Windbranche unterstützt Bundesratsantrag zur Förderung von  Bürgerwindparks

21. April 2016

Windbranche unterstützt Bundesratsantrag zur Förderung von Bürgerwindparks

Husum.  Der Landesverband Windenergie Schleswig-Holstein  unterstützt einen Entschließungsantrag der Bundesländer  Schleswig-Holstein, Bayern, Nordrhein-Westfalen,  Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt zur Förderung von  Bürgerwindparks.

Nach diesem Antrag sollen Bürgerwindparks bei  Ausschreibungen eine Zuschlagsgarantie bekommen, ohne vorher ein  konkretes Angebot abgeben zu müssen. Die Konditionen für den Zuschlag richten sich nach dem rentabelsten Gebot der Wettbewerber. Über den  Antrag auf Initiative der Landesregierung Schleswig-Holstein berät  der Bundesrat am kommenden Freitag, 22. April 2016. 

"Bürgerwindparks genießen in der Bevölkerung eine viel höhere  Akzeptanz als institutionelle Investorenmodelle. Zudem kommen die  Gewinne bei Bürgerprojekten den Kommunen zugute und fließen nicht an  fremde Konzerne, die sich eventuell sogar im Ausland befinden", sagt  Nicole Knudsen, Geschäftsstellenleiterin des Landesverbands. "Das  Ziel der Landesregierungen ist es, Bürgern weiterhin eine Beteiligung an nachhaltigen Energieprojekten zu ermöglichen und die Wertschöpfung in der Region zu halten. Das begrüßen wir ausdrücklich", so Knudsen.  Ansonsten bestehe die Gefahr, Bürger zum desinteressierten Zaungast  der Energiewende zu machen. 

Hintergrund: Nach dem aktuellen Entwurf der EEG-Novelle wird die  Vergabe von Windenergie-Ausbaukapazitäten ab 2017 bundesweit  ausgeschrieben. Dabei gibt die Bundesregierung eine  Gesamt-Leistungsmenge vor, beispielsweise 400 Megawatt (MW) pro  Quartal eines Jahres. Auf Teilmengen davon, beispielsweise 20 MW, können sich solche Unternehmen oder Bürger bewerben, welche bereits  die Flächen für potenzielle Windenergieanlagen vorweisen können. Der  Standort ist dabei unerheblich. Er kann sich genauso in Nordfriesland wie in Südbayern befinden. 

In ihrer Bewerbung nennen die Bieter den Preis pro produzierter  Kilowattstunde (Einspeisevergütung), den sie verlangen, um die Anlage zu errichten, beispielsweise 6 Cent pro Kilowattstunde. Vereinfacht  beschrieben, erteilt die Bundesnetzagentur die Zuschläge in  Reihenfolge der niedrigsten Gebote, bis die jeweilige Ausbaumenge von beispielsweise 400 MW erreicht ist. 

Zu befürchten ist, dass Bürgerwindparks nach diesem System nicht  zum Zuge kommen, weil das Investitionsrisiko für Flächen und  Projektierungen zu hoch ist und weil institutionelle Anleger über  einen Preiskampf einen Verdrängungswettbewerb einleiten werden. In  einzelnen EU-Ländern wie Spanien bewerben sich bereits Interessenten  mit einem "Mindestpreis" von 0 Cent, nur um in den Markt zu kommen.  Mit dem Bundesrats-Entschließungsantrag wollen die fünf Bundesländer  dieser Gefahr entgegentreten. Die Initiative sieht vor, dass  Bürgerenergieprojekte garantiert jeweils zu den Konditionen des  höchsten erfolgreichen Angebots jeder Ausschreibungsrunde den  Zuschlag bekommen - beispielsweise zu 8 Cent pro Kilowattstunde. 

Tags zum Artikel: Bundesländer, Bürgerbeteiligung, Bürgerwindpark, EEG - Gesetzgebung



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Quelle: www.wind-energie.de/presse/meldungen/2016/windbranche-unterstuetzt-bundesratsantrag-zur-foerderung-von-buergerwindparks