Kunst und Windenergie passen zusammen

13. Oktober 2014

Kunst und Windenergie passen zusammen

Wind. Licht. Es war das erste Kulturfestival in Husum. Und es war das erste Mal, dass die drei Windenergieanlagen im Husumer Stadtgebiet auf eine besondere Weise in den Mittelpunkt rückten. Kunst und Windenergie passen zusammen, wie die Lichtkünstlerin Gisela Meyer-Hahn bewies. Als Vorprogramm zum Festival illuminierte sie eine HSW 750 (Baujahr 1993), eine RE 48 / 600 und eine MD 70 und sorgte mit ihrem Farbenspiel für Aufmerksamkeit und Staunen bei Einheimischen und Touristen.

Lichtkunst an Windenergieanlagen in Husum, © Gisela Meyer-Hahn

Dabei ging es ihr vor allem darum zu zeigen, dass die Windmühlen farblich kommunizieren und miteinander in einen Trialog treten können - und damit auch mit den Menschen. Farben bewirken etwas, sie beeinflussen andere Sinnenwahrnehmungen wie zum Beispiel das Hören. So erscheinen uns blau angestrahlte Windmühlen lauter als rote. Die starre Architektur der Türme wurde durch die Lichtkunst bewegter, dynamischer und verband sich mit der Umgebung, auch mit einem klaren Husumer Sternenhimmel.

Wer sich nicht nur für die Künstlerische sondern auch für die technische Perspektive interessierte, kam ebenfalls auf seine Kosten: Das Licht erzeugten acht ColorReach-Powercore-LED-Scheinwerfer der Firma Philips. Jeder Scheinwerfer hatte 52 LED. Damit war ein Ausstrahlwinkel zwischen acht bis 63 Grad möglich – ideal für die konischen Türme. Diese Lichttechnik mit ihren jeweils 300 Watt (5.600 Kelvin und 8.500 Lumen) ist erst seit einem Jahr auf dem Markt und ein wahrer Energieverbrauchszwerg. Der Stromverbrauch lag für die gesamte Zeit war vergleichbar mit dem eines Haushaltsstaubsaugers.

Dadurch, dass jeweils zwei bis drei Scheinwerfer pro Windenergieanlage eingesetzt wurden, ließ sich ein vertikaler Wechsel der Farbigkeiten erzeugen, bei dem das Tempo, die Dauer, Intensität, Sättigung und der Farbton händisch oder automatisch gesteuert werden konnte.

Das Farbspiel war so ungewöhnlich, dass zahlreiche Schaulustige nachts durch die Stadt fuhren, um den besten Platz für einen ungestörten Genuss zu finden. Der Deich war voller Menschen, die ihre Stative justierten oder mit ihren Handys Bilder machten.  Und es wirkte nach: Viele Rückmeldungen in den sozialen Medien beschrieben noch Tage später individuelle Eindrücke und die besondere Atmosphäre. Eine Schulklasse aus Husum (10.Klasse) macht jetzt eine Projektwoche aus diesem Erlebnis.

 „Ohne die spontane Unterstützung der Sponsoren hätten wir das Projekt nicht realisieren können. Deswegen gilt mein Dank neben den Veranstaltern des Festivals, der unterstützenden Tourismusbranche und der Künstlerin vor allem den Sponsoren Energiepark Simonsberg,  Ingenieurbüro Henning Holst, ee-Nord,  Denker & Wulf,  Messe Husum & Congress, Offtec Base,  GreenTEC Campus und dem Windpark Ellhöft“, so Nicole Knudsen, Leiterin des Landesbüros Schleswig-Holstein. Und: „Sicherlich Akzeptanzfördernd“, so ihr Fazit.

Bei einer Lebensdauer der LED von rund 90.000 Stunden war es bestimmt nicht die letzte Installation von Meyer-Hahn. Ein nächstes Projekt könnte die durch Farbe geänderte Wahrnehmung des Schattenwurfs untersuchen. Ganz nach dem Prinzip Gegenschall im Audiobereich reduzieren Farben auch Schattenwürfe im Bereich der visuellen Wahrnehmung. 

Der Zeitpunkt der unter der Schirmherrschaft von Ministerpräsident Torsten Albig stehenden Lichtkunst war nicht nur wegen des Kulturfestivals gut gewählt. Der letzte Tag der Installation war zugleich der Startschuss der Hamburger Windmesse. Und so konnte Husum mit einem freundlichen Augenzwinkern nach Hamburg strahlen. Und alles Gute wünschen.

Tags zum Artikel: Bundesländer, Windenergie



Mitglieder Login

User login

Quelle: www.wind-energie.de/presse/meldungen/2014/kunst-und-windenergie-passen-zusammen