Windindustrie in Mecklenburg-Vorpommern braucht stabilen Planungsrahmen

10. Mai 2016

Windindustrie in Mecklenburg-Vorpommern braucht stabilen Planungsrahmen

Branche stärkt Landesregierung für Gespräche mit Bund den Rücken. Wenige Tage bevor sich die Ministerpräsidenten und die Bundesregierung am Donnerstag in Berlin u.a. mit der geplanten Novelle für das Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) befassen, hat die Windenergiebranche in Mecklenburg-Vorpommern der Landesregierung noch einmal den Rücken gestärkt.

Dabei bekräftigen die Verbände ihre Kritik am Instrument von Ausschreibungen. Ausbauziele, Akteursvielfalt und Kosteneffizienz ließen sich weiter mit dem bewährten Mechanismus des EEG erreichen. Der Systemwechsel zu Ausschreibungen stelle dagegen erhebliche Risiken dar.

„Für den Norden bedeutet der weltweite Siegeszug der Windenergie eine wichtige Chance, um dauerhaft industrielle Arbeitsplätze zu sichern und Wertschöpfung ins Land zu holen. Mecklenburg-Vorpommern nimmt über die gesamte Wertschöpfungskette an der erfolgreichen Energiewende teil. Hersteller im Land realisieren erhebliche Umsätze im Export, deren Basis der kleinteilig-mittelständisch organisierte Heimatmarkt ist. Die Bundesregierung ist dabei durch restriktive Korridore und die Behinderung kleiner Akteure den Heimatmarkt aus dem Tritt zu bringen. Wenn die Branche hier ins Stolpern gerät, gefährdet dies die Technologieführerschaft in wachsenden Weltmärkten“, so Andreas Jesse, Bundesverband WindEnergie und Andree Iffländer, WindEnergyNetwork.

Der von vielen unterschiedlichen Akteuren getragene Heimatmarkt bildet die Basis für den Erfolg der deutschen Windenergie in der Welt. Wir brauchen deshalb auch in den kommenden Jahren einen stabil dynamischen Zubau. Dafür müssen die Korridore aus dem EEG – für Wind an Land sind dies mindestens 2.500 Megawatt netto jährlich – bestätigt werden. Zudem braucht es eine praktikable Regelung für kleine Akteure, zu denen durchaus auch Stadtwerke gehören, damit diese trotz Ausschreibungssystem weiter eine Chance haben. Dies ist auch für die Akzeptanz vor Ort unerlässlich“, mahnte Andreas Jesse, Bundesverband WindEnergie.

„Offshore wird für die Ostsee eine deutliche Perspektive innerhalb des künftigen Energiemixes bekommen. Dafür ist ein bundesweiter Ausbaukorridor von jährlich 900 Megawatt erforderlich. Dieser wird sicherstellen, dass sich zusätzlich stabile Wertschöpfungsketten fest etablieren lassen. Die Branche braucht Gewissheit und Stabilität! Dazu gehört auch, dass in der Vergangenheit getätigte Vorleistungen der Unternehmen in Zusammenhang mit einem Systemwechsel zu Ausschreibungen entschädigt werden müssen. Alles andere würde die Verlässlichkeit in den Investitionsstandort Deutschland beschädigen“, machte Andree Iffländer, WindEnergyNetwork, deutlich.
„Wir unterstützen die Landesregierung dabei, an den durch alle norddeutschen Bundesländer, die Tarifpartner und die Branche im ‚Wismarer Appell‘ aufgestellten Eckpunkten festzuhalten und diese im landespolitischen Interesse gegenüber dem Bund zu formulieren“, so Andreas Jesse, Bundesverband WindEnergie und Andree Iffländer, WindEnergyNetwork.

Kontakt: Wolfram Axthelm
Pressesprecher
Tel.: +49 30 212341 251
w.axthelm@wind-energie.de

Tags zum Artikel: Ausschreibung, Bundesländer, EEG - Gesetzgebung, Regionale Wertschöpfung, Wirtschaft



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Quelle: www.wind-energie.de/presse/meldungen/2016/windindustrie-mecklenburg-vorpommern-braucht-stabilen-planungsrahmen