Ausbau der Windkraft in Brandenburg in den ersten drei Monaten 2016 stark rückläufig

09. Juni 2016

Ausbau der Windkraft in Brandenburg in den ersten drei Monaten 2016 stark rückläufig

Potsdam / Berlin. Die Zahl der in Brandenburg neu in Betrieb genommenen Windräder ging in den ersten drei Monaten des Jahres deutlich um 33,3 Prozent zurück. Das steht im Gegensatz zum Bundestrend. Hier legte die Zahl der neu installierten Anlagen um 40 % zu. In Brandenburg war der Ausbau der Windkraft schon 2015 stark zurückgegangen. „Die politische Debatte um zu viel Windenergie passt nicht zur Realität des Zubaus“, so Jan Hinrich Glahr, Landesvorsitzender des BWE Berlin-Brandenburg.

In Brandenburg wurden in den ersten drei Monaten des Jahres 2016 lediglich 28
Windenergieanlagen mit einer Leistung von 73,2 Megawatt neu in Betrieb genommen. Im
selben Zeitraum des Vorjahres waren es noch 42 Windräder mit einer Leistung von 114,6
Megawatt. Der Rückgang betrug bei der Zahl der Anlagen damit 33,3 %, bei der installierten
Leistung sogar 36 %. Diese Zahlen gehen aus einer Analyse der amtlichen Angaben der Bundesnetzagentur durch die Fachagentur Windenergie an Land (FA Wind) hervor.

Die Zahlen der Bundesnetzagentur zeigen damit auch, dass die Windenergie in Brandenburg
sich gegen den Bundestrend entwickelt. In ganz Deutschland wurden zwischen dem 1. Januar und dem 31. März 2016 genau 315 Windräder in Betrieb genommen, knapp 40 % mehr als im Vorjahreszeitraum (226 Anlagen). Die installierte Leistung legte bundesweit um 43,8 % zu. In Brandenburg folgt die Entwicklung im ersten Quartal dem negativen Trend des vergangenen Jahres. Bereits 2015 wurden in Brandenburg ein Viertel weniger Windräder aufgestellt als im Jahr 2014 (148 Anlagen gegenüber 196 Anlagen).

„Der Rückgang beim Ausbau der Windenergie setzt sich damit fort. Es ist noch zu früh um genau zu sagen, wie viele Anlagen in 2016 insgesamt gebaut werden. Aber wir müssen aufpassen, dass die Windkraft und damit die gesamte Energiewende nicht den Schwung verliert. Das hätte Auswirkungen auf Innovation, Investition und Arbeitsplätze in der Mark“, warnt Jan Hinrich Glahr, Landesvorsitzender des BWE Berlin-Brandenburg und Vizepräsident des Bundesverbandes.

Auch die Zahl der im ersten Quartal neu erteilten Genehmigungen verspricht hier keine
Besserung. Sie liegt nach der Analyse der FA Wind bei 30 Anlagen. „Das ist eine geringe Anzahl und etwa auf dem Niveau der Vorjahre“, so Glahr. Außerdem befürchtet Glahr, dass die von der Bundesregierung vorgeschlagene Sonderkürzung bei der Vergütung von Windstrom (Einmaldegression) viele der jetzt genehmigten Projekte unwirtschaftlich macht. „Der Bund bremst damit die Energiewende in Brandenburg zusätzlich aus. Das wird die Wachstumschancen des Landes hemmen."

Um die energiepolitischen Ziele der Landesregierung bis 2030 zu erreichen, ist ein Zubau von
Windrädern mit einer Leistung von 350 Megawatt pro Jahr in Brandenburg notwendig. „Wenn der Ausbau weiter so eingebremst wird, wird Brandenburg seine selbst gesetzten Klima- und energiepolitischen Ziele verfehlen“, warnt Glahr.

Gerade in Brandenburg setzt die Windbranche beim Ausbau der erneuerbaren Energie auf
Bürgernähe und Transparenz. Ende Mai hatte der Landesverband mit der Landesregierung eine viel beachtete Vereinbarung unterzeichnet. Die Windenergie-Betreiber haben sich damit
verpflichtet, Anlagen zukünftig nur mit mindestens 1000 Metern Abstand von der
Wohnbebauung zu planen, nicht in Buchen- und Eichenwäldern zu planen und die Bürgerinnen und Bürger in Anwohnergemeinden frühzeitig über Vorhaben zu informieren.

Die Windbranche leistet in Brandenburg nicht nur viel für den Klimaschutz, sondern gehört hier inzwischen auch zu den wichtigsten Arbeitgebern. Die Branche beschäftigt laut aktueller Studie von DIW Econ in Brandenburg 6.863 Mitarbeiter und erwirtschaftet 1 Mrd. Euro Umsatz pro Jahr.

Ansprechpartner für die Presse:
Kai Weller, Agentur Ahnen&Enkel
Mobil: 0176 245 690 84
weller@ahnenenkel.com

Tags zum Artikel: Akzeptanz, Bundesländer, Regionale Wertschöpfung, Statistik, Windenergie



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