Neue Studie zur Berechnung von Wirkarbeitsverlusten durch Blindarbeit

Der AK Netze des Bundesverband WindEnergie veröffentlicht ein dreiteiliges Infopaket zur Blindarbeit, bestehend aus einer Studie, einer juristischen Ausführung zur Vergütung von Blindleistung sowie einem Positionspapier zu den Kosten und zum weiteren Vorgehen bei der Vergütung von Blindleistung.

1. Kurzfassung der Studie zur Berechnung von Wirkarbeitsverlusten durch Blindarbeit
Ziel der Kurzfassung der zugrundeliegenden Studie ist es, zu untersuchen, welche Auswirkungen erhöhte Blindarbeitsanforderungen der Netzbetreiber auf die Wirkarbeit haben. Aktuell handelt es sich damit noch um Extremszenarien, die derzeit nur von manchen Netzbetreibern praktiziert werden und daher nur wenige Windparks betreffen. Zukünftig sollen Windparks mit Blindarbeit jedoch vermehrt auch zur Spannungshaltung des Netzbetreibers beitragen, so dass die Verluste durch Blindarbeit zunehmen werden. Diese sind abhängig von der Netzebene und der Regelungsphilosophie des jeweiligen Netzbetreibers. Dazu kommt, dass erhöhte Anforderungen im Rahmen von Verschärfungen der technischen Netzanschlussrichtlinien im FNN diskutiert werden.

Die Studie ermittelt für beispielhafte Windparkkonfigurationen, dass sich durch die vermehrte Bereitstellung von Blindleistung jährliche Ertragsminderungen von 2-3 Prozent ergeben können. Das heißt, dass durch die Blindarbeit 2-3 Prozent weniger Wirkleistung eingespeist werden kann und sich die vergütete Strommenge entsprechend reduziert. Wichtig: Die Ergebnisse gelten nur für die untersuchten Windparkkonfigurationen und Stromrichtertechnologien. Die Werte für reale Windparks können davon abweichen. Diese Wirkarbeitsverluste werden in nahezu vollem Umfang den Gewinn der Projektgesellschaft reduzieren, weil der Erlösminderung kaum gesparte bzw. teilweise sogar leicht erhöhte Betriebskosten gegenüber stehen. Dies hat eine signifikante Reduzierung der Eigenkapitalrendite zu Folge.
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2. Das 2. BWE Positionspapier des AK Netze zur Vergütung von Blindarbeit
Das zweite Positionspapier zur Vergütung von Blindarbeit zeigt die BWE-Position sowie einen Kompromissvorschlag zur Vergütung auf. Zudem beleuchten wir die potenziellen Auswirkungen einer Blindleistungsbereitstellung auf Projekte.
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    3. Juristische Ausführungen zur Vergütung von Blindleistung
    In den juristischen Ausführungen wird untersucht, ob Windparks überhaupt zur Bereitstellung von Blindleistung verpflichtet sind und ob diese vergütet werden muss.
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    Veranstaltungshinweis:  BWE Praxistag "Windenergie und Netze" am 29.11.2016 in Berlin

      Für Rückfragen:
      Anne Palenberg, Fachreferentin Netzintegration
      Bundesverband WindEnergie e.V. (BWE)
      T +49 (0)30 / 212341-244
      a.palenberg(at)wind-energie.de