreibern entstehenden Mindereinnahmen auf alle anderen Verbraucher umgelegt werden.

Offshore-Haftungsumlage

Einige bereits fertig gestellte Offshore-Windparks produzieren keinen Strom, da die Netzbetreiber sie noch nicht wie vereinbart an das Übertragungsnetz an Land angeschlossen haben. Auch nach einem Anschluss können längere Netzunterbrechungen den Anlagenbetreibern erhebliche Kosten verursachen. Einen Großteil der Schadensersatzkosten für beide Fälle wird über die Offshore-Haftungsumlage von den Endverbrauchern übernommen.

KWK-Umlage

Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) ist die Nutzung jener Wärme, die als Nebenprodukt in Kraftwerken entsteht. Meist wird sie als Nah- oder Fernwärme an Endverbraucher geliefert. Mit der KWK-Umlage, die auf den Endverbraucherpreis für Strom berechnet wird, werden entsprechende Anlagen gefördert.

Stromsteuer

Auch als „Ökosteuer“ bekannt, wurde die Stromsteuer im Jahr 1999 von der rot-grünen Bundesregierung als Teil des "Gesetz zum Einstieg in die ökologische Steuerreform" eingeführt. Seit 2003 wird sie mit 2,05 Cent pro Kilowattstunde berechnet.

Liquiditätsreserve

Wird mehr EEG-Strom produziert als prognostiziert, entsteht auf dem EEG-Umlage-Konto ein Minus. Netzbetreiber müssen in Vorleistung gehen und es fallen Zinsen an. Um das zu verhindern, sieht das EEG seit der Reform im Jahr 2012 den Aufbau einer Liquiditätsreserve vor, die als eine Art Vorauszahlung über die EEG-Umlage aufgebaut wird.

Rückgang Börsenstrompreis

Die EEG-Umlage gleicht die Differenz zwischen dem Börsenstrompreis und der garantierten Einspeisevergütung aus. In den vergangenen Jahren ist der Preis von Strom an der Börse gesunken, unter anderem durch den Ausbau Erneuerbarer Energie. Paradoxerweise steigt damit die EEG-Umlage.

Marktprämie

Seit 2012 können Erzeuger Erneuerbarer Energien entscheiden, ob sie ihren Strom an der Strombörse direkt handeln oder für die gesetzlich garantierte Einspeisevergütung einspeisen wollen. Für die Direktvermarktung erhalten sie eine Marktprämie, die der Differenz zwischen dem durchschnittlichen Börsenstrompreis und der regulären Einspeisevergütung entspricht. Je nach Vermarktungserfolg kann der Erlös in der Summe höher, aber auch niedriger ausfallen.

Nachholung aus Vorjahr

Die Höhe der EEG-Umlage für jedes Jahr wird auf Grundlage einer Prognose erstellt. Wenn in einem Jahr mehr Strom aus regenerativen Energiequellen ins Netz eingespeist wird als angenommen, erfolgt eine Zurechnung der dafür aufgewendeten Summe der EEG-Umlage im Folgejahr.

Industrieprivileg

Stromintensive Industrieunternehmen und Schienenbahnen sind von der EEG-Umlage teilweise oder ganz befreit. Mit Wirkung zum 1.1.2012 wurde die Grenze für die Ausnahmeregelung von 10 auf 1 GWh Stromverbrauch pro Jahr herabgesetzt. Da die Förderkosten nun von weniger Verbrauchern getragen werden, fällt der Anteil jedes Einzelnen entsprechend höher aus.

Reine Förderkosten

Die EEG-Umlage steigt kontinuierlich an. Doch nicht einmal die Hälfte der Umlage kommt ihrem eigentlichen Zweck, also der Förderung klimafreundlicher Stromerzeugung, zugute. Dieser Teil wird oft als „reine Förderkosten“ bezeichnet, um diese von zweckfremden Anteilen zu unterscheiden.

EEG-Umlage

Über die EEG-Umlage werden die Kosten für die Förderung klimafreundlicher Stromerzeugung auf den Strompreis für Endverbraucher „umgelegt“. Um Investitionsanreize zu schaffen, garantiert das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) den Erzeugern von Strom aus regenerativen Energiequellen (Wind, Sonne, Wasser, Biogas, u.a.) über 20 Jahre feste Vergütungen pro eingespeister Kilowattstunde. Die EEG-Umlage ist die Differenz zwischen Markterlösen und garantierten Einspeisevergütungen.

Förderung Wind Onshore

Im Jahr 2012 kam mit 42,5 Prozent der größte Anteil des gesamten produzierten Ökostroms aus Windenergie. Gleichzeitig flossen jedoch nur 19 Prozent der EEG-Umlage an die Erzeuger von Windenergie. Der Anteil der reinen Förderkosten am gesamten Strompreis beträgt lediglich 0,83 Prozent.
Geschätzte Werte für den durchschnittlichen Haushaltsstrompreis, basierend auf Angaben und Prognosen des
Bundesverbandes Erneuerbare Energie e.V. (BEE) und des Bundesverbandes Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW).


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Quelle: www.wind-energie.de/presse/pressemitteilungen/2013/eeg-umlage-2014-was-schaetzen-sie