Jahresbilanz Windenergie in Schleswig-Holstein 2009 – Neun Prozent mehr Leistung am Netz

18. Februar 2010

Jahresbilanz Windenergie in Schleswig-Holstein 2009 – Neun Prozent mehr Leistung am Netz

Kiel. In Schleswig-Holstein sind derzeit 2.717 Megawatt Windstrom am Netz und damit knapp neun Prozent mehr als vor einem Jahr (2.506 MW)

Das geht aus der Statistik der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein hervor, die die Netzwerkagentur windcomm schleswig-holstein am Donnerstag gemeinsam mit der Kammer und dem Bundesverband WindEnergie (Landesverband Schleswig-Holstein) in Kiel vorgestellt hat. Nach bescheidenen Zuwachszahlen im Jahr zuvor (plus 83 MW) bestätigt die Entwicklung im nördlichsten Bundesland nun den positiven Bundestrend: „Der Inlandsmarkt zieht wieder an, trotz Finanzkrise“, erklärte der BWE-Präsident und -Landesvorsitzende Hermann Albers.

2.593 Rotoren drehten sich am Stichtag 31. Dezember 2009 zwischen Nord- und Ostsee. Erstmals übertrifft damit der Megawattwert die Anlagenzahl; das bedeutet, dass die Durchschnittsleistung pro Windkraftanlage ein MW überschritten hat – ein deutlicher Hinweis auf die technische Entwicklung hin zu mehr Leistung und Effizienz. „Das zeigt sich auch am Repowering, das weiter Fahrt aufgenommen hat“, so die Einschätzung von windcomm-Projektleiter Matthias Volmari.

In Schleswig-Holstein mit seinem relativ „alten“ Anlagenbestand ist das Repowering, der Ersatz älterer durch moderne, leistungsfähigere Windkraftanlagen, ein wichtiger Eckpfeiler des weiteren Ausbaus der Windenergie. Nach BWE-Prognosen sind mit dem Einsatz moderner Technik und verbesserter Effizienz 5.000 Megawatt Onshore-Leistung bis zum Jahr 2020 im Land möglich. Hermann Albers: „Das zu Jahresbeginn 2009 in Kraft getretene Erneuerbare-Energien-Gesetz verbessert erkennbar die wirtschaftliche Grundlage für das Repowering.“

Der Trend hin zu mehr Leistung mit weniger Anlagen werde durch die geplante Ausweisung weiterer Windeignungsräume im Land zusätzliche Impulse bekommen, sagte Matthias Volmari voraus. „Wir wünschen uns in diesem Zusammenhang mehr Bürgerwindparks“, so der windcomm-Projektleiter. Das Modell Bürgerwindpark mit breiter Beteiligung der Menschen vor Ort, nach dem in Nordfriesland 90 Prozent der Windprojekte konzipiert sind, sichere Wertschöpfung für die Region und sorge für Akzeptanz. Derzeit arbeitet windcomm, als Service für die beteiligten Akteure, an einem Leitfaden zum Thema Bürgerwindpark.

Bereits jetzt zeigt sich die herausragende Bedeutung des Wirtschaftszweiges Windenergie für Schleswig-Holstein in Zahlen. So wurden nach BWE-Informationen von Beginn der Entwicklung bis heute annähernd 4,5 Milliarden Euro investiert. „Profiteure dieser Investitionen in die Klimaschutztechnologie Windkraft sind neben Betreibern, Hersteller- und Zulieferindustrie sowie der regionalen Bankenwirtschaft vor allem die Standortkommunen, die so Spielraum erhalten für die Finanzierung notwendiger Aufgaben“, so Hermann Albers.

Bundesweit waren Anfang des Jahres den Erhebungen des Deutschen Windenergie-Institutes (DEWI) zufolge 21.164 Windkraftanlagen mit einer Leistung von 25.777 MW am Netz; das sind knapp acht Prozent mehr als im Vorjahr (23.903 MW). Schleswig-Holstein lag dabei sowohl beim Zubau als auch beim Ausbaustand auf dem vierten Platz aller Bundesländer. Kleine Unschärfen in der Statistik im Verhältnis der Zahlen von DEWI und Landwirtschaftskammer, unter anderem bedingt durch den laufenden Repowering-Prozess, haben keinen Einfluss auf diese Gesamtbilanz. Im Land zwischen den Meeren sind nach Angaben von Walter Eggersglüß von der Landwirtschaftskammer nach wie vor die meisten Windkraftanlagen in Dithmarschen installiert (809), gefolgt von Nordfriesland (612), Schleswig-Flensburg (385) und Ostholstein (310).

Ansprechpartner für die Presse:

  • Matthias Volmari, windcomm schleswig-holstein
    E-Mail: m.volmari@wfg-nf.de, Telefon: 04841-668510
  • Hermann Albers, Präsident und Landesvorstand Bundesverband WindEnergie (BWE)
    E-Mail: albers-simonsberg@t-online.de, Telefon: 04841-89222
  • Walter Eggersglüß, Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein
    E-Mail: weggersgluess@lksh.de, Telefon: 04331-9453226

Tags zum Artikel: Regionale Wertschöpfung, Repowering



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Quelle: www.wind-energie.de/infocenter/meldungen/jahresbilanz-windenergie-schleswig-holstein-2009-neun-prozent-mehr-leistung-am