Verbändebündnis mahnt Förderstopp für fossil befeuerte Heizungen an

10. November 2017

Verbändebündnis mahnt Förderstopp für fossil befeuerte Heizungen an

Gemeinsame Pressemitteilung von Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Bundesverband Erneuerbare Energie (BEE), Deutsche Umwelthilfe (DUH), Naturschutzbund Deutschland (NABU)

Berlin.  Deutschland muss bei der Wärmeversorgung dringend umdenken und die noch immer bestehende Förderung fossiler Energieträger schnellstmöglich abschaffen. Das fordert ein Bündnis aus Umwelt- und Energieverbänden (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Bundesverband Erneuerbare Energie, Deutsche Umwelthilfe, Naturschutzbund Deutschland) in Anbetracht der laufenden Sondierungsgespräche. Die Partner verweisen insbesondere auf die Einigung der potenziellen Jamaika-Koalitionäre, vor allem Subventionen, die den Klimaschutzzielen widersprechen, abzubauen. Gleichzeit ist geplant, die Förderung der energetischen Gebäudesanierung zu erhöhen.

Klimaschutz und die Nutzung fossiler Energien schließen sich aus. Ohne die konsequente Abkehr von fossilen Energieträgern wird die Bundesregierung ihre Klimaschutzziele verfehlen. Fossil befeuerte Heizungen nicht länger zu subventionieren, ist der logische nächste Schritt. Mit der Verabschiedung des Klimaschutzplanes 2050 im November 2016 und der im Mai dieses Jahres veröffentlichten neuen Förderstrategie hatte die Bundesregierung den Ausstieg aus der Förderung rein fossil betriebener Heizungsanlagen bis spätestens 2020 auch beschlossen. Daran nun festzuhalten, ist aus fiskalpolitischen wie auch aus ökologischen Gründen zwingend erforderlich. Der seit Jahren stagnierenden Erneuerbaren Wärmeversorgung könnte dies auch endlich den dringend Vorschub leisten.

Vor diesem Hintergrund wäre es höchst problematisch, wenn im Rahmen der von den potenziellen Koalitionspartnern angedachten steuerlichen Abschreibungen für Gebäudesanierungsmaßnahmen die Subventionierung fossiler Heizungsanlagen durch die Hintertür wieder eingeführt würde. Damit würden die Heizsysteme in vielen Gebäuden über Jahrzehnte hinweg auf fossile Energieträger ausgerichtet werden, was den Klimaschutz langfristig blockieren würde. In der Stromversorgung käme auch niemand auf die Idee, neue Kohlekraftwerke steuerlich zu subventionieren und dies dann noch als Klimaschutz darzustellen.

Die steuerliche Förderung der Gebäudesanierung muss Hand in Hand mit der neuen Förderstrategie dazu beitragen, dass sowohl die kurz- als auch die mittel- und langfristigen Klimaschutzziele erreicht werden. Daher ist es zu begrüßen, dass klimaschädliche Subventionen auf den Prüfstand gestellt werden sollen.

BEE
Als Dachverband der Erneuerbare-Energien-Branche in Deutschland bündelt der BEE die Interessen von 49 Verbänden und Unternehmen mit 30 000 Einzelmitgliedern, darunter mehr als 5 000 Unternehmen. Im Wärmesektor gehören der Bundesverband Bioenergie e.V., der Bundesverband Solarwirtschaft, der Bundesverband Wärmepumpe e.V., der Deutsche Energieholz- und Pellet-Verband e.V. und der Fachverband Biogas zu unseren Mitgliedern. Wir vertreten auf diese Weise 330 000 Arbeitsplätze und mehr als 3 Millionen Kraftwerksbetreiber. Unser Ziel: 100 Prozent Erneuerbare Energie in den Bereichen Strom, Wärme und Verkehr.

BUND
Umwelt schützen. Natur bewahren: Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland e.V. (BUND) ist ein unabhängiger und gemeinnütziger Verband, der auf regionaler, nationaler und internationaler Ebene arbeitet. Er setzt sich ein für den Schutz unserer Natur und Umwelt – damit die Erde für alle, die auf ihr leben, bewohn¬bar bleibt. Aktuell wird der BUND von rund 585.000 Menschen unterstützt. Als einer der größten föderal strukturierten deutschen Umweltverbände hat er 16 Landesverbände und rund 2000 Kreis- und Ortsgruppen. Der BUND ist Mitglied des internationalen Netzwerks Friends of the Earth International (FoEI) und hat Partnerorganisationen in rund 70 Ländern.
Ansprechpartnerin: Irmela Colaço, BUND-Energieexpertin, E-Mail: Irmela.Colaco@bund.net, Telefon: 030 275 86 436

DUH
Seit über 40 Jahren setzt sich die Deutsche Umwelthilfe für den Erhalt unserer natürlichen Lebensgrundlagen ein. Wie keine andere Organisation in Deutschland verbindet sie dabei den Schutz von Umwelt und Verbraucher.  Die Deutsche Umwelthilfe e.V. (DUH) wurde 1975 gegründet. Sie ist politisch unabhängig, gemeinnützig anerkannt, klageberechtigt und engagiert sich vor allem auf nationaler und europäischer Ebene. Die DUH setzt sich für nachhaltige Lebensweisen und Wirtschaftsformen ein, die ökologische Belastungsgrenzen respektieren. Gleichzeitig kämpft sie für den Erhalt der biologischen Vielfalt und den Schutz der Naturgüter sowie für den Klimaschutz. Ihre Überzeugung: Nur eine auf Effizienz und regenerativen Energien basierende Energieversorgung, nachhaltige Mobilität, der verantwortungsvolle Umgang mit unseren natürlichen Ressourcen sowie die Vermeidung von Abfällen können den Erhalt unseres Planeten sichern.
Ansprechpartner: Nicolas Besser, Projektmanager Energie und Klimaschutz, E-Mail: Besser@duh.de, Telefon: 030 2400 867 964

NABU
Der NABU engagiert sich seit 118 Jahren für Mensch und Natur. Mit mehr als 620.000 Mitgliedern und Förderern ist er der mitgliederstärkste Umweltverband in Deutschland. Neben Vogel- und Artenschutz engagiert sich der NABU für den globalen Klimaschutz, setzt sich für eine nachhaltige europäische Agrarpolitik ein, kümmert sich um saubere Meere und vieles mehr. Die besondere Stärke des NABU liegt in der fachlichen Kompetenz und der praktischen Naturschutzarbeit seiner aktiven Mitglieder, die in über 2.000 Ortsgruppen organisiert sind.
Ansprechpartner: Danny Püschel,  Referent Energiepolitik und Klimaschutz, E-Mail: Danny.Pueschel@NABU.de, Telefon: 030 284 984 1521

Bundesverband Erneuerbare Energie e.V.
Irene Beringer, Pressesprecherin
Invalidenstraße 91
10115 Berlin
presse@bee-ev.de
Tel: 030 2758170 - 16
Fax: 030 2758170 - 20

Tags zum Artikel: Energiewende, Erneuerbare Energien, Verband



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