Neujahrsempfang von ARGE Netz und Bundesverband Windenergie: Erneuerbare wollen Verantwortung übernehmen

Dr. Martin Grundmann, Geschäftsführer der ARGE Netz GmbH & Co. KG, nimmt die Energiebranche in die Verantwortung für das Gelingen der Energiewende. Zugleich fordert er den Gesetzgeber auf, die Benachteiligung der erneuerbaren Energien am Markt zu beenden. „Die Energiebranche muss den Nachweis erbringen, dass eine Energieversorgung auf Basis erneuerbarer Energien tatsächlich funktioniert. Die Menschen wollen spüren, welchen konkreten Nutzen die Energiewende für sie hat“, betonte Dr. Grundmann auf dem Neujahrsempfang der Erneuerbaren am 22. Februar im Kieler Landeshaus.

Kiel. Man sei bereit für mehr Verantwortung. „Neben dem quantitativen Ausbau der erneuerbaren Energien muss die Branche deshalb Lösungen auf den Tisch legen, um mit erneuerbaren Energien eine sichere und dekarbonisierte Energieversorgung sicherzustellen. Schleswig-Holstein war bisher Pionier beim Ausbau erneuerbarer Energien. Heute kann das Land die Pionierrolle bei der Systemintegration erneuerbarer Energien übernehmen“, betonte Dr Grundmann.

„Es fehlen hierfür allerdings noch immer gesetzliche Voraussetzungen. Wir benötigen ein funktionsfähiges Preissignal für CO2 und mehr Flexibilität beim Strompreis. So ist etwa Wärme aus Öl und Gas vor allem aufgrund geringer Steuern und Abgaben fünf- bis sechsmal günstiger als Wärme aus erneuerbarem Strom. Erneuerbare müssen auch Direktlieferverträge mit der Industrie abschließen können. Hier sind Nachsteuerungen notwendig, etwa nutzungsabhängige Steuern und Abgaben für erneuerbare Wärme.“

„ARGE Netz bündelt rund 3500 Megawatt erneuerbare Energie. Mit dem Erneuerbaren Kraftwerk haben wir eine Betriebsplattform entwickelt, welche die Lieferung erneuerbarer Energien berechenbar macht. Wir können sekundengenau in Echtzeit Daten zur Energieerzeugung liefern, wir können mit den Echtzeitdaten Netzbetreiber und Händler unterstützen, ihre Arbeit zu optimieren und Kosten zu sparen“, sagte Dr. Grundmann vor den rund 250 Gästen, darunter zahlreiche Abgeordnete des Schleswig-Holsteinischen Landtages und Vertreter der Landesregierung.

Reinhard Christiansen, Landesvorstand des BWE, forderte eine Korrektur der neuen Regionalpläne zum Ausbau der Windenergie an Land. Vor allem das Vorhaben der Landesregierung, bisher bestehende Windvorrangflächen zu streichen, sei nicht akzeptabel: „Bestehende Anlagen, ausbebaute Infrastruktur und vorhandene Akzeptanz müssen in die Abwägung mit einbezogen werden und gegenüber anderen Belangen einen höheren Stellenwert erhalten.“

Christiansen forderte, an den derzeitigen Mindestabständen von Windkraftanlagen zu Siedlungen (800 Meter) und Einzelgehöften (400 Meter) festzuhalten. Mit Blick auf die anstehenden Landtagswahlen, sagte Christiansen: „Erneuerbare und die Menschen vor Ort benötigen Planungssicherheit.“ Man erwarte „von allen Parteien, dass die Abstandsregelungen nicht ständig in Frage gestellt werden“.

Die Absicht der Landesregierung, knapp zwei Prozent der Landesfläche als Windvorrangflächen auszuweisen, reicht nach Christiansens Auffassung „nicht aus, um die Klima- und Energiewendeziele zu erreichen“. Eine Ausweitung der Windvorrangflächen müsse „nicht zu Lasten der Akzeptanz“ in der Bevölkerung gehen, „wenn wir die Bürger in den Planungsphasen mitnehmen“. Landeigentümer, Planungsbüros und Projektträger müssten die Beteiligung der Bürger „massiv ausweiten“. Ein „Qualitätssiegel“ könne hier Orientierung geben.

Eine Delegation des Google-Konzerns, die sich zurzeit in Schleswig-Holstein über den Stand der Energiewende informiert, besuchte den Neujahrsempfang der Erneuerbaren. Gary Demasi, Global Director of Data Center Energy and Location Strategy, erläuterte in einem Grußwort Googles Absicht, den gesamten Stromverbrauch für die eigenen Büros und Rechenzentren ausschließlich mit erneuerbaren Energien zu decken. Neben Demasi gehören zu der Delegation Francois Sterin, Director of the Global Infrastructure, Marc Oman, EU Energy Lead, Global Infrastructure und Neha Palmer, Head of Energy Strategy.


Kontakte:
Marcus Hrach, Landesgeschäftsstelle Schleswig-Holstein
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Telefon: +49 (0)4841 / 663210 (wird umgeleitet)
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Olga von Ungern-Sternberg, Medien- und Öffentlichkeitsarbeit
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